Diana Rigg

britische Schauspielerin (1938–2020) From Wikipedia, the free encyclopedia

Dame Enid Diana Elizabeth Rigg, DBE (* 20. Juli 1938 in Doncaster, England; † 10. September 2020 in London[1]), war eine britische Theater- und Filmschauspielerin. International bekannt wurde sie ab 1965 als Emma Peel in der Fernsehserie Mit Schirm, Charme und Melone und als Teresa di Vicenzo im Kinofilm James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät sowie in der Spätphase ihrer Karriere in Game of Thrones in der Rolle der Olenna Tyrell. Sie feierte zahlreiche Erfolge auf Theaterbühnen im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Diana Rigg bei Dreharbeiten zu James Bond 007 – Im Geheimdienst Ihrer Majestät auf dem Piz Gloria, 1968

Leben und Karriere

Kindheit, Schule und Ausbildung

Ihre Eltern waren der Eisenbahningenieur Louis Rigg und seine Ehefrau Beryl Hilda. Als Diana zwei Monate alt war, zog die Familie von Yorkshire nach Bikaner in Britisch-Indien, wo ihr Vater eine Stelle als leitender Angestellter bei der Bikaner-Staatsbahn angenommen hatte. Bis zu ihrem achten Lebensjahr wuchs Diana Rigg in Indien auf. Daher sprach sie auch ein wenig Hindi.

Von ihrem neunten Lebensjahr an besuchte sie bei Pudsey in Yorkshire die Fulneck School, ein Internat der Herrnhuter Brüdergemeine. Von 1955 bis 1957 studierte sie Schauspiel an der Royal Academy of Dramatic Art. Zu ihren Mitschülern gehörten dort Glenda Jackson und Siân Phillips. Ihr professionelles Theaterdebüt gab sie 1957 beim York Festival in der Rolle der Natella Abaschwili im Brecht-Stück Der kaukasische Kreidekreis.

Fernseh- und Kinorollen

Rigg mit George Lazenby beim Dreh von Im Geheimdienst Ihrer Majestät, 1968

Ein Großteil ihrer Filmkarriere bestand aus Fernsehproduktionen. Weltweit bekannt wurde Diana Rigg ab 1965 durch die britische Fernsehserie Mit Schirm, Charme und Melone. An der Seite von Patrick Macnee spielte sie darin die scharfzüngige, schlagkräftige, emanzipierte und oft in hautenge Lederanzüge gekleidete Agentin Emma Peel. Ihre Interpretation der Rolle war das Vorbild für zahlreiche Nachahmerinnen; so gelten die selbstbewussten Begleiterinnen in Doctor Who als vom Erfolg Emma Peels inspiriert.[2] Nach zwei Staffeln verließ Rigg die Serie, da sie ihre Gage für eine Hauptdarstellerin als zu niedrig empfand. Von nur 150 Pfund Sterling je Woche in der ersten Staffel waren ihre Bezüge in der zweiten Staffel auf 450 Pfund angehoben worden. Selbst ein Kameramann verdiente damals mehr. Im Jahr 2019, als die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern erneut ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema in der Medienberichterstattung wurde, sagte Rigg, es sei deprimierend, dass man immer noch über das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern sprechen müsse. Seinerzeit habe niemand sie bei ihrer Forderung nach gerechter Bezahlung unterstützt, weder die Frauen am Filmset noch ihr Schauspielkollege Macnee.[3]

Im Kino kam Riggs Talent kaum zur Geltung. Am bekanntesten ist ihre Rolle der Ehefrau von James Bond in Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969), der anfangs das Publikum enttäuschte und erst Jahre später bei Kritikern und Bond-Fans Anerkennung fand. Sie ist das einzige „Bondgirl“, das James Bond heiratete. In dem Film Hospital (1971) geriet eine Szene zum Skandal, in der sie einen vermeintlich impotenten Chefarzt durch verbale Erniedrigung heilen sollte. Die Nackt- und Sexszene wurde zu einer jugendfreien Fassung umgeschnitten. 1982 spielte sie in der Agatha-Christie-Verfilmung Das Böse unter der Sonne an der Seite von Peter Ustinov einen divenhaften Bühnenstar, der bestohlen und ermordet wird.

