DVG GT 10 NC-DU

Triebwagen-Type der Duisburger Straßenbahn From Wikipedia, the free encyclopedia

Der GT 10 NC-DU ist ein zehnachsiger Triebwagentyp der Straßenbahn der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG). Ihm zu Grunde liegt die achtachsige Ursprungsausführung GT 8 NC-DU. Dieser Gelenkwagen ist eine für das Duisburger Schienennetz entworfene Spezialanfertigung mit einer geringen Wagenkastenbreite von 2,2 Metern.

Schnelle Fakten
DVG GT 10 NC-DU
GT 10 NC-DU Nummer 1029 in Duisburg-Marxloh
GT 10 NC-DU Nummer 1029 in Duisburg-Marxloh
GT 10 NC-DU Nummer 1029 in Duisburg-Marxloh
Nummerierung: 1001–1045
Amsterdam: 997–999
Anzahl: 45
Hersteller: DUEWAG
Baujahr(e): 1986–1993
(als GT 8 NC-DU)
Ausmusterung: ab 2016
Achsfolge: B’ 2 2 2 B’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 32.640 mm
Breite: 2200 mm
Höhe: 3075 mm[1]
Drehzapfenabstand: 6200 mm +
6200 mm +
7000 mm +
6200 mm[1]
Drehgestellachsstand: 1800 mm[1]
Leermasse: 35,4 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
65 km/h in automatischer Linienführung (ALF)
Dauerleistung: 2×185 kW[1]
Stromsystem: 750 V=
Stromübertragung: Oberleitung
Sitzplätze: 62
Stehplätze: 114
Fußbodenhöhe: 780 mm (Hochflur)
280 mm (Niederflur)
Betriebsart: Zweirichtungswagen
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Entwicklung und Geschichte

Zur Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels in der Duisburger Innenstadt am 11. Juli 1992 wurde ein neuer Wagentyp benötigt. Die folgenden Grundeigenschaften sollten dabei zum Tragen kommen:

Der bereits seit Anfang der 1970er Jahre auf dem Markt erhältliche und bewährte Stadtbahnwagen N8C kam für das Duisburger Netz wegen seiner zu großen Breite von 2,3 Meter nicht in Frage. Der Grund für diese entscheidende Einschränkung lag in dem stellenweise geringen Gleismittenabstand und enger Gleisradien an diversen Stellen (u. a. in Ruhrort zwischen Karlstraße und Tausendfensterhaus entlang der Linie 901).

1984 wurde an die Waggonfabrik DUEWAG in Düsseldorf der Auftrag zum Bau der ersten 14 Fahrzeuge, noch in der ursprünglichen achtachsigen Version, erteilt. Das Aussehen lehnt sich stark an die Stadtbahnwagen des Typs B80C an. Das Fahrzeug verfügt jedoch im Vergleich zu diesen über zwei Gelenke anstatt eines. Durch die Verwendung flacherer Drehgestelle, die von Waggon Union zugeliefert wurden, konnte die Fußbodenhöhe zehn Zentimeter niedriger als beim N8C ausgeführt werden.[1] Als weitere Hersteller waren Siemens (Nr. 1001 bis 1025) und ABB (Nr. 1026 bis 1045) für die elektrische Ausrüstung beteiligt.[1] Um die technischen Eigenschaften dieses Typs schon vorher im täglichen Einsatz testen zu können, wurde ein achtachsiger Gelenkwagen (Wagennummer 1000) aus dem Jahr 1966 nach einem Brandschaden mit einer Chopper-Steuerung versehen, 1994/95 folgte der Umbau zum Zweirichtungswagen mit neuen Stirnfronten. 1996 wurde dieser Wagen mit einem umgebauten GT8-Mittelteil mit Niederflur-Einstieg zum Zehnachser verlängert.

Im Jahr 1986 begann die Auslieferung der ersten Serie der GT 8 NC-DU (Wagennummern 1001–1014). Der Einsatz erfolgte zunächst auf den Linien 901 und 904, seltener auf der Linie 909. Mit der Stilllegung der Schleife Mülheim Rathaus im Jahr 1987 und Umwandlung in eine Stumpfendstelle wurde der Einsatz dieses Zweirichtungswagens auf der Linie 901 obligatorisch. Die Kehranlage am Zoo verlangte dann auch Zweirichtungswagen.

Nach der Eröffnung des Stadtbahntunnels in der Duisburger Innenstadt 1992 wurde das Modell das Standardfahrzeug für die Straßenbahnlinien 901, 902 und 903. Bereits kurze Zeit nach der Umstellung auf den GT 8 NC-DU machten sich massive Kapazitätsprobleme bemerkbar. So entschloss sich die DVG, die mittlerweile auf 45 Fahrzeugen angewachsene Flotte mittels eines Niederflur-Mittelteils zu verlängern.

