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Coux-et-Bigaroque

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Coux-et-Bigaroque (Aussprache [ˈkuks e bigaˈʁɔk], okzitanisch Lo Cos e Bigaròca) ist eine Ortschaft mit dem Zentrum im Dorf Le Coux mit 987 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2017) in der südwestfranzösischen Gemeinde Coux et Bigaroque-Mouzens im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2016 selbstständige Gemeinde gehörte Coux-et-Bigaroque zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda. Die Einwohner werden Couxois und Couxoises genannt.

Schnelle Fakten
Coux-et-Bigaroque
Coux-et-Bigaroque (Frankreich)
Coux-et-Bigaroque (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Sarlat-la-Canéda
Gemeinde Coux et Bigaroque-Mouzens
Koordinaten 44° 50′ N, 0° 58′ O
Postleitzahl 24220
Ehemaliger INSEE-Code 24142
Eingemeindung 1. Januar 2016

Blick auf Bigaroque
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Der Erlass des Präfekten vom 21. Dezember 2015 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Eingliederung von Coux-et-Bigaroque zunächst als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Mouzens zur Commune nouvelle Coux et Bigaroque-Mouzens fest.[1]

Der Status der Ortsteile als Communes déléguées wurde per Erlass des Präfekten vom 31. Dezember 2019 mit Wirkung zum 1. Januar 2020 widerrufen.[2]

Geografie

Lagekarte von Coux-et-Bigaroque

Coux-et-Bigaroque liegt etwa 44 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 20 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 39 Kilometer östlich von Bergerac am Nordufer der Dordogne. Das Ortsgebiet befindet sich in der Région naturelle des Périgord noir, im gleichnamigen touristisch benannten Landesteil. Es wird außer von der Dordogne vom Flüsschen Boule und vom Ruisseau d’Aurival entwässert.

Das Relief des Ortsgebiets weist eine teilweise bewaldete Hügellandschaft auf, die durch die Dordogne im Süden begrenzt wird und durch die Täler des Flüsschens Boule und des Ruisseau d’Aurival sowie durch ein Trockental teilweise eingeschnitten wird. Die Erhebungen nehmen dabei nach Norden hin auf Höhen über 200 m zu. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 245 m Höhe im äußerten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Campagne, der tiefste Punkt liegt mit 45 m im Westen beim Austritt der Dordigne aus dem Ortsgebiet. Das Zentrum im Dorf Le Coux liegt auf etwa 78 m Höhe.

Umgeben wird Coux-et-Bigaroque von sechs Nachbargemeinden und des weiteren Ortsteils von Coux et Bigaroque-Mouzens:

Saint-Chamassy Audrix
Campagne
Saint-Cyprien
Le Buisson-de-Cadouin Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Mouzens (Coux et Bigaroque-Mouzens)
Siorac-en-Périgord

Etymologie und Geschichte

Der Name von Coux erschien erst spät in den Schreibweisen Al Cos und Alcos (1365). Er kommt vom altokzitanischen einen Namen im Femininum cous, cos (heute cot), das einen felsigen Boden bezeichnet. Eine andere Annäherung könnte vielleicht mit dem okzitanischen còs (deutsch Hügel, Anhöhe) vom lateinischen collis gemacht werden, jedoch unterlegt das Maskulinum von còs diese Hypothese nicht.

Bigaroque wurde 1143 in einer latinisierteren Form in Castrum de Begaroca erwähnt, dann zu Beginn des 13. Jahrhunderts in den Schreibweisen Biga Roca (1206) und Biga Rocha (1207), im 18. Jahrhundert in der Form Bigarroque (1760). Roque entspricht dem okzitanischen ròca (im Nordokzitanischen ròcha) (deutsch Felsen, aber auch deutsch Burg). Das erste Wortelement entspricht einem okzitanischen °viga(n), in der latinisierteren Form vicanum (deutsch Dorf, Vorort) belegt, das vom lateinischen Adjektiv vicanus (deutsch im Dorf wohnend) von vicus (deutsch Dorf) kommt. Das initiale v- wurde hierbei zu b-. Gourges erwähnt in seinem topografischen Wörterbuch einen Weiler namens Vic-Bas, etwa 400 Meter von Bigaroque entfernt, als Sitz einer Fischerei, der am Ende des 12. Jahrhunderts von Mercadier, einem Mitstreiter von Richard Löwenherz, errichtet wurde. Dies unterstreicht die Hypothese, dass Bigaroque das „obere“ Dorf war, nämlich das der Burg.[3][4][5]

Der Name des Weilers Lanceplaine auf halbem Weg zwiscchen Coux und Bigaroque ist vielleicht aus zwei Wörtern aus dem Okzitanischen zusammengesetzt, die durch die Französisierung verformt wurden, landa (deutsch Heidelandschaft) und plana (deutsch flache Oberfläche). Ursprünglich bezeichnete Lanceplaine eine flache Heidelandschaft.[3]

Im Steinbruch Saint-Georges wurden Spuren aus der Altsteinzeit und aus dem Moustérien mit aus Feuerstein geschnittenen Werkzeugen festgestellt. Auf dem Plateau mit leichtem und sandigem Boden zwischen Aurival und dem Cazenac-Hügel gibt es jedoch zahlreiche erste Spuren menschlicher Organisation und sesshafter Landwirtschaft. Dieser privilegierte Ort motivierte am Ende der Jungsteinzeit die Gründung landwirtschaftlicher Gemeinschaften und die Erschließung von Neuland. Die Ausgrabung der Grabhöhle von Eybral bestätigt das archäologische Interesse, da Schädel Spuren einer erfolgreichen Trepanation aufweisen. Auf diesem Plateau wurden wichtige Stein- und Keramikmaterialien gefunden: polierte Äxte, Schleifsteine, Pfeilspitzen, Hacken, beschwerte Kieselsteine für Fischernetze usw.