In der britischen Fernsehserie Doctor Who war Rigg 2013 in einer von Mark Gatiss geschriebenen Folge erstmals neben ihrer Tochter Rachael Stirling zu sehen; sie spielten Mutter und Tochter.[4][2] Ebenfalls ab 2013 trat sie in der mehrfach ausgezeichneten Fantasy-Serie Game of Thrones von der dritten Staffel an als Lady Olenna Tyrell auf.[5] Sie wurde mehrmals für den Emmy als beste Gastdarstellerin nominiert. Rigg arbeitete bis kurz vor ihrem Tod als Schauspielerin; ihr letzter Film war Edgar Wrights Last Night in Soho, der im Jahr nach ihrem Tod bei den 78. Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere hatte.

Theater

Diana Rigg hatte vor allem auf der Theaterbühne Erfolg – in klassischen wie in modernen Rollen, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde. Von 1959 bis 1964 war sie Mitglied der Royal Shakespeare Company[6], seit 1967 freiberuflich tätig als assoziiertes Mitglied der Company. Von 1971 an war sie Mitglied des National Theatre of Great Britain. Sie zählt zu den ersten Schauspielerinnen, die nackt auf einer Bühne (in dem Stück Abelard and Heloise, 1970) auftraten. 1979 wurde sie in einer Titelstory der Zeitschrift Time als „Großbritanniens beste Schauspielerin“ gefeiert. 1982 veröffentlichte sie das Buch No Turn Unstoned, eine Sammlung der schlechtesten und am schlechtesten geschriebenen Theaterkritiken und zugleich eine Abrechnung mit Kritikern, die sie ablehnten.

Zu den Stücken, in denen sie eine Hauptrolle spielte, zählen:

Persönliches

Diana Rigg (2011)

Im Jahr 1987 wurde Diana Rigg als Commander in den Order of the British Empire aufgenommen und 1994 von Königin Elisabeth II. zur Dame Commander des Ordens erhoben. Sie war Vorstandsmitglied der Royal Academy of Dramatic Art und von 1998 bis 2008 Kanzlerin der University of Stirling. 1999 war sie Gastprofessorin für zeitgenössisches Theater an der University of Oxford. Sie erhielt die Ehrendoktorwürde mehrerer schottischer und englischer Universitäten (Stirling, Leeds, Nottingham, London South Bank).

Rigg lebte in Chelsea (London) und in ihren letzten 20 Lebensjahren auch in Mauvezin-d’Armagnac in Südwestfrankreich, wo sie ein Anwesen mit einer Villa im elsässischen Stil erworben hatte. Zuletzt hielt sie sich mehrmals längere Zeit in Australien auf.[7]

Der renommierte britische Fernsehmoderator Michael Parkinson, der sie erstmals 1972 interviewte, schrieb 2010, sie habe stets eine außergewöhnliche „glänzende Schönheit ausgestrahlt“.[8] Zudem war sie ein Leben lang mit Ausnahme ihrer allerletzten Jahre als passionierte Raucherin bekannt.[9]

In den 1960er Jahren war Diana Rigg mit dem britischen Regisseur und Schauspieler Philip Saville liiert.[10] Später war sie zweimal verheiratet, mit dem israelischen Maler Menachem Gueffen (1973–1976) und dem schottischen Großgrundbesitzer Archibald Stirling (1982–1990). Aus der Beziehung mit Stirling stammt ihre Tochter, Rachael Stirling (* 1977),[11] die ebenfalls Schauspielerin wurde.

Rigg starb am 10. September 2020 im Alter von 82 Jahren an Lungenkrebs,[12] der im März des Jahres diagnostiziert worden war.[13][14] Nach Berichten ihrer Tochter Rachael wollte Diana Rigg ihr Leben selbst beenden, als sie an Lungenkrebs im Endstadium litt.[12][15] In den letzten Wochen ihres Lebens nahm sie Tonbänder auf, auf denen sie sich an Parlamentsabgeordnete wandte und diese anflehte, Sterbehilfe zu legalisieren.[16][17][18]

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

Literatur

Commons: Diana Rigg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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