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Die Katze (1971)

Film von Pierre Granier-Deferre (1971) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Katze (Originaltitel: Le Chat) ist ein französisch-italienischer Spielfilm von Pierre Granier-Deferre aus dem Jahr 1971. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon.

TitelDie Katze
OriginaltitelLe Chat
ProduktionslandFrankreich, Italien
OriginalspracheFranzösisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Die Katze
Originaltitel Le Chat
Produktionsland Frankreich, Italien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 86 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Pierre Granier-Deferre
Drehbuch Pierre Granier-Deferre,
Pascal Jardin
Produktion Raymond Danon,
Maurice Jacquin
Musik Philippe Sarde
Kamera Walter Wottitz
Schnitt Jean Ravel
Besetzung
  • Jean Gabin: Julien Bouin
  • Simone Signoret: Clémence Bouin
  • Annie Cordy: Nelly
  • Jacques Rispal: Doktor
  • Harry Max: Rentner
  • Carlo Nell: Immobilienmakler
  • André Rouyer: Abgeordnete
  • Yves Barsacq: Architekt
  • Isabel Del Rio: Mädchen auf dem Motorrad
  • Renata Birgo: Milchhändlerin
  • Nicole Desailly: Krankenschwester
  • Florence Haguenauer: Germaine
  • Georges Mansart: Junge auf dem Motorrad
  • Ermano Casanova: Cafébesitzer
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Handlung

Ein altes Ehepaar führt eine trostlose Ehe: die ehemalige Artistin Clémence Bouin, die seit einem Unfall in der Manege hinkt, und der ehemalige Buchdrucker Julien Bouin. Sie leben in einer verfallenen Gegend, in der Platz für neue Gebäude geschaffen werden soll. Auch das Haus, in dem sie wohnen, soll der umliegenden Großbaustelle weichen, das Grundstück wird enteignet.

Julien reagiert apathisch und empfindet nur noch etwas für seine Katze; seine Frau ist ihm nach über 20 Jahren Ehe gleichgültig. Clémence dagegen versucht, Julien mit ihren Quälereien aus seiner Lethargie zu wecken, und greift dabei zu immer drastischeren Mitteln. Zuerst setzt sie die Katze in einem Supermarkt aus, die jedoch den Weg nach Hause zurückfindet. Schließlich erschießt sie die Katze, woraufhin Julien Clémence verlassen will. Doch ohne einander können sie nicht leben; er kommt zurück, spricht aber kein Wort mehr mit ihr.

Fortan kommunizieren sie nur noch mittels kleiner Notizzettel. Der Mann streckt ihr zum Schluss einen Zettel hin: „Le chat“ („Die Katze“). Daraufhin erleidet die Frau einen Herzinfarkt. Als er sich kurz die Beine vertritt und von der Straße aus das Licht ausgehen sieht (die Frau bricht zusammen und reißt die Stehlampe um), geht er zurück, denn er ahnt etwas. Als sie stirbt, bricht der Mann sein Schweigen und trauert um sie. Er schluckt eine größere Menge Tabletten und sinkt in dem Sessel neben seiner verstorbenen Frau nieder. Bald darauf stirbt er im Krankenhaus.

Synchronisation

Die westdeutsche Synchronfassung entstand 1972 bei der Berliner Synchron. Ruth Leschin schrieb das Dialogbuch und Konrad Wagner führte Regie.[1]

Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
Rolle Darsteller Synchronsprecher BRD
Julien Bouin Jean Gabin Klaus W. Krause
Clémence Bouin Simone Signoret Tilly Lauenstein
Nelly Annie Cordy Gisela Reißmann
der Abgeordnete André Rouyer Wolf Roth
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Die DDR-Synchronisation wurde 1972 im DEFA Studio für Synchronisation aufgenommen.[2] Synchronsprecher waren dabei: Gisela May, Hans Hardt-Hardtloff, Ingeborg Nass, Sonja Deutsch, Helga Sasse, Horst Kempe, Joachim Siebenschuh und Klaus Piontek.

Kritiken

„Die Zustandsbeschreibung einer zerfallenden Ehe wird symbolbefrachtet dem Abbruch eines Wohnviertels gegenübergestellt. Gut gespielt, doch zu emotional; ein Film, der Mitleid weckt, statt Reflexion zu provozieren.“

„Nach einem Roman des belgischen Schriftstellers Georges Simenon (1903-1989) hat der französische Filmemacher Pierre Granier-Deferre mit ‚Die Katze‘ das düstere Kammerstück einer erkalteten Ehe inszeniert, das ganz vom intensiven Spiel seiner charismatischen Hauptdarsteller lebt. Simone Signoret und Jean Gabin als gefeierte Urgesteine des französischen Kinos zelebrieren hier auf beeindruckende Weise in späten Rollen ein giftiges Duell der Geschlechter um Abhängigkeit und Hass, für das sie 1971 bei der Berlinale beide mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurden. Das drastische Ende dieser zutiefst zerfahrenen, tragischen Geschichte, innerhalb welcher auch eine temporäre Trennung keine Erleichterung der Verstrickungen schaffen kann, unterstreicht einmal mehr die schwelende Ausweglosigkeit einer Verbindung, die sich nach durchaus glücklichen Zeiten unaufhaltsam verbittert hat.

Die Bilder von Walter Wottitz […] verstehen es ganz ausgezeichnet, zuvorderst die wortlosen Szenen des in geradezu genüsslicher Härte gefangenen Ehepaares prägnant zu visualisieren. Hier werden scheinbar belanglose Gesten und minimale Äußerungen der Mimik der Antagonisten derart akribisch fokussiert, dass sie zu einem Moloch an bösartigen Attacken mutieren, die augenscheinlich das einzige – allerdings erstaunlich kräftige – Band beschreiben, was Clémence und Julien zusammenhält. Das ist großartige französische Filmkunst, die fesselt, berührt und schonungslos die großen Fragen hinsichtlich Liebe, Hass und Abhängigkeit aufwirft.“

– Marie Anderson: Kino-Zeit[4]

Hintergrund

Die Außenaufnahmen des Hauses der Eheleute Bouin fanden in Courbevoie statt, in der Impasse Dupuis, die damals tatsächlich gerade neu bebaut wurde. Die Sackgasse existiert heute nicht mehr und lag ungefähr an der Stelle, an der heute die Voie de l’Ancre verläuft. 48° 53′ 22″ N, 2° 15′ 12,5″ O

Auszeichnungen

Signoret und Gabin wurden auf der Berlinale 1971 für ihre darstellerischen Leistungen mit dem Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin bzw. bester Hauptdarsteller ausgezeichnet; der Film war für den Goldenen Bären nominiert.

Einzelnachweise

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