Corps Alemannia München

Studentenverbindung im Münchner Senioren-Convent From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Corps Alemannia München ist eine Studentenverbindung im Münchner Senioren-Convent. Das Corps ist Mitglied des Weinheimer Senioren-Convent und steht zu Mensur und Couleur. Es vereint Studenten und Alumni der Münchener Hochschulen. Die Corpsmitglieder werden Münchener Alemannen genannt.

Weitere Informationen Zirkel, Basisdaten ...
Corps Alemannia
Zirkel
Basisdaten
Hochschulort: München
Hochschule/n: Münchner Hochschulen
Gründungsort: Freising
Stiftungsdatum: 20. Januar 1855
Korporationsverband: Weinheimer Senioren-Convent
Zuständiger SC: Münchner SC
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Fuchsenfarben:
Mütze: schwarze Tellermütze
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: pflichtschlagend
Wahlspruch: Einigkeit macht stark!
Website: www.corps-alemannia.de
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Couleur

Die Mitglieder des Corps Alemannia tragen die Farben schwarz-gold-grün mit goldener Perkussion, getreu dem Farbenspruch „Aus schwarzer Erde wächst zur goldenen Frucht die grüne Saat!“. Dazu wird eine schwarze Mütze und von den aktiven Corpsmitgliedern zusätzlich eine schwarze Kneipjacke (Pekesche) getragen. Die Füchse tragen das schwarz-goldene Fuchsenband.

Das Wappen zeigt aus heraldischer Sicht rechts oben einen goldenen Pflug auf schwarzem Grund, links oben das Wappen von Weihenstephan, rechts unten die Farben schwarz-gold-grün, links unten 2 gekreuzte Schläger und das Gründungsdatum 20. Januar 1855, sowie auf dem Herzschild einen schwarzen Zirkel auf weißem Grund. Der Wahlspruch des Corps lautet „Einigkeit macht stark!“

Geschichte

Am 20. Januar 1855[1] wurde das Corps unter dem Namen Agronomia in Freising gestiftet. Damals herrschte noch das Fachprinzip und nur Studenten der landwirtschaftlichen Hochschule konnten die Mitgliedschaft erwerben. In den Jahren nach der Gründung der Altherrenschaft setzte sich diese überwiegend aus Gutsbesitzern und Ministerialbeamten aus dem Agrarsektor zusammen. Im Mai 1905 siedelte die Agronomia unter Aufgabe des Fachprinzips von Freising nach München über.

Von 1913 bis 1930 war das Corps Mitglied des Rudolstädter Senioren-Convents (RSC), wo es mit Saxonia Berlin, Ottonia Bonn, Palatia Halle, Agraria Bonn und Agronomia Königsberg das Schwarze Kartell bildete. Im Wintersemester 1929/30 hat das Corps die ehemaligen Mitglieder der deutsch-völkischen Wehrschaft Austro-Bavaria München aufgenommen.[2] 1934 ging der RSC im Weinheimer Senioren Convent (WSC) auf. Wie alle Corps war auch Corps Agronomia gezwungen, seinen Betrieb von 1935 bis 1949 einzustellen und verlor in diesem Zusammenhang auch sein Haus in Schwabing.

Ein Großteil der Altherrenschaft des ehemaligen Kartellcorps Palatia Halle schloss sich 1954 in einem Beitrittsvertrag des damaligen Corps Agronomia an, behielt sich jedoch fast Recht vor, mit einer zusätzlichen Partie Agronomen den Erwerb des Pfälzer Bandes zu ermöglichen. In der Corpsliste wurden diese dann auch mit „et Palatia“ geführt.

