Silberg (Dautphetal)

Ort in der Gemeinde Dautphetal From Wikipedia, the free encyclopedia

Silberg (mundartlich Sillverich oder Sillberch) ist ein Dorf im Hessischen Hinterland und als solches ein Ortsteil der Gemeinde Dautphetal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Schnelle Fakten Gemeinde Dautphetal ...
Silberg
Gemeinde Dautphetal
Wappen von Silberg
Koordinaten: 50° 51′ N,  30′ O
Höhe: 330 (330–370) m ü. NHN
Fläche: 4,5 km²[1]
Einwohner: 429 (2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06468
Karte
Lage von Silberg in der Gemeinde Dautphetal
Die Gemeinde Dautphetal mit Silberg im Nordwesten
Die Gemeinde Dautphetal mit Silberg im Nordwesten
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Geographie

Silberg liegt im Westen des Landkreises Marburg-Biedenkopf auf ca. 330–370 m ü. NN in den Ausläufern des Rheinischen Schiefergebirges. Die Stadt Biedenkopf ist etwa 7,8 km entfernt und Dautphe etwa 2,3 km.

Silberg liegt im Naturraum Breidenbacher Grund, der sich im Norden des Gladenbacher Berglandes befindet, am Schwindelbach, der über den Fortbach nach Osten und damit von links in die Dautphe entwässert. Nördlich schließt sich das große Waldgebiet um den Schwarzenberg an.

Geschichte

Von den Anfängen bis zur Gebietsreform in Hessen

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Silberg erfolgte unter dem Namen Sulberg im Jahr 1339 in einem Nassau-Dillenburger Mannbuch.[1] Der Ort gehörte, als Teil des Gerichts Dautphe im Amt Biedenkopf, bis 1567 zur Landgrafschaft Hessen, von 1567 bis 1604 zu Hessen-Marburg. Die Herren von Hohenfels waren Lehnsinhaber in der Region. Von 1604 bis 1627 war die Vorherrschaft über das Amt Biedenkopf zwischen der Landgrafschaft Hessen-Kassel und der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt strittig, von 1627 bis 1806 gehörte das Amt Biedenkopf mit Silberg zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt bzw. nach 1806 zum Großherzogtum Hessen und ab 1866 zur preußischen Provinz Hessen-Nassau.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Silberg:

„Silberg (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialderf; liegt 234 St. von Gladenbach, hat 33 Häuser und 192 Einwohner, die alle evangelisch sind. Hier ist auf dem Schwarzenstein ein Kupferbergwerk, die Ludwigsgrube genannt, das auf Staatskosten betrieben wird, aber jetzo in Zubuße stehet und namentlich im Jahr 1827 einen Verlust von 2153 fl. brachte. Dieses Werk, das fast ausgebaut ist, liefert edle Kupferkiese und Buntkupfererze, die sobald einige hundert Centner beisammen sind, in der Kupferhütte zu Breidenbach geschmolzen werden. Diese Ludwigsgrube war lange Zeit der Hauptgegenstand des Bergbaus der Breidenbacher Gewerkschaft. Im Jahr 1731 wurde in der Gegend nach Stahlstein geschürft. Der frühere Namen war Sulberg.“[3]

Seit der hessischen Gebietsreform 1974 ist Silberg Teil der Großgemeinde Dautphetal im seitdem bestehenden Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen. Silberg war stets von der Landwirtschaft geprägt, aber Bergbau wurde auch im Dorf betrieben. Der Bergbau ist seit 1562 im Dorf belegt und der Kupfererzbergbau gewann vor allem von 1730 bis 1820 an Bedeutung. In diesem Zeitraum durchlief Silberg einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Gebietsreform

Zum 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Silberg im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit 11 weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Dautphetal zusammengeschlossen.[4][5] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Dautphe. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Dautphetal wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung[6] eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen ilberg angehört(e):[1][7][8]

Einwohnerentwicklung

Einwohnerstruktur

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Silberg 450 Einwohner, darunter 6 Ausländer (1,3 %). Nach dem Lebensalter waren 90 Einwohner unter 18 Jahren, 181 zwischen 18 und 49, 72 zwischen 50 und 64 und 99 Einwohner älter.[14] Die Einwohner lebten in 168 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 48 Paare ohne Kinder und 66 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 36 Haushalten lebten ausschließlich Senioren, während in 99 Haushaltungen nur Menschen unter 65 wohnten.[14]

Einwohnerzahlen

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1577:011 Hausgesesse
 1630:012 Hausgesesse (8 zweispännige, l einspännige Ackerleute, 2 Einläuftige).
 1677:012 Hausgründe, 3 ledige Personen.
 1742:028 Haushalte
 1791:115 Einwohner[15]
 1800:156 Einwohner[16]
 1806:163 Einwohner, 24 Häuser[12]
 1829:192 Einwohner, 33 Häuser[3]
Silberg: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
 
115
1800
 
156
1806
 
163
1829
 
192
1834
 
207
1840
 
215
1846
 
227
1852
 
226
1858
 
237
1864
 
209
1871
 
208
1875
 
260
1885
 
236
1895
 
243
1905
 
278
1910
 
292
1925
 
324
1939
 
321
1946
 
477
1950
 
443
1956
 
408
1961
 
380
1967
 
388
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
450
2016
 
457
2018
 
433
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; nach 1970: Gemeinde Dautphetal (webarchiv); Zensus 2011[14]

Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1826:192 evangelische (= 100 %) Einwohner[3]
 1885:231 evangelische (= 97,88 %), keine katholischen, 5 anderes konfessionelle christliche (= 2,12 %) Einwohner
 1961:316 evangelische (= 83,16 %), 59 römisch-katholische (= 15,53 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1867:Erwerbspersonen: 62 Landwirtschaft, l Erziehung und Unterricht.
 1961:Erwerbspersonen: 108 Land- und Forstwirtschaft, 101 produzierendes Gewerbe, 16 Handel und Verkehr, 8 Dienstleistungen und sonstiges.

Politik

Ortsbeirat

Der Ortsvorsteher von Silberg ist zurzeit Harald Velte.

Wappen und Flagge

Hiss- und Bannerflagge

Am 26. August 1956 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:

Wappen von Silberg
Wappen von Silberg
Blasonierung: „In Silber aus einem grünen, mit einem silbernen Kleeblatt belegten Dreiberg wachsend ein offenes rotes Flügelpaar.“[17]
Wappenbegründung: Das Wappen vereinigt drei Elemente in sich. Ein rotes Flügelpaar weist auf das Wappen der Herren von Hohenfels hin. Mit dem Flügelpaar ist ein Dreiberg verbunden, der als redendes Element die Silbe „-berg“ des Ortsnamens darstellt. Der grüne Dreiberg ist mit einem silbernen Kleeblatt belegt.

Die anlässlich der 675-Jahr-Feier entstandene, nichtamtliche Dorfflagge ist zweigeteilt von Rot und Weiß; das Wappen ist in der Mitte aufgelegt.

Freizeit und Erholung

  • Radwander- und Wandermöglichkeiten
  • Freibäder in umliegenden Orten

Literatur

Fußnoten

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