Wolfgruben (Dautphetal)

Ort in der Gemeinde Dautphetal From Wikipedia, the free encyclopedia

Wolfgruben (mundartlich Woulfgruwwe) ist ein Dorf im Hessischen Hinterland und ein Ortsteil der Gemeinde Dautphetal im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Es ist über die Gewerbesiedlung Wilhelmshütte mit Dautphe, dem Hauptortsteil der Gemeinde, zusammengewachsen.

Schnelle Fakten Gemeinde Dautphetal ...
Wolfgruben
Gemeinde Dautphetal
Wappen der ehemaligen Gemeinde Wolfgruben
Koordinaten: 50° 52′ N,  33′ O
Höhe: 267 (250–300) m ü. NHN
Fläche: 2,14 km²[1]
Einwohner: 648 (2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 303 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35232
Vorwahl: 06461
Karte
Lage von Wolfgruben in Dautphetal
Bild von Wolfgruben
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Geographische Lage

Die Ortschaft Wolfgruben liegt auf einer rechten, westlichen Niederterrasse des Lahntals und an den auslaufenden Hängen eines hier einmündenden Seitentales. Wolfgruben liegt etwa 5 km südlich der ehemaligen Kreisstadt Biedenkopf und etwa 17 km nordwestlich des regionalen Oberzentrums Marburg. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 453 von Biedenkopf nach Gladenbach. Die Gemarkung liegt überwiegend in den Naturräumen Oberes Lahntal und Breidenbacher Grund und umfasst eine Fläche von 214 Hektar, davon sind in den Höhenlagen 85 Hektar bewaldet (Stand: 1961). Die höchsten Erhebungen sind der Beilstein mit 461 m und Das Roth mit 378 m, während der höchste Punkt bei etwa 500 m liegt und den östlichen Ausläufer des Nimerich darstellt.

Der alte Ortskern liegt südwestlich der Bundesstraße 453 auf einer Höhe von etwa 257 m und schmiegt sich senkrecht zur heutigen Hauptsiedlungsachse an den Nordhang des Roths. Er umfasst in etwa die Straßen Haselheide, Am Roten Weg und Bornwiese. Mit dem Bau der Straße von Biedenkopf über Gladenbach und die Zollbuche nach Gießen sowie der Wilhelmshütte verlagerte sich die Siedlungsentwicklung entlang der ‚alten Chaussee‘.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Wolfgruben erfolgte unter dem Namen de Wolfgruben im Jahr 1299.[1] Im Jahr 1465 gehörte es zum Amt Biedenkopf, zunächst in der Landgrafschaft Hessen, später in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und danach im Großherzogtum Hessen.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Wolfgruben:

„Wolfgruben (L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt an der Lahn, so wie an der von Biedenkopf nach Giessen ziehenden Chaussee und 4 St. von Battenberg. Der Ort hat 30 Häuser und 138 Einwohner, die außer einem Katholiken evangelisch sind. Wolfgruben gehörte im 15. Jahrhundert wahrscheinlich zum Kirchengebiet von Dautphe.“[3]

Seit 1867 war Wolfgruben eine Gemeinde im Kreis Biedenkopf in der Provinz Hessen-Nassau des Königreichs Preußen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wolfgruben im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit 11 weiteren Gemeinden kraft Landesgesetz zur neuen Großgemeinde Dautphetal zusammengeschlossen.[4][5] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Dautphe. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Dautphetal wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnungeingerichtet.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Wolfgruben angehört(e):[1][7][8]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wolfgruben 642 Einwohner. Darunter waren 90 (14 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 123 Einwohner unter 18 Jahren, 276 zwischen 18 und 49, 117 zwischen 50 und 64 und 126 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 243 Haushalten. Davon waren 51 Singlehaushalte, 75 Paare ohne Kinder und 84 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 48 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 156 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.[14]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1577:9 Hausgesesse
 1630:7 Hausgesesse (1 dreispänniges, 2 zweispännige, 4 einspännige Ackerleute).
 1677:11 Hausgründe, 1 Witwe, 1 ledige Personen.
 1742:75 Haushalte
 1791:126 Einwohner[15]
 1800:115 Einwohner[16]
 1806:123 Einwohner, 23 Häuser[12]
 1829:138 Einwohner, 30 Häuser[3]
Wolfgruben: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
 
126
1800
 
115
1806
 
123
1829
 
138
1834
 
194
1840
 
246
1846
 
240
1852
 
215
1858
 
249
1864
 
235
1871
 
236
1875
 
247
1885
 
236
1895
 
237
1905
 
267
1910
 
300
1925
 
290
1939
 
344
1946
 
557
1950
 
520
1956
 
479
1961
 
486
1967
 
488
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2008
 
666
2011
 
642
2016
 
661
2018
 
640
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; nach 1970: Gemeinde Dautphetal (webarchiv); Zensus 2011[14]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1829:137 evangelische, ein römisch-katholischer Einwohner.[3]
 1885:235 evangelische (= 100 %) Einwohner
 1961:406 evangelische (= 83,54 %), 59 römisch-katholische (= 12,14 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1867:Erwerbspersonen: 51 Landwirtschaft, 26 Bergbau und Hüttenwesen, 9 Gewerbe und Industrie, 2 Verkehr, 1 Erziehung und Unterricht.
 1961:Erwerbspersonen: 48 Land- und Forstwirtschaft, 131 produzierendes Gewerbe, 35 Handel und Verkehr, 24 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Wappen

Am 29. September 1964 wurde der Gemeinde Wolfgruben im damaligen Landkreis Biedenkopf, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Von Gold und Grün im Querschnitt einer Grube geteilt. In dieser ein roter Wolf. Im Schildfuß ein silberner Wellenbalken.[17]

Ortsbeirat

Der aus 3 Mitgliedern bestehende Ortsbeirat wird seit 2026 von Ortsvorsteher Michael Walter (BLW) angeführt.

Literatur

Commons: Wolfgruben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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