Puderbach

Gemeinde im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Puderbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Der Ort ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Puderbach ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Puderbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Puderbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 36′ N,  37′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Neuwied
Verbandsgemeinde: Puderbach
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 11,02 km²
Einwohner: 2542 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56305
Vorwahl: 02684
Kfz-Kennzeichen: NR
Gemeindeschlüssel: 07 1 38 057
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 13
56305 Puderbach
Website: www.gemeinde-puderbach.de
Ortsbürgermeister: Oliver Klein (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Puderbach im Landkreis Neuwied
Karte
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Evangelische Pfarrkirche Puderbach
Blick auf das winterliche Puderbach
Puderbach, Luftaufnahme 2015

Geographie

Puderbach liegt zwischen Neuwied und Altenkirchen am Rande des Naturparks Rhein-Westerwald. Durch das Gemeindegebiet fließt der Holzbach. Neben dem Hauptort Puderbach umfasst die Ortsgemeinde die Ortsteile Haberscheid, Niederdreis (mit dem Wohnplatz Niederdreisermühle), Reichenstein und Richert (mit dem Wohnplatz Strunkeich).[3]

Haberscheid, Luftaufnahme (2016)

Geschichte

Die Kirche und das Kirchspiel Puderbach wurden erstmals im Jahre 1256 erwähnt. Im gleichen Jahr sind auch Gerichtsrechte der Walpoden von Reichenstein-Neuerburg an einem Berg bei Puderbach bezeugt. Dort errichteten sie später die Burg Reichenstein. Das Gericht mit der Gerichtslinde wurde erstmals 1553 genannt.

Puderbach gehörte in den Jahren 1591 bis 1806 zum Amt Dierdorf der oberen Grafschaft Wied. 1816 kam der Ort zum neu gebildeten preußischen Landkreis Neuwied.

Am 7. Juni 1969 wurden die vier bis dahin selbständigen Gemeinden Haberscheid, Niederdreis, Reichenstein und Richert nach Puderbach eingemeindet.[4]

Einwohnerstatistik

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Puderbach bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815450
1835609
1871864
1905854
19391.200
19501.278
19611.378
19701.720
JahrEinwohner
19872.113
19972.272
20052.274
20102.215
20112.425
20172.362
20182.389
2022 2.467
Einwohnerentwicklung von Puderbach von 1815 bis 2018
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Konfessionsstatistik

Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 19,3 % römisch-katholisch, 52,1 % evangelisch und 28,6 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.[5] Die Anteile der Protestanten und der Katholiken an der Gesamtbevölkerung sind seitdem gesunken. Ende Januar 2026 waren 37,4 % der Einwohner evangelisch und 15,2 % römisch-katholisch. 47,7 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[6]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Puderbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilungen im Gemeinderat:

WahlSPDCDUGrüneFWG aWGB bWGK cWGR dGesamt
202444821120 Sitze[7]
2019542516 Sitze[8]
2014741416 Sitze
200984416 Sitze
2004106420 Sitze
a 
FWG: Freie Wählergruppe Ortsgemeinde Puderbach e. V.
b 
WGB: Wählergruppe Berger
c 
WGK: Wählergruppe Klein
d 
WGR: Wählergruppe Rudolph

Bürgermeister

Oliver Klein (FWG) wurde am 26. August 2024 Ortsbürgermeister von Puderbach.[9] Er hatte sich bei der Stichwahl am 23. Juni 2024 mit einem Stimmenanteil von 62,5 % durchgesetzt, nachdem bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.[10]

Kleins Vorgänger Manfred Pees (CDU) hatte das Amt seit 2014 inne und kandidierte nach zwei Wahlperioden bei der Wahl 2024 nicht erneut. Zuvor war Kurt Nieß 25 Jahre Ortsbürgermeister von Puderbach.[11][12][9]

Wappen

Wappen von Puderbach
Wappen von Puderbach
Blasonierung: „Gespalten durch eine eingebogene silberne Spitze, darin vier rote Schrägbalken, bedeckt von einem schreitenden blauen Pfau; vorn in Silber eine grüne Linde mit bewurzeltem schwarzen Stamm; hinten in Blau auf grünem Hügel eine silberne Burgruine.“
Wappenbegründung: Pfau und Schrägbalken weisen auf die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Wied. Die Gerichtslinde verkörpert das ehemalige Gericht in Puderbach. Die Ruine zeigt den ehemaligen Wohnturm der Burg Reichenstein bei Puderbach.

Das Wappen ist rechtsgültig seit dem 20. Oktober 1971.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neuwied an der Bundesautobahn 3. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof ist in Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Die Entfernung zum Bahnhof Altenkirchen(Westerwald) beträgt ca. 12 Kilometer, zum Bahnhof Au (Sieg) an der Siegstrecke ca. 23 Kilometer.

Puderbach liegt an der Eisenbahnstrecke Holzbachtalbahn (Altenkirchen-Flammersfeld-Puderbach-Selters-Siershahn), auf der seit 1984 keine Personenzüge mehr im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) verkehren. Da 2006 der Güterverkehr auf der Holzbachtalbahn wieder aufgenommen wurde, ist die Strecke in gutem Zustand und durchgehend befahrbar, daher finden dort jährlich Sonderfahrten mit Schienenbussen durch den Verein Brexbachtalbahn e. V. statt.

Holzbachtalschule Puderbach
Der Bahnhof Puderbach im Jahre 2024

Bildung

Das Schulzentrum in Puderbach ist Standort einer Realschule plus und einer Grundschule.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Albert Hardt: Vom Holzbach zur Wied. Geschichte des Puderbacher Landes. Neuwieder Verlags-Ges., Neuwied 1992.
Commons: Puderbach – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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