Death Wish (2018)

Film von Eli Roth (2018) From Wikipedia, the free encyclopedia

Death Wish ist ein US-amerikanischer Actionfilm von Eli Roth aus dem Jahr 2018 mit Bruce Willis in der Hauptrolle. In dem Film greift ein Mann zur Selbstjustiz, nachdem die Polizei einen brutalen Überfall auf seine Familie nicht aufklären kann. Der Film ist ein Remake von Ein Mann sieht rot von 1974 mit Charles Bronson.[2][3]

TitelDeath Wish
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2018
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Death Wish
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2018
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Eli Roth
Drehbuch Joe Carnahan
Produktion Roger Birnbaum
Musik Ludwig Göransson
Kamera Rogier Stoffers
Schnitt Mark Goldblatt
Besetzung
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Handlung

Dr. Paul Kersey lebt mit seiner Frau Lucy und seiner Tochter Jordan in Chicago und arbeitet als Unfallchirurg in einem Krankenhaus. Ein Angestellter des Parkdienstes erfährt nach einem Mittagessen der Kerseys von einer gemeinsamen Verabredung. Er holt das Auto der Kerseys und fotografiert dabei die Adresse der Familie vom Navigationssystem ab. In der Nacht, in der die Kerseys eigentlich ausgehen wollen, wird Paul unvorhergesehen zur Arbeit gerufen. Jordan und Lucy sind allein im Haus, als drei maskierte Männer in das Haus eindringen.

Während Paul in der Notaufnahme arbeitet, erfährt er von zwei neuen Notfällen. Bei den mit Schussverletzungen eingelieferten Frauen handelt es sich um seine Frau und seine Tochter. Lucy erliegt ihren Verletzungen, seine Tochter liegt nach einer Notoperation im Koma. Bei der Befragung durch Detective Raines und dessen Kollegin ist auch Pauls Bruder Frank anwesend. Sie erfahren, dass in den vergangenen neun Monaten sechs weitere Einbrüche in der Nachbarschaft der Kerseys stattgefunden haben und keiner der Anwohner darüber informiert wurde.

Empört darüber, dass die Polizei nicht in der Lage ist, das Verbrechen aufzuklären, versucht Paul selbst die Einbrecher zu finden. Paul besorgt sich deshalb eine Waffe. Kurz darauf kann er eine Entführung verhindern, von der ein Video ins Netz gestellt wird. Durch diese und weitere Taten wird Paul als Chicagos „Sensenmann“ bekannt.

Später entdeckt Paul seine gestohlene Uhr am Handgelenk des Parkplatzwächters wieder, als dieser mit einer Schussverletzung ins Krankenhaus eingeliefert wird. Paul nimmt die Uhr und das Handy an sich. Er entdeckt ein Foto auf dem Handy mit seiner Adresse und einen Text mit der Aufforderung, sich in einer Bar in der Vorstadt zu treffen. In dieser Bar trifft Paul den Besitzer und behauptet, dass er von Miguel geschickt wurde. Dieser ruft einen Freund an und greift anschließend zu seiner Waffe. Während der folgenden Auseinandersetzung erfährt Paul, dass Lucys Mörder angeblich ein Automechaniker einer nahegelegenen Karosseriewerkstatt ist. Der Barbesitzer und sein Kumpan werden getötet. In der Werkstatt trifft Paul auf den Mechaniker, der gerade unter einem Auto arbeitet. Als Paul den Mann foltert, behauptet dieser, dass nicht er, sondern sein Anführer, Knox, Lucy erschossen hat.

Nachdem er einen Anruf von einem unbekannten Anrufer abgelehnt hat, erhält Paul eine Nachricht mit der Warnung, dass die Polizei über seine Handlungen informiert wird, wenn er den nächsten Anruf nicht annimmt. Der Anrufer, Knox, befiehlt Paul, ihn in der Toilette eines Nachtclubs zu treffen. Paul wählt Knox’ Telefonnummer und hört, wie es in einer Toilettenkabine klingelt. Er schießt durch die geschlossene Tür, nur um festzustellen, dass es eine List war. Knox erkennt, dass es sich bei dem Schützen um Paul handelt, und die beiden beginnen eine Schießerei, die mit der Flucht von Knox endet. Als Paul nach Hause kommt, entdeckt sein Bruder Pauls Waffensammlung und konfrontiert ihn damit, aber Paul besteht darauf, weiterhin die Stadt zu beschützen.

Kurze Zeit später informiert das Krankenhaus Paul, dass seine Tochter wieder zu Bewusstsein gekommen ist. Paul erfährt von ihr, was an dem Abend passiert ist und darf sie schließlich mit nach Hause nehmen. Als Knox und zwei seiner Schläger in Pauls Haus eindringen, versteckt Paul seine Tochter in einem Schrank unter der Treppe. Nachdem er die beiden Schläger getötet hat, geht Paul in den Keller, wo Knox aus der Dunkelheit auftaucht und Paul anschießt. Bevor Knox ihn töten kann, holt Paul ein Sturmgewehr aus einem Versteck und erschießt Knox. Der eintreffende Detective Raines vermutet, dass Paul der „Sensenmann“ ist, beschließt aber dies zu vertuschen.

