Cystathioninurie
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Cystathioninurie ist eine seltene angeborene Stoffwechselkrankheit, bei der es durch Mangel an einem Enzym, der Cystathionin-Gamma-Lyase, zu einer Anhäufung von Cystathionin im Gewebe und im Urin kommt.[1][2]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| E72.1 | Störungen des Stoffwechsels schwefelhaltiger Aminosäuren – Zystathioninurie |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Synonyme sind: (Primärer) Cystathionase-Mangel; Cystathionin-gamma-Lyase-Mangel; Gamma-Cystathionase-Mangel; Zystathioninurie; Hypercystathioninämie-Syndrom; englisch CTH-deficiency; Gamma-cystathionase-deficiency
Im Cystathionin-Stoffwechsel führt eine gestörte Cystathionin-β-Synthase zur Homozystinurie.
Die Erstbeschreibung stammt aus dem Jahre 1959 durch die Londoner Ärzte H. Harris und Mitarbeiter.[3]
Verbreitung
Ursache
Der Erkrankung liegen Mutationen im CTH-Gen auf Chromosom 1 Genort p31.1 zugrunde, welches für die Cystathionin-γ-Lyase kodiert.[4]
Klinische Erscheinungen
Klinische Kriterien sind:[1][2][5]
- deutlich erhöhte Cystathioninkonzentration im Blut und im Urin
- variable Symptome von völlig normal bis schwere Psychomotorische Retardierung
- möglich sind Mikrozephalie, Krampfanfälle, Thrombozytopenie, Klumpfuß und Minderwuchs
Differentialdiagnostik
Abzugrenzen sind sekundäre (erworbene) Formen der Cystathioninurie, besonders bei Pyridoxinmangel, Neuroblastom, Hepatoblastom, Wilms-Tumor, Galaktosämie, Tyrosinose, Nichtketotische Hyperglyzinämie und weiteren Lebererkrankungen.[1]
Therapie
Meist ist keine Behandlung erforderlich.