Decrius Calpurnianus
römischer Ritter
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Decrius Calpurnianus († Herbst 48 n. Chr.) ein römischer Ritter der frühen Kaiserzeit und amtierte als Präfekt der städtischen Brand- und Nachtwache in Rom (praefectus vigilum).
Im Herbst des Jahres 48 wurde er – ebenso wie mehrere andere vornehme Römer – als Mitwisser und Komplize des Ehebruchs hingerichtet, den die Kaiserin Valeria Messalina mit dem Senator Gaius Silius begangen hatte. Tacitus berichtet in den Annalen, dass Decrius Calpurnianus zusammen mit Saufeius Trogus, Pompeius Urbicus, Sulpicius Rufus (Prokurator der Gladiatorenschule) und dem Senator Iuncus Vergilianus vor einem improvisierten Tribunal im Prätorianerlager stand und ohne Verteidigung oder Aufschub mit dem Tode bestraft wurde. Die Hinrichtungen folgten unmittelbar auf die der engeren Beteiligten wie Titius Proculus und Vettius Valens.
Der kaiserliche Freigelassene Narcissus trieb die Aufdeckung und Verfolgung der Affäre voran: Er leitete die Anklage, führte die Beschuldigten dem Kaiser Claudius vor und drängte auf rasche Exekution. Claudius billigte die Todesurteile auf Narcissus’ Rat hin, wenngleich das Verfahren außerhalb regulärer Gerichte und in großer Eile ablief.[1]
Literatur
- Arthur Stein: Decrius 2. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,2, Stuttgart 1901, Sp. 2306.