Später setzt Paul Jordan an der Universität ab. Eine Stimme aus dem Radio hofft, dass der „Sensenmann“ – wo auch immer er ist – der Gesellschaft erhalten bleibt. In einer letzten Szene sieht Paul einen Mann, der einem Hotelpagen eine Tasche entwendet. Er zielt mit ausgestrecktem Daumen und Zeigefinger auf den Dieb und als die beiden Blickkontakt haben, signalisiert er mit einer Geste einen Pistolenschuss.

Entstehung und Veröffentlichung

Eli Roth führte Regie, das Drehbuch verfasste Joe Carnahan. Die Dreharbeiten fanden vom 24. September 2016 bis zum 29. Oktober 2016 in den USA und in Kanada statt.[4]

In den USA und in Kanada kam der Film am 3. März 2018 in die Kinos, deutscher Kinostart war am 8. März 2018.[5] Ursprünglich sollte der Film bereits am 22. November 2017 veröffentlicht werden,[6] doch im Oktober 2017 wurde bekannt gegeben, dass die Veröffentlichung auf den 2. März 2018 verschoben würde.[7] Spekulationen zufolge war ein Grund dafür der Massenmord in Las Vegas einige Tage zuvor.[8]

Der Film spielte bei Produktionskosten in Höhe von 30 Millionen US-Dollar am Eröffnungswochenende 13 Millionen US-Dollar ein. Die weltweiten Einnahmen betrugen bisher 33,5 Millionen US-Dollar.[9]

Kritiken

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 17 %[10]
Metacritic (Metascore) 31/100[11]
epd Film SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[12]
Cinema SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[13]
Filmstarts SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[14]
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Der Film erhielt überwiegend negative Kritiken. Auf Rotten Tomatoes heißt es als Fazit, der Film sei kaum mehr als eine „routinehafte Nacherzählung“, der die „Entschlossenheit“ und auch die „Überzeugung“ des Originals fehle.[15]

Im Lexikon des internationalen Films ist zu lesen, das Remake des „kontroversen Selbstjustiz-Thrillers“ von 1974 zeige „wenig Interesse“ daran, „den Stoff für die Gegenwart neu zu interpretieren“, und versage als „kalkulierte Provokation“ ebenso wie „als Übung, Empathie für die gewalttätige Wandlung der Hauptfigur zu wecken“.[16]

Wolfgang M. Schmitt dagegen interpretiert Death Wish gegen den Strich der gängigen Rezeption. Anstatt das Werk bloß als reaktionäre Propaganda für die Waffenlobby abzutun, liest er den Film als zynische, aber intelligente „Überaffirmation“ neoliberaler Theorien. Als Schlüsselmoment identifiziert er eine Szene, in der am Krankenbett der Tochter aus Milton Friedmans Positive Economics vorgelesen wird – dem Manifest der Chicagoer Schule, das die Privatisierung nahezu aller Lebensbereiche fordert. Regisseur Eli Roth nehme Friedmans Ideologie beim Wort und spiele sie radikal zu Ende: Wenn der Markt angeblich alles effizienter regelt als der Staat, warum dann nicht auch die Gewalt? Kersey vertraue dem staatlichen Gewaltmonopol nicht mehr und privatisiere folgerichtig die Justiz. Er betrete einen „Gewaltmarkt“, auf dem Waffen wie Lifestyle-Produkte beworben werden, und agiere dort als effizienter Unternehmer in eigener Sache. Schmitt zieht hierbei eine Parallele zum Schriftsteller Michel Houellebecq: Während dieser den Wirtschaftsliberalismus auf die Sexualität übertrage, wende Roth ihn auf die Gewalt an. Der Film zeige somit weniger den Triumph eines Helden, als vielmehr die düstere Vision einer „Zitadellengesellschaft“ (nach Erhard Eppler[17]), in der sich eine wohlhabende Oberschicht aufgrund enormer sozialer Ungleichheit vom Staat abwendet und militärisch selbst schützt.[18]

epd Film urteilte 2018, Roth inszeniere Garfields Roman, der durch Winners Thriller von 1974 für Diskussionen sorgte, mit so viel Affirmation, dass aus dem Rachedrama eine bitterböse Satire werde.[19]

Cinema kam zu dem Fazit: „Brutaler Amoklauf an der Grenze zur Groteske.“ Der persönliche Rachefeldzug sei ein beliebtes Motiv des Actionkinos. Dass ein Chirurg im OP-Saal Leben rette und auf der Straße das Gegenteil tue, klinge zwar zynisch und moralisch zweifelhaft, wie auch die Gewaltexzesse im Film, sei dabei aber kein Aufruf zur Selbstjustiz. Allenfalls finde der Zuschauer ein Ventil für seine eigene Ohnmacht und identifiziere sich mit einem (Anti-)Helden, der Dinge tue, die ihm verboten seien.[20]

Filmstarts befand, dass einen die „lieblos runtergerissene Neuauflage“ trotz der aktuell „aufgeheizten Situation“ kalt lasse. Dabei trete besonders die „Lustlosigkeit“ von Bruce Willis in der Hauptrolle zutage. Zwar bestehe die Aufgabe von Filmen wie Death Wish gerade darin, „zu schockieren, politisch querzuschießen, den guten Geschmack und das ethische Wohlbefinden des Publikums herauszufordern“, doch selbst auf dieser Ebene versage der Film, da Regisseur Roth zu lange „mit angezogener Handbremse“ agiere. Einzig einige „Modernisierungsideen“ wie die Ausschnitte mit realen Radiomoderatoren wird als gelungen empfunden.[21]

Einzelnachweise

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