Cyclocross-Europameisterschaften
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Cyclocross-Europameisterschaften finden seit 2003 unter der Ägide des Europäischen Radsportverbands (UEC) jedes Jahr Anfang November an wechselnden Orten statt. Die Sieger haben das Recht, ein Jahr lang bei allen Cyclocross-Rennen ihrer Altersklasse das entsprechende Meistertrikot zu tragen.

Geschichte
Bereits von 1976 bis 1978 gab es so genannte Junioren-Europameisterschaften, die vom Radsport-Weltverband UCI ausgerichtet worden. Die Bezeichnung Europameisterschaft war seinerzeit auch für manche Disziplinen im Bahn- und Hallenradsport in Gebrauch. Sie diente nicht so sehr der Schaffung kontinentaler Wettkämpfe, sondern kennzeichnete die aus Sicht der UCI minder prestigeträchtigen Wettkämpfe, denen man nicht das exklusivere Prädikat Weltmeisterschaft verleihen wollte. Dieses erhielt das Juniorenrennen dann 1979. Analog dazu gab es im Rahmen der Cyclocross-Weltmeisterschaften 1995 eine erste U23-Europameisterschaft, die ab dem Jahr darauf ebenfalls als Weltmeisterschaft bezeichnet wurde.
Die ersten Cyclocross-Europameisterschaften unter Leitung des europäischen Kontinentalverbands UEC fanden am 8. November 2003 im tschechischen Tábor statt[1] und wurden vom damaligen Staatspräsidenten Václav Klaus eröffnet.[2]
Zunächst wurden Wettkämpfe in den drei Kategorien Frauen Elite, Männer U23 und Männer Junioren ausgetragen. Der Grund dafür war, dass vergleichsweise wenige internationale Rennen für diese Kategorien existierten, während es für die Elite der Männer einen ausgedehnten Rennkalender gab. Erst seit 2015 wird der Titel auch in der Kategorie Männer Elite vergeben. Allerdings leidet das Prestige letzteren Wettkampfs daran, dass die besten Cyclocross-Fahrer zugleich im Straßenradsport aktiv sind und meistens erst später in die Saison einsteigen; er ist daher eine Gelegenheit für die Cyclocross-Spezialisten, sich in der ersten Saisonhälfte auszuzeichnen.[3]
Inzwischen werden die Europameisterschaften sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den Altersklassen Elite, U23 und Junioren abgehalten. 2020, während der Corona-Pandemie, mussten die Junioren-Wettkämpfe aufgrund behördlicher Anordnungen kurzfristig abgesagt werden.[4] 2023 kam ein Staffel-Wettbewerb hinzu, wie er im selben Jahr bei den Weltmeisterschaften eingeführt worden war.[5]
2015 wurde der Sieg der Belgierin Femke Van Den Driessche in der U23-Kategorie nachträglich aberkannt. Diese wurde knapp drei Monate später bei den Cyclocross-Weltmeisterschaften 2016 disqualifiziert, nachdem in der Box ihres Teams ein Fahrrad mit Hilfsmotor gefunden worden war. Sie erhielt eine Sperre mit rückdatierter Wirkung, von der auch ihr zuvor erzielter Sieg bei der EM betroffen war. An ihrer Stelle erklärte die UEC die ursprünglich Zweite Maud Kaptheijns zur Siegerin.[6]
Seit 2012 werden auch Cyclocross-Europameisterschaften für Masters ausgetragen. Den Anstoß dazu gab die erstmalige Austragung der Masters-Weltmeisterschaften außerhalb von Europa im amerikanischen Louisville.[7] Die Masters-EM war im Laufe der Zeit mal eine separate Veranstaltung, so 2012,[8] 2015[9] und 2016,[10] mal waren sie Teil der Hauptveranstaltung. 2020 und 2021 fielen sie der Corona-Pandemie zum Opfer, 2023 mussten sie dem neu eingeführten Staffel-Wettbewerb weichen,[5] der nach zwei Jahren wieder abgeschafft wurde.[11]
2024 fanden erstmals Jugend-Europameisterschaften für 13- bis 16-Jährige statt, getrennt von der Hauptveranstaltung im slowakischen Šamorín.[12][13] Diese wurden 2025 mit der EM der Masters zusammengelegt.
Austragungsorte
Bis einschließlich 2025 gab es 23 Austragungen:
- 2003:
Tábor (8. November) - 2004:
Vossem (7. November) - 2005:
Pontchâteau (6. November) - 2006:
Huijbergen (9. Dezember) - 2007:
Hittnau (4. November) - 2008:
Liévin (2. November) - 2009:
Hoogstraten (1. November) - 2010:
Frankfurt am Main (7. November) - 2011:
Lucca (6. November) - 2012:
Ipswich (3. November) - 2013:
Mladá Boleslav (3. November) - 2014:
Lorsch (8. November) - 2015:
Huijbergen (7. November) - 2016:
Pontchâteau (29.–30. Oktober) - 2017:
Tábor (5. November) - 2018:
’s-Hertogenbosch (4. November) - 2019:
Silvelle (10. November) - 2020:
’s-Hertogenbosch (7.–8. November) - 2021:
VAM-Berg (6.–7. November) - 2022:
Namur (5.–6. November) - 2023:
Pontchâteau (3.–5. November) - 2024:
Pontevedra (1.–3. November) - 2025:
Middelkerke (8.–9. November)
Die Austragung 2026 wurde ans niederländische Zeddam vergeben.
Die Wettkämpfe der Masters fanden an folgenden Orten statt:
- 2012:
Barletta (8.–9. Dezember) - 2013: nicht ausgetragen
- 2014:
Lorsch (9. November) - 2015:
Trnava (21. November) - 2016:
Trnava (22. Oktober) - 2017:
Tábor (4. November) - 2018:
’s-Hertogenbosch (2.–3. November) - 2019:
Silvelle (9. November) - 2020: nicht ausgetragen
- 2021: nicht ausgetragen
- 2022:
Namur (4. November) - 2023: nicht ausgetragen
- 2024:
Pontevedra (1. November) - 2025:
Šamorín (14.–16. November)
Jugend-Europameisterschaften:
Palmarès
Männer Elite

Frauen Elite

Männer U23
Frauen U23
| Jahr | Erste | Zweite | Dritte |
|---|---|---|---|
| 2013 | |||
| 2014 | |||
| 2015 | |||
| 2016 | |||
| 2017 | |||
| 2018 | |||
| 2019 | |||
| 2020 | |||
| 2021 | |||
| 2022 | |||
| 2023 | |||
| 2024 | |||
| 2025 |
Junioren

| Jahr | Erster | Zweiter | Dritter |
|---|---|---|---|
| 2003 | |||
| 2004 | |||
| 2005 | |||
| 2006 | |||
| 2007 | |||
| 2008 | |||
| 2009 | |||
| 2010 | |||
| 2011 | |||
| 2012 | |||
| 2013 | |||
| 2014 | |||
| 2015 | |||
| 2016 | |||
| 2017 | |||
| 2018 | |||
| 2019 | |||
| 2020 nicht ausgetragen | |||
| 2021 | |||
| 2022 | |||
| 2023 | |||
| 2024 | |||
| 2025 | |||
Juniorinnen
| Jahr | Erste | Zweite | Dritte |
|---|---|---|---|
| 2019 | |||
| 2020 nicht ausgetragen | |||
| 2021 | |||
| 2022 | |||
| 2023 | |||
| 2024 | |||
| 2025 | |||
Mixed-Staffel
| Jahr | Erste | Zweite | Dritte |
|---|---|---|---|
| 2023 | |||
| 2024 |