Der Umbau begann 1996 mit Wagen 1045 und wurde in der Reihenfolge rückwärts bis zum Jahr 1997 durchgeführt. Die Wagenlänge betrug nun 32,64 Meter, die Bezeichnung änderte sich in GT 10 NC-DU (Gelenktriebwagen, 10-achsig, Normalspur, Chopper-Steuerung, Duisburger Sonderanfertigung). Die zulässige Höchstgeschwindigkeit sank durch diesen Umbau auf 60 km/h. Zuvor hatte diese wie bei den übrigen Mitgliedern dieser Fahrzeugfamilie bei 70 km/h gelegen. Der niederflurige Wagenteil ist länger als der hochflurige (7,0 statt 6,2 Meter Drehgestellmittenabstand der Jakobs-Drehgestelle).[1]

Ursprüngliche Ausführung des GT 8 NC-DU im Herbst 1992 im Betriebshof Grunewald

Auf Grund von Lieferschwierigkeiten des neuen Wagentyps Siemens Combino wurden die Wagen 1001, 1002 und 1003 von September 1999 bis Dezember 2002 nach Amsterdam ausgeliehen. Dort wurden die Wagen im aktiven Liniendienst der GVB eingesetzt, meist auf Linie 5, und waren als 997 bis 999 nummeriert. Eine weitere Leihe nach Graz ab Sommer 2007 wurde erwogen, kam aber nicht zustande.[1]

Wegen verschärfter Korrosionsprobleme wurden in den 2010er Jahren mehrere externe Anbieter mit Sanierungen oder Korrosionsbeseitigungen beauftragt, die jedoch keine langfristige Lösung darstellten. Der Mangel an einsatzfähigen GT 10 NC-DU führte jahrelang zu Fahrtausfällen in erheblichem Umfang bzw. Einschnitten im Fahrtenangebot. 2017 wurden als Ersatz Neufahrzeuge des Typs GT 8 ND bestellt. Bereits im März 2016 musste allerdings Triebwagen 1008 als erster GT 10 NC-DU ausgemustert werden, weil sich die Korrosionsschäden als irreparabel herausstellten. Ab 2019 erhöhte sich die Anzahl der Ausmusterungen pro Jahr stetig, während die Inbetriebnahme der GT 8 ND erst ab 2023 eine spürbare Linderung des Fahrzeugmangels brachte.[1] Am 15. April 2026 waren noch neun einsatzfähige GT 10 NC-DU verblieben.[2]

Modifikationen

Neben der bereits erwähnten Erweiterung zum Zehnachser wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Umbauten durchgeführt, hier eine nichtchronologische Auswahl:

  • Austausch der runden Scheinwerfer gegen quadratische Halogen-Scheinwerfer, sowie der einzelnen, runden Streugläser für Rück- und Bremslicht gegen quadratische LED-Leuchteinheiten (dauert an). Nach und nach wird auch die dritte, auf dem Dach befindliche, weiße Leuchte gegen weiße LED ausgetauscht.
  • Matrixanzeigen anstatt Rollbandanzeigen
  • Einbau von je einer Sitzbank mit drei Sitzen hinter den Fahrerkabinen
  • Digitale Haltestellenzeige im Hoch- und Niederflur-Mittelteil
  • Austausch der Kunstledersitze gegen Hartschalensitze (teilweise mit Stoffbezug)
  • Videoüberwachung

Wagenübersicht

Stand: Juni 2026

Weitere Informationen Wagen, Baujahr ...
WagenBaujahrAusmusterung Bemerkungen
1001 1986 1999–2002 nach Amsterdam ausgeliehen, dort Nr. 999; Einsatz nur auf der Straßenbahnlinie 903
1002 1986 Juli 2023 1999–2002 nach Amsterdam ausgeliehen, dort Nr. 998
1003 1986 Januar 2024 1999–2002 nach Amsterdam ausgeliehen, dort Nr. 997
1004 1986 Mai 2025 nach Unfall[1]
1005 1986 März 2024
1006 1986 Februar 2026
1007 1986 kein Einsatz zwischen DU-Zoo/Uni und Mülheim Hbf
1008 1986 März 2016 wegen Korrosionsschäden[1]
1009 1986 Mai 2020 nach Unfall[1]
1010 1986 Februar 2026 ab 2024 nur noch als Fahrschulwagen eingesetzt worden
1011 1986 Datum nicht bekannt
1012 1986 Februar 2025
1013 1986 Juni 2026 nach Entgleisung Ersatzteilspender
1014 1987 Dezember 2023 im November 2023 nach einem Unfall abgestellt
1015 1987 November 2025
1016 1987 November 2023 nach Unfall[1]
1017 1987 Dezember 2017 nach Unfall[1]
1018 1987
1019 1987 März 2019 nach Unfall unbeschädigter Kopfteil als Ersatz für beschädigten Kopfteil des Tw 1001 verwendet[1]
1020 1987 Juli 2025
1021 1987 August 2025
1022 1987
1023 1987 November 2025
1024 1987 November 2025
1025 1987 Oktober 2025 nach Unfall[1]
1026 1991 Februar 2026
1027 1991 kein Einsatz zwischen DU-Zoo/Uni und Mülheim Hauptbahnhof
1028 1991 kein Einsatz zwischen DU-Zoo/Uni und Mülheim Hbf
1029 1991 April 2024
1030 1991 Dezember 2025
1031 1991 Dezember 2025
1032 1991 Juli 2025
1033 1991 Januar 2026 nach Unfall[1]
1034 1991 Dezember 2025
1035 1991 Juni 2020
1036 1991 Mai 2024
1037 1991 Mai 2024
1038 1991 September 2020 nach Ausmusterung Übungsobjekt bei der Feuerwehr Duisburg Homberg[1]
1039 1991 Mai 2020
1040 1991 Januar 2026
1041 1993
1042 1993 kein Einsatz zwischen DU-Zoo/Uni und Mülheim Hbf
1043 1993 September 2025 nach Unfall[1] nach einem Unfall am 24. März 2025 abgestellt
1044 1993
1045 1993 März 2026 nach Unfall[1]
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Literatur

Einzelnachweise

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