Dario Seifert
deutscher Politiker (Alternative für Deutschland)
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Dario Seifert (geboren am 2. April 1994 in Recklinghausen) ist ein deutscher Politiker (Alternative für Deutschland, ehemals Junge Nationaldemokraten) und seit 2025 Mitglied des Bundestages. Seit 2026 ist er Generalsekretär der AfD Mecklenburg-Vorpommern.[1]
Partei
Junge Nationaldemokraten (JN)
Von 2012 bis 2014 war Seifert Mitglied der Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der NPD. Im Jahr 2014 nahm er an einem „Trauermarsch“ der NPD für die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges in Stralsund teil.[2] Die Neue Zürcher Zeitung nannte ihn 2025 den „Mann, der einmal ein Neonazi war“.[3] Seifert war Gründungsvorsitzender der Jungen Alternative in Mecklenburg-Vorpommern.[4]
Alternative für Deutschland (AfD)
Seifert ist Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD). 2019 zählte Die Welt ihn zu einem innerparteilichen Kreis von „Rot-Kreuz-Trägern“, einer völkischen Gruppierung, deren Erkennungszeichen ein Jakobskreuz sei.[5]
Nach NDR-Informationen wollte ihn AfD-Landeschef Leif-Erik Holm wegen „zu großer Nähe zu Rechtsextremen“ aus der Partei ausschließen lassen, er erreichte eine zweijährige Ämtersperre gegen Seifert ab Februar 2024 für parteiinterne Funktionen.[4][6] Vorwürfe, sich nicht ausreichend vom Rechtsextremismus abgegrenzt zu haben, wies Seifert gegenüber der dpa als „völlig haltlos“ zurück.[1]
Im Mai 2026 wählten die Delegierten eines AfD-Landesparteitags in Grimmen Seifert ohne Gegenkandidaten mit knapp 92 Prozent zum Generalsekretär des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern.[1] Das Amt war neu geschaffen worden und sollte nach Angaben seines Büros Kommunikation, Kampagnenfähigkeit und Organisation des Landesverbands stärken.[1] Seiferts Wahl erfolgte auf demselben Parteitag, auf dem der Landesverband sein als „Regierungsprogramm“ bezeichnetes Wahlprogramm für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 einstimmig beschloss.[1] Im Zusammenhang mit der Wahl bezeichnete Holm Seiferts frühere Mitgliedschaft in der NPD-Jugendorganisation als „jugendliche Verirrung“, während Seifert selbst darauf verwies, dass „gewisse Sachen“ lange zurücklägen.[7]
Politik
Kommunalpolitik
Im Jahr 2019 wurde Dario Seifert für die AfD in den Kreistag des Landkreises Vorpommern-Rügen gewählt.[8] Dort gehörte er vor dem Hintergrund innerparteilicher Konflikte zwischen Dennis Augustin und Leif-Erik Holm[9] zunächst einer der beiden AfD-Fraktionen an,[10][11] ab Oktober 2020 der gemeinsamen Fraktion. Im Jahr 2024 wurde Seifert wieder in den Kreistag Vorpommern-Rügen gewählt. Zudem zog er im Juli 2024[12] für die AfD in die Stralsunder Bürgerschaft ein.[13][14] Er ist erster stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kreistag Vorpommern-Rügen und Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Stralsunder Bürgerschaft.[15][16]
Deutscher Bundestag
Zur Bundestagswahl 2021 wollte ihn der AfD-Kreisvorstand Vorpommern-Rügen als Kandidat im Bundestagswahlkreis Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I aufstellen lassen,[17] die parteiinterne Kandidatur scheiterte gegen Leif-Erik Holm mit 49:51 Stimmen.[18]
Bei der Bundestagswahl 2025 zog er über das Direktmandat (37,3 Prozent der Erststimmen) des Bundestagswahlkreises Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I in den 21. Deutschen Bundestag ein.[19]
Im 21. Deutschen Bundestag ist Seifert Mitglied folgender Gremien: Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Tourismus sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.[20]
Privates
Seifert wurde in Recklinghausen geboren und wuchs auf Rügen auf. Er lernte Kaufmann für Bürokommunikation bei Sixt SE in Rostock und lebt seit etwa 2014 in Stralsund. Er hat einen Sohn.[10]
Weblinks
- Persönliche Website
- Dario Seifert auf abgeordnetenwatch.de
- Dario Seifert auf der Website des Deutschen Bundestages