Döttesfeld
Gemeinde in Deutschland
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Döttesfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Puderbach an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Puderbach hat. Döttesfeld ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 38′ N, 7° 33′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Neuwied | |
| Verbandsgemeinde: | Puderbach | |
| Höhe: | 226 m ü. NHN | |
| Fläche: | 5,84 km² | |
| Einwohner: | 655 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 112 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56305 | |
| Vorwahlen: | 02684, 02685 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NR | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 38 013 | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Hauptstraße 13 56305 Puderbach | |
| Website: | doettesfeld.de | |
| Ortsbürgermeister: | Michael Schmid | |
| Lage der Ortsgemeinde Döttesfeld im Landkreis Neuwied | ||

Geographische Lage
Die Gemeinde liegt im Westerwald im Tal der Wied und der Mündung des Holzbach in die Wied im Naturpark Rhein-Westerwald. Die Gemarkung ist von drei Himmelsrichtungen vom Landkreis Altenkirchen umgeben; Nachbargemeinden sind Oberlahr im Westen, Eichen im Nordwesten sowie Pleckhausen und Dürrholz im Süden.
Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Bauscheid, Breitscheid, Döttesfeld und Oberähren, sowie dem Wohnplatz Villa Hoffnungstal.[2]
Geschichte
Namensherkunft
Döttesfeld endet wie viele andere Orte im Westerwald auf -feld, was auf eine fränkische Herkunft deutet. Döttes steht für den Namen des Besitzers (Diuto, Dutto, Dudo), dem das Land gehörte: diuto > dutto > dötte. Der Name weist auf menschliche Benutzung, jedoch nicht festen Anbau in der Gründungszeit hin.[3][4]
Der Name des Besitzers „Dudo“ erinnert an den Stammvater des Hauses Nassau, Dudo von Laurenburg, der durch seine Ehe mit einer Tochter des Grafen Ludwig I. von Arnstein mit den Herren von Isenburg verwandt war. Sollte sich der Name Döttesfelds von Dudo ableiten, wurde Döttesfeld Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet.
Mittelalter
Die Region um Döttesfeld war seit dem 8. Jahrhundert Teil des mittelrheinischen Engersgaues und lag nahe der Grenze zum Auelgau, die von der Wied gebildet wurde. Schon Anfang des 12. Jahrhunderts gehörte Döttesfeld zum Herrschaftsbereich der Herren von Isenburg, beziehungsweise mit der Herrschaft Horhausen seit 1171 zu der von Heinrich I. von Isenburg begründeten Älteren Linie Isenburg-Grenzau.
Bei der Ober-Isenburger Erbteilung des Jahres 1287 wurden dann die Herren von Isenburg-Arenfels Herforder Vögte von Horhausen und damit Herren über Döttesfeld. Eine der ersten Erwähnungen des Dorfes erfolgte daher im Herberegister des Stifts Herford[5], dass nach Gensicke im 14. Jahrhundert[6], nach Wilmans sogar schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts[7] verfasst wurde:
„Sunt adhuc et alii septem mansi, qui proprii vocantur et hoc iure obligantur, quod solvent in adventu abbatisse unusquisque unam et dimidiam mensuram avene et obulum. Illi siti sunt in Dutesvelde unus, in Bredeskede tres, in Duvenbag unus, in Rupag unus, in Hoensberg unus.“
„Es gibt auch noch sieben andere Mansen (Hufen/Bauernhöfe), die ‚eigene‘ (Hörige/Eigenleute) genannt werden und rechtlich dazu verpflichtet sind, dass jeder einzelne bei der Ankunft der Äbtissin eineinhalb Maße Hafer und einen Obolus (Heller/Pfennig) zahlt. Diese liegen: einer in Döttesfeld, drei in Breitscheid, einer in Daufenbach, einer in Raubach, einer in Hümmerich.“
Diese Güter, darunter eben Döttesfeld, aber auch der heutige Ortsteil Breitscheid (Bredeskede), gehörten nach dem Herberegister zum Hof Güllesheim (Gundelshagen), eine Ortschaft der Vogtei zu Horhausen. Gerlach I. von Isenburg-Arenfels wird 1293 erstmals als Vogt zu Horhausen und Inhaber des Offizialats Güllesheim genannt.[8] Das Aussterben der Linie Isenburg-Arenfels im Jahr 1371 markierte den Beginn eines für etwa 300 Jahre andauernden Streits unter den Erben – den Herren von Nieder-Isenburg und Grafen von Wied – der Vogtei Horhausen und damit des Hofes Güllesheim samt der jeweiligen Güter.
