Daniel Hagari

Israelischer Offizier From Wikipedia, the free encyclopedia

Daniel „Dani“ Hagari (hebräisch דניאל "דני" הגרי; * 1976 in Tel Aviv) ist ein israelischer Flottillenadmiral (Tat-Aluf). Er war von 2023 bis 2025 Sprecher der israelischen Streitkräfte.

Daniel Hagari (2023)

Karriere

Hagari erwarb einen Bachelor in Philosophie und einen Master-Abschluss in Diplomatie und Verteidigung an der Universität Tel Aviv. Er trat 1995 in die israelischen Streitkräfte (IDF) ein und meldete sich freiwillig für den Dienst in der Spezialeinheit Schajetet 13 der israelischen Marine.[1] Von 2012 bis 2014 war er Büroleiter des Generalstabschefs Benny Gantz und von 2016 bis 2019 Assistent des Generalstabschefs Gadi Eizenkot. Später kehrte er in den Dienst bei der Marine als Kommandeur der Einheit Schajetet 13 zurück. Hagari wurde später Chef für Marine-Operationen im Generalstab der Marine.[2]

Im Oktober 2023 wurde Hagari vom Generalstabschef Herzi Halewi als Nachfolger von Brigadegeneral Ran Kochav zum IDF-Pressesprecher ernannt. Hagaris Ernennung entspricht der israelischen Praxis, nach der hochrangige Militärs und nicht zivile Journalisten die IDF-Kommunikationseinheit leiten.[1]

In Hagaris Zeit als IDF-Sprecher fiel der Terrorangriff der Hamas vom Oktober 2023 und der darauffolgende Gaza-Krieg.[3]

Im Juni 2024 tat Hagari seine Meinung kund, die Hamas sei eine Idee, welche sich nicht zum Verschwinden bringen lasse. (“Hamas is an idea, (…) Whoever thinks that it's possible to make it disappear is mistaken.”)[4] Auch sei es nicht möglich, alle israelischen Geiseln der Hamas durch Militäroperationen zu retten.[5] Die Hamas sei nicht nur eine islamistische Terrormiliz, sondern als Idee und Partei in den Herzen der Menschen verwurzelt. „Wer glaubt, wir könnten die Hamas ausschalten, der irrt sich.“[6] Wenn die israelischen Verantwortlichen keinen Plan hätten, wie der Gazastreifen nach dem Kriegsende regiert und versorgt werden solle, „werden wir im Endeffekt die Hamas haben“.[5]

Im Dezember 2024 wurde Hagari von Generalstabschef Herzl Halevi wegen Überschreitung seiner Befugnisse bei einem Pressebriefing gerügt. Hagari hatte einen im Anschluss an die in Israel als „BibiLeaks“ bekannte Bild-Zeitungs-Affäre[7] erstellten Gesetzesentwurf in der Knesset kritisiert, der Militärmitarbeitern, die geheime Informationen an den Premierminister weitergeben, Immunität gewähren würde, und dies als Gefahr für die Staatssicherheit und die israelischen Streitkräfte bezeichnet.[8][9][10] Hagari entschuldigte sich später.[9]

Am 9. März 2025 trat Hagari von seinem Posten zurück.[10] Nach dem Angriff auf den Iran im Juni 2025 kehrte er temporär zum Sprecherbüro zurück, trat aber nicht öffentlich in Erscheinung.[11][12]

Der Zeit-Redakteur Paul Middelhoff überschrieb sein Porträt über Hagari im April 2024 mit den Worten „Das Gesicht des Krieges“. Hagari habe als Militärsprecher der Welt Israels Blick auf den Krieg präsentiert und einen Teil seiner Aufgabe darin gesehen, das Vertrauen der Israelis durch Medienarbeit wiederzugewinnen, nachdem es der Armee nicht gelungen sei, das Land vor dem Terrorangriff der Hamas zu schützen.[13] Laut tagesschau.de war er „für viele die zuverlässigste Quelle für Informationen über den Kriegsverlauf“.[10] In einem Meinungsbeitrag in Haaretz schrieb Gideon Levy am 9. März, die Aufgabe der Armeesprecher und namentlich die von Hagari sei, „die Verbrechen der Armee zu vertuschen“. Jahrzehntelang habe er, Levy, nicht eine ehrliche Antwort von ihnen erhalten, und Hagari habe ebenso exzellent geleugnet und gelogen wie seine Vorgänger.[14]

Familie

Ein Großvater Hagaris kam aus Berlin-Charlottenburg. Er war vor dem Zweiten Weltkrieg vor den Nationalsozialisten geflohen und nach Palästina emigriert.[13] Hagari wuchs in Tel Aviv mit zwei Brüdern auf.[15] Er ist verheiratet und hat vier Kinder.[1]

Commons: Daniel Hagari – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI