Corporation for Public Broadcasting
amerikanische Non-Profit-Organisation
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Die Corporation for Public Broadcasting (CPB) war eine nichtkommerzielle Gesellschaft zur Förderung und Unterstützung des öffentlichen Rundfunks in den Vereinigten Staaten von Amerika mit Sitz in Washington, D.C. Sie löste sich am 5. Januar 2026 auf, nachdem ihr der 119. US-Kongress im am 30. September 2025 endenden Haushaltsjahr die Finanzierung entzogen hatte.
| Corporation for Public Broadcasting (CPB) | |
|---|---|
| Rechtsform | private Nonprofit Corporation |
| Gründung | 7. November 1967 |
| Auflösung | 5. Januar 2026 |
| Sitz | Washington, D.C. |
| Zweck | Förderung und Unterstützung des öffentlichen Rundfunks in den USA |
| Umsatz | 582.013.746 US-Dollar (2023) |
| Beschäftigte | 100 (2019) |
| Website | www.cpb.org |
Auftrag
Die Gründung geht wesentlich auf den Public Broadcasting Act von 1967 zurück. CPB war eine private Nonprofit Corporation, die durch den Kongress am 7. November 1967 ins Leben gerufen wurde. Die Vereinigung war zuletzt der größte Förderer von Public-Media-Stationen sowie deren Onlinediensten und Inhalten für mobile Internetgeräte.
CPBs Auftrag war es, den unbeschränkten und flächendeckenden Zugang zu öffentlichem Rundfunk und anderen Medien für alle Amerikaner zu gewährleisten. Die geförderten Programme mussten nichtkommerziell sein und eine gute inhaltliche Qualität aufweisen. Die Rolle der CPB im öffentlichen Rundfunk definierte die Vereinigung darin, die Stationen durch eine Bundesförderung vor politischem Einfluss zu schützen und gleichzeitig ihre politische Unabhängigkeit zu wahren.
Die meisten regionalen öffentlichen Radio- und Fernsehstationen bestritten nur 10 % ihres Budgets aus Mitteln der CPB. Das Gros stammt aus Unternehmensspenden, anderen staatlichen Mitteln und direkten Beiträgen von Zuschauern und Zuhörern.[1] Für die Netzwerke National Public Radio (NPR) und Public Broadcasting Service (PBS) war jedoch die Finanzierung wesentlich.
Geschichte
Die Geschichte des öffentlichen und unabhängigen Rundfunks in den USA war eng mit der Corporation for Public Broadcasting verknüpft. Erst durch dieses Instrument wurde es möglich, ein flächendeckendes Netz von rund 1.000 Hörfunk- und 350 Fernsehsender des NPR bzw. PBS aufzubauen. Vor allem republikanischen Politikern sind viele Produkte des Public Broadcastings im amerikanischen Politik- und Gesellschaftsverständnis zu liberal ausgerichtet und sie stellten immer wieder dessen Finanzierung in Frage.[2]
Die Regierung Trump I plante in ihrem Haushaltsentwurf für 2018, die künftige Finanzierung der Corporation for Public Broadcasting zu streichen und nur noch Zuwendungen für den damals laufenden Verpflichtungszeitraum auszuzahlen. Diesem Entwurf folgte der 115. US-Kongress nicht, sondern wies im Consolidated Appropriations Act 2018[3] 445 Millionen US-Dollar für das Jahr 2020 zu.[4]
PBS-Präsidentin Paula Kerger verwies im März 2017 darauf, dass kleine Public Broadcasting Stationen auf dem Land am meisten auf die CPB-Gelder angewiesen seien und manche ohne die staatlichen Zuschüsse nicht überleben könnten.[2][5]
Die CPB gab am 1. August 2025 bekannt, den Betrieb einzustellen. Der 119. Kongress war mit dem am 24. Juli 2025 verabschiedeten Rescissions Act of 2025 dem Haushaltsentwurf der Regierung Trump II gefolgt und hatte bereits gesetzlich zugewiesene Mittel zurückgefordert, während der Haushaltsentwurf des United States Senate Committee on Appropriations keine neuen Mittel bis 2027 zuwies.[6][7][8] Zum 30. September 2025 wurden die meisten Mitarbeiter entlassen.[8] In ihren letzten Monaten gab die CPB noch vorhandene Rücklagen an öffentliche Medienorganisationen aus.[9] Am 5. Januar 2026 stimmte das Board of Directors der Corporation for Public Broadcasting für die Auflösung der Organisation.[9]
Finanzierung
Die CPB finanzierte ihre Arbeit aus Bundesmitteln. Der Haushalt der CPB machte in den 2010er Jahren 0,012 % des Bundeshaushalts oder 4 US-Dollar pro Person und Jahr aus.[1] Der Haushalt des Jahres 2025 setzte sich aus rund 535 Millionen Dollar an Bundesmitteln und 10 Millionen Dollar aus Zinserträgen zusammen.[10]
Struktur
70 Prozent der Fördergelder gingen im Haushaltsjahr 2025, dem letzten vor der Auflösung der CPB, an 1.216 lokale Public-Radio-Stationen und 365 lokale Public-Television-Stationen.[11] Daneben unterstützte CBP Programmproduzenten, hatte aber keine eigenen Verbreitungswege.[11]
Zu CPB gehörten oder wurden von ihr finanziert:
- American Public Television, der größte Programmproduzent von U.S. Public Television Stations
- Independent Television Service (ITVS), finanziert, verbreitet und bewirbt unabhängig produzierte TV-Inhalte
- National Educational Telecommunications Association (NETA), die jährlich 2.000 Programmstunden von PM-Stationen mittels Satellit an Stationen in den ganzen USA verbreitete
CPB finanzierte zu wesentlichen Teilen das National Public Radio und den Public Broadcasting Service.
Weblinks
- Letzte Fassung der offiziellen Website der Corporation for Public Broadcasting ( vom 6. Januar 2026 im Internet Archive) (englisch)
- Corporation for Public Broadcasting bei der University of Maryland Libraries (englisch)