Vier Jahre später wurde der Zusammenschluss der Corps in Corps Alemannia umbenannt. Alemannia hat keine Verbindung zu den vorherigen Münchner Corps mit dem Namen Alemannia. Das Corps Alemannia München unterhält seit 1954 ein Freundschaftsverhältnis mit dem Corps Alemannia Kiel. Im Jahr 2005 zog die Alemannia in die Schwanthalerstraße 129. Dies führte ab 2007 zu mehreren Polizeieinsätzen vor allem wegen Ruhestörung.[3] Das 2008 besiegelte Vorstellungsverhältnis mit dem Corps Agronomia Hallensis zu Göttingen wurde 2011 ebenso in ein Freundschaftsverhältnis überführt.

Im Dezember 2024 traten die jüngeren Pfälzer (Palatia=Pfalz) zu einem Altherrenverband („AHV“) zusammen und legten Satzung, AHV-Satzung und Ehrenordnung auf Basis des Überlieferten fest. Dies wurde im März 2025 in Regensburg mit einem gut besuchten Kommers gefeiert. Bis zur endgültigen Übergabe der Tradition dauerte es noch ein Jahr. Seitdem befindet sich die AHV im Aufbau. Die ersten eigene Partien auf die Farben des Corps Palatia Halle wird im Sommersemester 2026 in Regensburg stattfinden. Ziel ist es, dass aktive Corps aufzubauen und zum Sommer Stiftungsfest 2027 offiziell zu restituieren. Bis 2027 soll ein Aktivenbetrieb an der Universität Regensburg aufgenommen werden.[4]

Namhafte Mitglieder

  • Josef Ahr (1867–1931), Professor für Agrikulturchemie, Ministerialdirektor im bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Arbeit
  • Alfred Alzheimer (1875–1949), Landwirtschaftslehrer und Pflanzenzüchter
  • Carl Ambros (1870–1932), Landwirtschaftslehrer und Tierzüchter
  • Günther Bachthaler (1927–2007), Pflanzenbauwissenschaftler und Herbologe
  • Adolf Brinkmann (1854–1923), Lehrer und Heimatforscher
  • Georg Christmann (1874–1947), Pflanzenbauwissenschaftler, Direktor der Bayerischen Landesanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz
  • Karl Hoefelmayr (1867–1940), Biotechnologe, Käsefabrikant, Gründer der Edelweiß-Milchwerke K. Hoefelmayr
  • Richard Jecht (1858–1945), Historiker
  • Franz Edler von Koch (1875–1965), Landrat, Mitglied des bayerischen Senats
  • Michael Koch (* 1968), Professor für Informatik
  • Carl Kraus (1851–1918), Professor für Pflanzenbau und Pflanzenzucht
  • Viktor Mann (1890–1949), Landwirt und Agrarexperte im Bankfach, jüngerer Bruder der Schriftsteller Thomas und Heinrich Mann, Biograf der Familie Mann
  • Jürgen Massute (* 1941), Wirtschaftswissenschaftler mit Schwerpunkt Arbeitsmarkt
  • Karl Müller-Franken (1874–1927), Syndikus, Berliner Stadtverordneter, Mitglied des preußischen Landtages
  • Carl Proebst (1853–1939), Vorstand und Aufsichtsrat der Gabriel und Jos. Sedlmayr, Spaten-Franziskaner-Leistbräu AG
  • Georg Weifert (1850–1937), serbisch-österreichischer Brauereibesitzer, dritter Gouverneur der Zentralbank des Königreichs Serbien, erster Gouverneur der Zentralbank des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, Begründer des modernen Bergbauwesens in Serbien
  • Lothar Weinmiller (1897–1941), Geflügelzucht-Wissenschaftler

Literatur

  • Michael Doeberl u. a. (Hg.): Das akademische Deutschland, Bd. 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger, Berlin 1931, S. 817, 960–961
  • Walter Nebesky: Corps Alemannia München, Chronik 1855–2005 , Eigenverlag 2007
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. 1. Auflage. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 197–198, 231, 260.
  • Viktor Mann: Wir waren fünf. Fischer: Frankfurt (Main) 1976, S. 228–263
  • Ulrike Leutheusser (Hg.): Julia Mann und ihre Kinder. Allittera, München 2019, S. 143–171

Siehe auch

Einzelnachweise

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