Auf diesen Terrassen und ebenen Flächen ließen sich daher die ersten Bauern nieder, säten das erste Getreide und züchteten die ersten Herden, wobei sie in den Wäldern und am Fluss durch Jagd und Fischerei ihre zusätzliche Nahrung fanden. Die Gallier gründeten zusammen mit der keltischen Zivilisation an ihrem heutigen Standort die ersten Weiler mit einer strukturierten sozialen Organisation. In Saint-Georges wurden auch Überreste einer alten Freiluftschmiede gefunden, die bis zum 13. Jahrhundert in Betrieb gewesen sein sollte.

Bei ihrer Ankunft im Périgord entdeckten die Römer die Schönheit des Lebens und bauten dort. Neben der Kirche von Coux wurden 1891 die Überreste einer gallorömischen Villa entdeckt mit Kupfergegenständen, Tonscherben, Mosaikresten, Bronzemünzen.

Ein am Lieu-dit le Bru gefundener Steinsarkophag ist die einzige Spur der folgenden Jahrhunderte.[6]

Coux-et-Bigaroque legte sich im Mittelalter bleibende Bauten zu, die Kirche Saint-Martin und die Burg Bigaroque wurden errichtet. Die im Jahr 1195 gegründete Fischerei bot den Einwohnern Arbeit und Nahrung. Die Ansprüche der englischen Krone auf das Herzogtum Aquitanien lösten in der Region dauerhafte Konflikte aus. Das Feste Haus Le Suquet wurde dann gebaut, um den Bauern im Falle eines Konflikts einen Zufluchtsort zu bieten. Im Jahr 1300 nahm Bertrand de Got, Erzbischof von Bordeaux und späterer Papst Clemens V., die Burg von Bigaroque in Besitz. Auf seinen Befehl wurde die Kirche Saint-Jean in Bigaroque gebaut. Im 14. Jahrhundert bestand die Kastellanei von Bigaroque aus fünf Pfarreien: Bigaroque, Cabans, Le Coux, Mouzens und Saint-Cyprien. Die Kastellanei gehörte den Erzbischöfen von Bordeaux. Sie sollten diese in Allod bis 1609 besitzen, die ihnen u. a. Rechte am Kloster Saint-Cyprien verschaffte.[7] Die Burg ihrerseits hielt den englischen Angriffen nicht stand und wurde 1432 zerstört.

Das Périgord erlebte kaum ein Jahrhundert Frieden, als im 16. Jahrhundert die Hugenottenkriege ausbrachen. Die Ruinen der Burg dienten den Hugenotten als Zufluchtsort, bevor das Anwesen 1625 auf Befehl von Kardinal Richelieu endgültig zerstört wurde. Im 17. Jahrhundert befanden sich auf dem Gebiet von Coux-et-Bigaroque etwa zwanzig Adelssitze, oft Zweitwohnsitze der Seigneurs der Umgebung. Einige dieser Wohnsitze existieren noch heute.

Mit Beschluss vom 13. September 1825 wurden die Gemeinden Coux und Bigaroque zu einer einzigen Gemeinde vereint.[8]

Bevölkerungsentwicklung

Coux-et-Bigaroque: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2017
Jahr  Einwohner
1793
  
1.400
1800
  
1.279
1806
  
1.290
1821
  
1.253
1831
  
1.583
1836
  
1.527
1841
  
1.439
1846
  
1.709
1851
  
1.756
1856
  
1.674
1861
  
1.749
1866
  
1.746
1872
  
1.658
1876
  
1.615
1881
  
1.693
1886
  
1.602
1891
  
1.571
1896
  
1.544
1901
  
1.535
1906
  
1.523
1911
  
1.509
1921
  
1.122
1926
  
1.052
1931
  
958
1936
  
946
1946
  
880
1954
  
836
1962
  
766
1968
  
739
1975
  
649
1982
  
720
1990
  
708
1999
  
818
2006
  
928
2013
  
972
2017
  
987
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Saint-Martin in Coux aus dem 12. Jahrhundert
  • Kirche Saint-Jean in Bigaroque aus dem 14. Jahrhundert
  • Schloss Bigaroque
  • Schloss Cazenac
  • Herrenhaus Les Bretoux
  • Herrenhaus La Carrière
  • Herrenhaus Les Constancies
  • Herrenhaus Salibourne
  • Herrenhaus Le Suquet
  • Chartreuse La Milhale
  • Mittelalterliche Brücke

Literatur

  • Albert Vigié: Possessions des archevêques de Bordeaux en Périgord et principalement dans le Sarladais in: Bulletin de la Société Historique et Archéologique du Périgord. Bd. 37, 1910, .
  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Coux-et-Bigaroque – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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