Dechtow

Ortschaft im Land Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Dechtow ist ein Ortsteil der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Es liegt im flachen Land zwischen Sand und Moor und ist ein Zuhause für 300 Menschen.

Schnelle Fakten Gemeinde Fehrbellin ...
Dechtow
Gemeinde Fehrbellin
Koordinaten: 52° 45′ N, 12° 49′ O
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 16833
Vorwahl: 033922
Dechtow (Brandenburg)
Dechtow (Brandenburg)
Lage von Dechtow in Brandenburg
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Dorfkirche Dechtow.

Orts- und Gutsgeschichte

Das Dorf ist geprägt durch das Gut, seine Bauernhöfe, die Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert und Lindenalleen mit Kopfsteinpflaster. Das Gut im Dorf entwickelte sich über die Jahrhunderte als Sitz eines landtagsfähigen Rittergutes, der Gutsherr wurde so Depurtierter der regionalen Ritterschaft mit Sitz im Kreistag und berechtigt zur Wahl zum Landrat. Gut Dechtow war zunächst allod und stand lange im Besitz und dann im Eigentum der uradeligen Familie von Zieten, beginnend mit Klaus (der Alte) von Zieten um die Jahre vor 1425, nach ihm Klaus (der Junge) von Zieten. Die Töchter des Hauses von Zieten-Dechtow wählten grundsätzlich adelige Ehepartner,[1] die Männer der Zieten gingen fast sämtlich zum Militär.[2] Acht weitere Zieten-Generationen stand der Ritter des Johanniterordens und Rittmeister Ernst Dietrich von Zieten (1739–1798), verheiratet mit Charlotte Sophie Margaretha von Möller, dem Besitz vor und wohnte auch in Dechtow.[3] Ihm beerbte der 1817 in den Grafenstand erhobene Graf Ernst von Zieten, verheiratet mit der (kath.) Gräfin Josephine Klementine von Berlo-Suyŝ. Dechtow bekam ihr jüngster Rittmeister Sohn Adrian von Zieten (1803–1849). Mit seiner Frau Amalie Gräfin von der Schulenburg-Hornhausen (1807–1853) hatte dieser die Tochter Maria, die 1834 in Berlin geboren wurde. Maria wurde Erbin von Dechtow[4] und war zweimal verheiratet, zuerst mit Freiherr Kuno von Zedlitz und Neukirch, geschieden 1868, und ab 1877 mit dem Oberstleutnant Arthur von Winning, Scheidung 1890.

Vor 1880 kam das Gut Dechtow im bürgerlichen Besitz der Familie Stolze, mit 772 ha Besitz. Zum Gut gehörte damals eine Brennerei.[5] Nach 1910 war in Dechtow der Sitz des Familienfideikommiss Dechtow-Carwesee der Familie des Hermann Stolze, Leutnant d. R. Dieser Güterkomplex bestand aus den Rittergütern in Carwesee mit 385 ha und Dechtow mit 877 ha, hinzu der Besitz Unterholz, das Gut Berlowshof sowie ein Vorwerk und weitere Flächen (Rustikalbesitz genannt) in der Gemeinde Linum, gesamt 1262 ha.[6] Ende der 1920er Jahre war dieser Gutskomplex Dechtow-Carwesee Eigentum des zu jener Zeit noch minderjährigen Wilhelm-Viktor Stolze. Als Pächter für Dechtow agierte die Familie Rudolf Ritter von Voigtländer, als Vormund, und Maria Elis. von Voigtländer. Verwalter war Rentmeister Schulze. Die Gutsfläche hatte sich nicht geändert.[7]

Dechtow war von 1815 bis 1952 Teil des Landkreises Ost-Havelland, danach ein Dorf im DDR-Bezirk Potsdam, 1990 kam es zum wieder gegründeten Land Brandenburg.

Zum 26. Oktober 2003 wurde Dechtow per Gesetz in die Gemeinde Fehrbellin eingegliedert.[8][9]

Trivia

Der Dechtower Pfarrer Siebmann kommt 1797 über den Charakter der Dechtower Einwohner zu dem sporadischen Schluss: „Es heißt auch hier wie überall: sunt bona mixta malis“ („Die Guten und die Schlechten sind gemischt“).

Söhne und Töchter

Sehenswürdigkeiten

Verkehr

Durch den Ort führt die Landesstraße L 173; einen Kilometer nordöstlich verläuft die A 24.

Literatur

Einzelnachweise

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