Damian Scholl
deutscher Komponist
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Damian Scholl (* 1988 in Schweinfurt) ist ein deutscher Komponist für zeitgenössische Musik und Filmmusik.
Leben
Bereits während seiner Schulzeit spielte Damian Scholl in mehreren Ensembles Geige und Bratsche, für die er auch eigene Stücke komponierte. Von 2008 bis 2013 studierte Scholl an der Universität der Künste Berlin bei Walter Zimmermann und Daniel Ott, wobei er 2012 auch einen Auslandsaufenthalt in Glasgow am Royal Conservatoire of Scotland absolvierte. Es folgte ein Studium der Filmmusik an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, das Scholl mit dem Master abschloss.
Seit den 2010er Jahren ist Scholl sowohl im Bereich der zeitgenössischen Musik als auch der Filmmusik tätig.
Werk
Damian Scholl[2] komponiert Filmmusiken, aber auch Werke für Soloinstrumente in verschiedenen Ensemblebesetzungen und Konzerte für Orchester. Kompositionsaufträge erhielt er u. a. vom Deutschlandfunk, dem WDR Funkhausorchester, dem Deutschen Musikrat, und von Festivals wie den Ludwigsburger Schlossfestspielen und dem Kissinger Sommer.[3]
2015 gewann Scholl den 1. Preis beim Deutschen Musikwettbewerb für Ghostbird, eine Komposition für Violine, Klarinette und Klavier. Gemeinsam mit dem Filmkomponisten Ulrich Reuter schrieb Scholl die Musik für Andres Veiels Dokumentarfilm Beuys, der 2017 auf der im Rahmen des offiziellen Wettbewerbs der Berlinale uraufgeführt wurde. Für diese Musik wurden beide Komponisten 2017 für den Deutschen Filmmusikpreis sowie 2018 für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Beste Filmmusik“ nominiert.[4] 2025 erhielt Scholl den 1. Preis beim Mauricio Kagel Kompositionswettbewerb für sein Werk Love Songs für Klavier zu acht Händen.[5]
2019 wurde beim Kissinger Sommer Scholls Oper Orfeo Reflections uraufgeführt, eine Neufassung der Oper Orfeo ed Euridice von Christoph Willibald Gluck[6] mit Lena Belkina in der Rolle des Orfeo.
Weitere Arbeiten umfassen die Musik zu Filmen wie Beyond the Visible - Hilma af Klint[7] sowie Plastic Fantastic[8], für den er 2023 beim DOK.fest München für die beste Filmmusik in einem Dokumentarfilm nominiert wurde. 2026 war Scholl in der Sektion Perspectives der Berlinale mit dem Spielfilm Der Heimatlose[9] vertreten.