Der sogenannte Burgberg (auch genannt „Köppel“), ein Teil der heutigen Gemarkung Döttesfeld, gelangte vielleicht schon im Jahr 1356[9] als Mitgift über die Ehe der Elisabeth von Isenburg-Arenfels mit Graf Wilhelm I. von Isenburg-Braunsberg-Wied an die Grafen von Wied, denn bei den auf dem Burgberg gefundenen Mauerresten soll es sich nach manchen Auffassungen um die im Jahr 1366 erstmals erwähnte und von Graf Wilhelm erbaute Burg Grebeneck handeln.[10] Diese geriet aber nach einem Vergleich mit Heinrich von Reichenstein in Vergessenheit, weshalb ihr genauer Standort bis heute nicht mehr auffindbar ist.[11]
Von 1400 bis 1425 erscheinen die Herren von Nieder-Isenburg als Lehensträger des Hofes Güllesheim, bis der Hof im Jahr 1432 aufgrund von wiedischen Erbansprüchen ein wiedisches Lehen wird.[12] Teile des Güllesheimer Hofes konnten wieder von den Salentinern eingetauscht werden, Döttesfeld, Breitscheid, Daufenbach, Raubach, Hümmerich und Wienau blieben allerdings als isenburg-herfordisches Lehen bei den Grafen von Wied. Seitdem war Döttesfeld auch ein Teil des Gerichtsbezirks sowie Kirchspiels Puderbach (siehe Wappen).
Neuzeit und Heute
Im Jahr 1594 überließ schließlich Graf Salentin VII. von Nieder-Isenburg seine Rechte an das wiedische Hofgericht zu Güllesheim vollständig den Grafen von Wied, wobei die Isenburger zu diesem Zeitpunkt den Besitz schon so von der Abtei Herford entfremdet hatten, dass das Stift gar nicht mehr in der Übertragung der Rechte genannt wurde.[13] Trotz der Zugehörigkeit Döttesfelds zur Grafschaft Wied forderte Nieder-Isenburg im Jahr 1601 weiterhin Haferrenten des Güllesheimer Gerichts, da die Nachbarn zu „Deutesfeld vor alters einmal gen Horhausen“ gehört hatten.[14] Noch dazu waren im Jahr 1671 die Gemeinden Pleckhausen und Bürdenbach in einen Grenzstreit mit Döttesfeld verwickelt,[15] was an die Rechtsstreitigkeiten über den Hof Güllesheim erinnert, zu dem auch Bürdenbach und Pleckhausen gehörten.
Döttesfeld war bis 1806 landesherrlich ein Teil des Fürstentums Wied-Runkel und war ab 1815 Teil Preußens. Der Ort kam im Jahr 1816 in den neu gebildeten Standesherrlichen Kreis Neuwied innerhalb der Provinz Großherzogtum Niederrhein (ab 1822 Rheinprovinz). Als der Fürst Hermann zu Wied 1846 auffordert, die Fürstliche Regierung aufzulösen, gehen ab 1848 die Verwaltungsgeschäfte ganz auf den Landrat über.

Die heutige Gemeinde Döttesfeld entstand am 7. Juni 1969 durch Zusammenschluss der Gemeinden Döttesfeld, Bauscheid und Oberähren.[16]
Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Döttesfeld bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[17]
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Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Döttesfeld besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
Bürgermeister
Michael Schmid wurde am 11. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Döttesfeld.[21] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 59,0 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.[22]
Sein Vorgänger Martin Fischbach hatte das Amt seit 1994 inne und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.[23][21]
Wappen
| Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte blaue Spitze, darin vier 1:2:1 gestellte silberne Kantenwürfel, gespalten; vorn von Silber und Rot achtmal schräggeteilt und von einem nach links gewandten blauen Pfau bedeckt; hinten in Silber eine grüne Linde mit bewurzeltem schwarzem Stamm.“ | |
| Wappenbegründung: Der Pfau auf der Schrägteilung ist dem Wappen der Grafen von Wied entnommen, zu deren Territorium Döttesfeld bis 1806 gehörte. Rot und Silber sind die Farben von Isenburg, zu deren Besitz Döttesfeld ursprünglich zählte. Die Gerichtslinde deutet auf den ehedem wiedschen Gerichtsbezirk Puderbach. Die vier Würfel symbolisieren die vier Ortsteile Döttesfeld, Bauscheid, Oberähren und Breitscheid.
Das Wappen ist rechtsgültig seit dem 26. Januar 1971 nach einem Entwurf von Ernst Zeller, Raubach. |
Kulturdenkmäler
Naturdenkmäler
Verkehr
- In unmittelbarer Nähe der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 256, die von Neuwied nach Altenkirchen führt.
- Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neuwied an der Bundesautobahn 3.
- Nächstgelegener ICE-Bahnhof ist Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Weblinks
- Ortsgemeinde Döttesfeld in der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Puderbach
- Literatur über Döttesfeld in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

