Dörflas bei Kirchenlamitz
Ortsteil von Kirchenlamitz
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Dörflas bei Kirchenlamitz ist ein Gemeindeteil der Stadt Kirchenlamitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Dörflas hat eine Fläche von 4,602 km². Sie ist in 339 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurfläche von 13575,16 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Baumgarten, Fahrenbühl, Neuenhammer, Schnepfenmühle und Wustung bei Niederlamitz.[4]
Dörflas bei Kirchenlamitz Stadt Kirchenlamitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 11′ N, 11° 59′ O |
| Höhe: | 589 (576–602) m ü. NHN |
| Einwohner: | 22 (25. Mai 1987)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 |
| Postleitzahl: | 95158 |
| Vorwahl: | 09285 |

Geographie
Der Weiler liegt am Hang des Kornbergs am östlichen Waldrand. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau überbrückend nach Schnepfenmühle (0,7 km westlich) bzw. nach Wustung bei Niederlamitz (1,1 km südlich). Ein Anliegerweg führt nach Baumgarten (0,3 km nördlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde im Jahr 1301 als „Dorffelein“ erstmals urkundlich erwähnt.[6] 1353 erwarben sich die Herren von Hirschberg zu Schwarzenbach grundherrschaftliche Ansprüche im Ort. Ein Anwesen stifteten sie dem Kloster Hof. 1581 verkauften sie ihre Ansprüche. Nach mehrfachen Wechsel gelangte es 1706 an die Grafen von Schönburg-Waldenburg, die es bis zum Ende des Alten Reiches behielten.[7] Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Amt Kirchenlamitz aus.
Von 1797 bis 1810 unterstand Dörflas dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel.[8] Mit dem Gemeindeedikt wurde Dörflas dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Schwarzenbach an der Saale zugeordnet.[9] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Dörflas. Zu dieser gehörten Baumgarten, Entenloh, Fahrenbühl, Mittelschieda, Neuenhammer, Oberschieda, Schnepfenmühle, Unterschieda und Wustung bei Niederlamitz.[6] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rehau und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hof. Nach 1827 wurde die Gemeinde dem Landgericht Wunsiedel und dem Rentamt Wunsiedel überwiesen (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt).[10] Ab 1862 gehörte Dörflas zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Kirchenlamitz (1879 in das Amtsgericht Kirchenlamitz umgewandelt). Kirchenlamitz Bahnhof entstand in den 1880er Jahren auf dem Gemeindegebiet. Ab 1959 war das Amtsgericht Wunsiedel zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 6,868 km².[11] Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Dörflas im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Kirchenlamitz eingegliedert.[12][13]
Ehemaliges Baudenkmal
- Haus Nr. 4: Hausportal, mit geohrtem Gerähme und Oberlicht, etwa um 1800, aber formal noch wesentlich spätbarock.[14]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Dörflas bei Kirchenlamitz
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 114 | 194 | 191 | 174 | 192 | 187 | 187 | 263 | 194 | 192 | 170 | 174 | 177 | 177 | 215 | 197 | 247 | 207 | 194 | 307 | 325 | 308 | 248 | 190 |
| Häuser[15] | 31 | 34 | 34 | 34 | 34 | 34 | 38 | |||||||||||||||||
| Quelle | [9] | [16] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [16] | [26] | [16] | [16] | [16] | [27] | [16] | [11] | [28] |
Ort Dörflas bei Kirchenlamitz
Religion
Dörflas ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Michael (Kirchenlamitz) gepfarrt.[29][11]
Freizeit
Ein ehemaliges Bauernhaus wurde als CVJM-Wanderheim ausgebaut.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Dörfles. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 613 (Digitalisat).
- Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2, Sp. 112.
- Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel. 2. Auflage. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner GmbH, Hof (Saale) 1975, DNB 760334978, S. 150.
- Josef Maria Ritz, Bernhard Hermann Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 1). R. Oldenbourg, München 1954, DNB 457322578, S. 102.
Weblinks
- Dörflas. In: Kirchenlamitz.de. Abgerufen am 28. Oktober 2025.
- Dörflas b.Kirchenlamitz in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- Dörflas b.Kirchenlamitz in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 28. Oktober 2025.
- Dörflas bei Kirchenlamitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 28. Oktober 2025.