Curtiss-Wright C-76
Transportflugzeug
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Die Curtiss-Wright C-76 Caravan (Werksbezeichnung CW-27) war ein Transportflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Curtiss-Wright aus dem Zweiten Weltkrieg. Für die vorgesehene Verwendung erwies sich das Muster jedoch als ungeeignet.
| Curtiss-Wright C-76 | |
|---|---|
Fünfte gebaute C-76-CS (42-86917) | |
| Typ | Transportflugzeug |
| Entwurfsland | USA |
| Hersteller | Curtiss-Wright Corp. |
| Erstflug | 3. Mai 1943 |
| Stückzahl | 25 (14 an USAAF geliefert) |
Geschichte
Ende 1941 traten die United States Army Air Forces (USAAF) an Curtiss-Wright mit der Bitte zur Entwicklung eines Transportflugzeugs in Holzbauweise heran. Die Verwendung einer Holzkonstruktion wurde verlangt, da ein Engpass an hochfesten, leichten für den Flugzeugbau geeigneten Aluminiumlegierungen (Legierungen der Serien 2000, 6000 ud 7000) im Kriegsverlauf erwartet wurde. Die Leistungswerte der neuen Konstruktion sollten diejenigen der Douglas C-47, die damals gerade eingeführt wurde, erreichen oder sogar übertreffen.
Konzipiert wurde die CW-27 von George A. Page, dem Chefkonstrukteur von Curtiss-Wright, der kurz vorher die Arbeiten an der sehr erfolgreichen CW-20/C-46 Commando beendet hatte. Als Material wurde Sperrholz aus schwerem Mahagoniholz mit feiner Maserung verwendet. Für den Bau vergab George Page Unteraufträge an heimische Möbelhersteller sowie die Baldwin Piano Company. Die Komponenten sollten in der neu errichteten Fabrik in Louisville (Kentucky) montiert werden.
Die USAAF bestellte 175 C-76A Serienflugzeuge. Die ersten fünf Testmaschinen (USAAF-Seriennummern 42-86913 bis 42-86917) wurden im Werk St. Louis (Missouri) gebaut und unter der Bezeichnung C-76-CS erprobt. Erstaunlicherweise erhielten diese als erste gebaute Maschinen keine Kennzeichnung als Prototypen (Präfix „X“). Die später gebauten Vorserienmaschinen YC-76-CK trugen mit dem Präfix „Y“ die hierfür übliche Kennzeichnung, während das Suffix „CK“ für das Curtiss-Werk in Louisville stand.
Der Erstflug fand am 3. Mai 1943 statt, wobei bereits die Schwachpunkte des Musters erkennbar wurden. So zeigte sich eine starke Untermotorisierung und ein sehr instabiles Flugverhalten. Der Pilot landete deshalb sofort wieder nach einer Platzrunde. Am 10. Mai 1943 stürzte beim ersten Flug die erste YC-76 (42-86918) infolge des Verlusts des Leitwerks ab. Ein weiteres Problem war, dass die Tragflächenstruktur bei acht statischen Versuchen bereits bei 40 % der Auslegungsbelastung versagte.
Im weiteren Verlauf des Krieges zeigte sich, dass die befürchtete Verknappung von Flugzeugaluminium nicht eintrat. Daraufhin stornierte das US-amerikanische Kriegsministerium am 3. August 1943 das gesamte C-76-Projekt. Auch die schlechte Qualität der zugelieferten Baukomponenten trugen zu der Entscheidung bei, für sämtliche Flugzeuge ein Flugverbot zu erteilen. Die Flugzeugzellen wurden danach als Instruktionsobjekte verschiedenen Stellen des Technical Training Command zugeteilt.
Konstruktion

Die C-76 war ein zweimotoriger Schulterdecker mit einem Bugradfahrwerk, der als Frachttransporter genutzt werden sollte. Es sollten 23 Passagiere oder eine entsprechende Fracht transportiert werden können. Zum Frachthandling konnte der Bugbereich nach oben geklappt werden. Ein Jeep konnte so direkt in den Laderaum einfahren. Die Frachtzuladung betrug maximal etwa 3600 kg. Um den gesamten Querschnitt für die Beladung nutzbar zu machen, war das Cockpit oberhalb der Tragflächenvorderkante angeordnet.
Versionen
- C-76
- später ZC-76, wobei „Z“ für obsolete stand
- 5 Stück gebaut, Rumpfbeschriftung Experimental Flight Test No.x USAAF.
- YC-76
- 11 Stück gebaut, unbekannt, wie viele Exemplare tatsächlich geflogen sind.
- YC-76A
- 9 Stück gebaut, unbekannt, wie viele Exemplare tatsächlich geflogen sind.
Technische Daten
| Kenngröße | Daten[1] |
|---|---|
| Besatzung | 2 |
| Passagiere | 23 |
| Länge | 20,82 m |
| Spannweite | 32,96 m |
| Höhe | 8,30 m |
| Flügelfläche | 144,9 m² |
| Leermasse | 8300 kg |
| max. Startmasse | 12.700 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 309 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 6880 m |
| Reichweite | 1200 km |
| Triebwerke | 2 × Sternmotor Pratt & Whitney R-1830-92 mit je 1.200 PS (ca. 880 kW) |
Siehe auch
Literatur
- Terry Love: The Curtiss-Wright C-76 Caravan. In: AAHS Journal, Frühjahr 2018, S. 21–25.
- E. R. Johnson: American Military Transport Aircraft, McFarland and Co., 2013, ISBN 978-0-7864-3974-4, S. 128–130.
- Peter M. Bowers: Curtiss Aircraft 1907–1947, Putnam, 1979, ISBN 0-370-10029-8, S. 471–473.