Der Heimatlose
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Der Heimatlose (internationaler englischsprachiger Titel Trial of Hein) ist ein Filmdrama und das Spielfilmdebüt von Kai Stänicke. In dem Coming-of Age-Film mit Paul Boche, Philip Froissant, Emilia Schüle und Stephanie Amarell geht um einen Mann, der nach Jahren auf dem Festland in das auf einer Insel gelegene Dorf zurückkehrt, aus dem er stammt. Er wird dort von niemandem wiedererkannt, weshalb ein Dorfgericht einberufen wird, um die Identität des Mannes zu klären. Der Heimatlose feierte im Februar 2026 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin seine Premiere und soll Anfang August 2026 in die deutschen Kinos kommen.
| Film | |
| Titel | Der Heimatlose |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 122 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Kai Stänicke |
| Drehbuch | Kai Stänicke |
| Produktion | Andrea Schütte, Dirk Decker, Dario Suter |
| Musik | Damian Scholl |
| Kamera | Florian Mag |
| Schnitt | Susanne Ocklitz |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Nach 14 Jahren auf dem Festland kehrt Hein mit einem Boot in sein auf einer abgelegenen Nordseeinsel gelegenes Dorf zurück, das er seine Heimat nennt. Zu seiner Überraschung kann oder will ihn von der Dorfgemeinschaft keiner wiedererkennen, nicht seine Mutter, nicht seine Schwester Heide und auch nicht sein Kindheitsfreund Friedemann, obwohl sie einst unzertrennlich waren.
Um herauszufinden, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt, wird ein Dorfgericht ins Leben gerufen. An drei Gerichtstagen hat Hein die Chance, zu beweisen, dass er kein Schwindler ist. Dabei muss er sich verschiedenen Prüfungen stellen.[1][2]
Produktion
Regie und Drehbuch

Regie führte Kai Stänicke, der auch das Drehbuch schrieb. Er studierte Filmwissenschaft, absolvierte ein Praktikum im Produktionsmanagement bei X Filme Creative Pool in Berlin und arbeitete anschließend als Regieassistent. Er entwickelte Der Heimatlose im Rahmen der Berlinale Talents Script Station.[1] Es handelt sich nach sieben Kurzfilmen um Stänickes Spielfilmdebüt.[3]
Stänicke stammt aus einer kleinen Stadt im Sauerland und zog nach seinem Studium nach Berlin.[4] Die Idee zu der Geschichte sei im Gefühl entstanden, wie er es hatte, als er aus Berlin in seinen Heimatort zurückkehrte, so der Regisseur. Immer wenn er zurückkam in diese Stadt, habe es sich für ihn so angefühlt, als wäre das ein anderes Leben gewesen, das er dort geführt hatte und als könnte er nicht mehr zurück in dieses Leben. Aus diesem Gefühl sei die Grundidee der Geschichte entstanden. Später, als er älter wurde und auf die Kindheit und Jugend zurückblickte, habe er oft das Gefühl gehabt, dass er nicht in dieser kleinen Stadt er selbst sein konnte und dass es Teile von ihm gibt, die er erst akzeptieren konnte, als er dort wegzog.[3]
Der Heimatlose sollte nach Stänickes Aussage etwas märchenhaftes haben und ein historisches Setting mit einem parabelhaften Charakter aufweisen. Er entschied sich dafür die Häuser des Dorfes nur als Kulissen zu zeigen, wie es auf einer Theaterbühne üblich ist.[4]
Besetzung
Paul Boche, in der Vergangenheit überwiegend als Model tätig, spielt den Heimkehrer Hein.[4] Als Kind wird er von Frederick Lepthie verkörpert, als Jugendlicher von Emil Hauß. Emilia Schüle spielt Greta und Philip Froissant Heins besten Freund Friedemann vor seinem Weggang aus dem Dorf.[4] Stephanie Amarell ist in der Rolle von Heins viele Jahre jüngerer Schwester Heide zu sehen.[5] Augustin Kramann spielt den Bootsführer, der Hein in seinem kleinen Segelboot auf die Insel übersetzt. Das Casting übernahmen Liza Stutzky und Andrea Rodríguez.
Filmförderung und Dreharbeiten
Der Film erhielt von der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein eine Produktionsförderung in Höhe von 560.000 Euro, vom Deutschen Filmförderfonds in Höhe von 428.800,00 Euro, von der Nordmedia in Höhe von 90.000 Euro und weitere 50.000 Euro von HessenFilm und Medien.
Die Dreharbeiten fanden von Mitte September bis Ende Oktober 2024 auf Sylt und Norderney statt.[3] Alles, was im Inneren der Insel spielt, wurde auf Norderney gedreht, alle Szenen, die am Meer spielen, auf Sylt.[3] Die Kulissen wurden auf einem Zeltplatz auf Norderney errichtet.[4] Das Dorf wurde lediglich als vordergründige Kulisse errichtet, die Häuser ohne Dach und nur mit minimalstem Interieur eingerichtet.[2] Als Kameramann fungierte Florian Mag.
Veröffentlichung
Die Premiere des Films war am 13. Februar 2026 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo er die Sektion Perspectives eröffnete.[1] Im April 2026 wurde er im Rahmen der Reihe New Directors / New Films, einem gemeinsamen Filmfestival des New Yorker Museum of Modern Art und der Film Society of Lincoln Center, vorgestellt.[6] Ende April, Anfang Mai 2026 wird er beim Lichter Filmfest Frankfurt International gezeigt.[7][8] Am 6. August 2026 soll der Film in die deutschen Kinos kommen.[9] Heretic sicherte sich die US-Rechte an Der Heimatlose.[10]
Rezeption
Kritiken
Manuel Schubert beschreibt den Film in der taz als eine frappierende Kreuzung aus filmischer und theatraler Form. Entweder man steige sehr rasch aus oder man folge diesem Szenario fasziniert, und dranzubleiben bedeute, sich von einem unterschwelligen Suspense anstecken zu lassen. Kai Stänicke verweigere für die längere Zeit des Films eine klare Erkennbarkeit dessen, was diese Story wirklich ist und wohin sie führen wird. So sei Der Heimatlose ein spannendes Spiel mit Erwartungshaltungen, Vermutungen und Vorverurteilungen.[2]
Auszeichnungen
Internationale Filmfestspiele Berlin 2026
- Auszeichnung mit dem Jury Award beim Teddy Award
Weblinks
- Der Heimatlose bei IMDb
- Der Heimatlose bei crew united
- Der Heimatlose / Trial of Hein im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin