Die Odyssee (2026)
Film von Christopher Nolan (2026)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Odyssee (Originaltitel The Odyssey) ist ein 2026 erschienener Action-Fantasy-Film, der von Christopher Nolan geschrieben, inszeniert und koproduziert wurde. Der Kinostart erfolgte in Deutschland am 16. Juli 2026.
Der Film ist eine Adaption des Homer zugeschriebenen antiken griechischen Epos Odyssee. Matt Damon spielt Odysseus, den griechischen König von Ithaka. Der Film erzählt die Geschichte seiner langen und gefährlichen Heimreise nach dem Trojanischen Krieg, auf der er versucht, wieder zu seiner Frau Penelope zu finden. Zum Ensemble gehören außerdem unter anderem Tom Holland, Anne Hathaway, Zendaya, Lupita Nyong’o, Robert Pattinson, Charlize Theron und Jon Bernthal. Der Film wurde von Universal Pictures und Nolans Produktionsfirma Syncopy produziert und auch von Universal Pictures vertrieben.
Nach der erfolgreichen Veröffentlichung und Preisverleihung des Films Oppenheimer (2023) begann Nolan mit dem Schreiben seines nächsten Films und im Oktober 2024 wurde bekannt gegeben, dass er dafür erneut mit Universal zusammenarbeiten würde. Das Casting fand in den folgenden Monaten statt und im Dezember 2024 wurde der Film als Adaption der Odyssee angekündigt. Die Dreharbeiten begannen im Februar 2025 und fanden in verschiedenen Regionen weltweit statt, darunter in Marokko, Griechenland, Italien, Schottland, Island und der Westsahara. Mit einem geschätzten Produktionsbudget von 250 Millionen Dollar wurde dies der teuerste Film in Nolans Karriere und der erste Blockbuster, der vollständig mit 70-mm-IMAX-Filmkameras gedreht wurde.
Handlung
Der Film beginnt acht Jahre nach Ende des Trojanischen Krieges. Odysseus, König von Ithaka, ist noch nicht zurückgekehrt und sein Schicksal unbekannt. Der Palast Ithakas wird seit zwei Jahren von Freiern besetzt, die seine Frau Penelope drängen, einen neuen Gatten und König zu wählen. Odysseus’ Sohn Telemachos streitet mit seiner Mutter und sagt, dass er den Thron besteigen könnte; hingegen sagt sie, dass sie in den zwanzig Jahren von Odysseus’ Abwesenheit geherrscht habe und dass es Gerede von einer Gefahr durch die „Völker von der See“ gebe. Vor dem Krieg hatte Odysseus selbst sie gebeten, falls er nicht zurückkehren werde, neu zu heiraten. Sie hatte ihm damals ihre Anstecknadel, die die Göttin Athene darstellt, mitgegeben. Seine Soldaten, teilweise damals noch Kinder, hatte er per Los ausgewählt. Dabei hatte Antinoos ihn so betrogen, dass er an seiner statt Sinon in den Krieg schickte. Die Freier, nun angeführt von ebendiesem Antinoos, versuchen, Telemachos zum Kampf zu provozieren, damit sie ihn töten und als Erben eliminieren können. Odysseus’ Familie ehrt aber das Gastrecht als Gesetz des Zeus, weil jeder Fremde ein Gott in versteckter Menschengestalt sein könnte. Nachdem ein reisender Bettler erzählt hat, Menelaos sei bereits nach Sparta zurückgekehrt, und die Freier den blinden Hirten Eumaios quälen und Odysseus’ Hund Argos vor die Tür setzen, bricht Telemachos mit Mentor nach Sparta auf, um Informationen über seinen Vater in Erfahrung zu bringen.
In Sparta wird Telemachos von Menelaos und dessen Frau Helena empfangen, die ihn als Sohn des Odysseus erkennen. Menelaos kennt Odysseus’ Schicksal nach dem Krieg nicht, aber erzählt von dem Trojanischen Pferd: Als der Krieg ausweglos erschien, ersann Odysseus die List, die Griechen ein hölzernes Pferd bauen zu lassen und sich darin zu verstecken. Nur Sinon blieb am Strand zurück und erklärte den ankommenden Trojanern, es sei eine Gabe an Athene, sodass sie es in die Stadt zum Tempel der Göttin zogen. In der Nacht stiegen Odysseus und weitere Griechen aus dem Pferd, töteten Wachen und öffneten das Stadttor, um weitere Griechen und Heerführer Agamemnon hineinzulassen. Während Helena das Schicksal des bei seiner Rückkehr ermordeten Agamemnon rechtfertigt, berichtet Menelaos, dass dieser von seinem Sohn Orestes gerächt worden ist. Bevor Telemachos zur Rückkehr aufbricht, warnt auch Menelaos ihn, Ithaka müsse sich auf die Völker von der See vorbereiten.
Odysseus befindet sich derweil auf der Insel Ogygia bei der Nymphe Kalypso. Er hat Schwierigkeiten, sich zu erinnern, warum er dort ist und wo er hinwollte, baut aber dennoch an einem Floß. Kalypso hilft ihm endlich, sich zu erinnern und zu erzählen, was ihm passiert ist:
Als der Krieg schließlich gewonnen war, brachen die verschiedenen Gruppen von Griechen in ihre Heimat auf. Odysseus aber entschied, nicht Agamemnon zu folgen, sondern den Wind sie führen zu lassen, damit sie auf längerer Route auch neue Orte sehen würden. Er und seine Schiffskameraden kamen, nachdem sie bei den Kikonen geplündert hatten, um Vorräte anzulegen, zuerst zu einer Insel, wo sie einem Schaf in eine Höhle folgten, die von dem Kyklopen Polyphem bewohnt wurde. Indem sie nachts mit einem brennenden Stab sein Auge blendeten, entkamen sie schließlich. Doch da der Kyklop ein Sohn des Meeresgottes Poseidon war, wurden sie von da an durch Stürme und Wellen vom Weg abgebracht. Als Nächstes kamen sie zur Insel Aiaia, wo sie von Riesen, den Laistrygonen, gejagt wurden. Nachdem sie sich zu den Booten gerettet hatten, befahl Odysseus, nicht aufs offene Meer zu fliehen, sondern entlang der Küste zu fahren, bis sie ein Haus entdeckten. Ein Trupp, angeführt von Eurylochos, traf dort auf Kirke, die ihnen Speisen anbot, sie aber während des Essens in Schweine verwandelte. Odysseus, der währenddessen jagen ging, entdeckte, dass die Tiere der Insel verwandelte Menschen sind. Indem er ihre Krähe, die eigentlich ihre verwandelte Schwester ist, bedrohte, brachte er die Zauberin dazu, seine Männer zurückzuverwandeln. Kirke erklärte weiter, er müsse mit dem Seher Teiresias sprechen, aber nur er alleine werde heimkehren.
Am Weg zum Hades brachten seine Männer ein Tieropfer dar, um die Toten zu beschwören. Zuerst erschien Odysseus Sinon, der ihm vorwarf, dass Odysseus ihm nicht anvertraut hatte, wofür die Gabe des Trojanischen Pferdes gedacht war; dann Agamemnon, von dem Odysseus überrascht war, dass er tot ist. Agamemnon erklärte, dass er nach seiner Heimkehr von seiner Frau Klytaimnestra – Helenas Zwillingsschwester – getötet worden war, weil er seine Tochter Iphigenie für den Krieg geopfert hatte. Agamemnon riet Odysseus, sich bei seiner Heimkehr nicht offen zu zeigen, sondern erst einmal zu erkundschaften, wie die Situation ist. Dann sprach Teiresias, der Odysseus die nächsten Stationen der Reise erklärte, und zuletzt erschienen die unbestatteten Verstorbenen seiner Mannschaft, die die Lebenden zurück zu den Booten jagten. Als Nächstes segelte Odysseus’ Gruppe an den Felsen der Sirenen vorbei. Odysseus ließ seine Mannschaft Wachs in ihre Ohren stecken und sich selbst an den Mast fesseln, damit er den Sirenengesang anhören könne. Danach ruderten sie an einer Meerenge an dem Strudel Charybdis vorbei, wurden aber von dem Monster Skylla angegriffen. Drittens kamen sie auf die Insel Thrinakia des Sonnengottes, dessen Rinder sie laut Teiresias nicht töten dürfen. Da der Wind sie tagelang nicht weitersegeln ließ, taten Odysseus’ Männer es aber schließlich doch. Bei der Weiterfahrt wurde das Boot durch Stürme zerstört und Odysseus allein an Kalypsos Insel gespült.
Nach seiner Erzählung gesteht diese, dass sie ihn mit Lotos heilte, der aber seine Erinnerung verwischte, und er schon seit sieben Jahren bei ihr ist. Sie lässt ihn sich mit der Anstecknadel wieder an seine Ehefrau Penelope erinnern und das Floß zu Ende bauen, um zu dieser zu gelangen, rät ihm aber, die Kontrolle über dieses den Göttern zu überlassen.
In der Zwischenzeit konfrontiert Antinoos Penelope mit dem Wissen, dass sie das Totentuch für ihren Schwiegervater, das sie webt, jede Nacht wieder auftrennt, um die Freier hinzuhalten, und drängt sie, ihn zu erwählen. Nachdem die Dienerin Melantho ihm verrät, wo Telemachos ist, schickt Antinoos eine Gruppe Freier aus, Telemachos in einem Tempel aufzulauern und ihn zu töten. Auf ihrem Weg machen sie bei Eumaios Halt, greifen ihn an und töten seine Schweine. Odysseus wird mit seinem Floß in Ithaka angespült und verkleidet sich als Bettler namens Sinon. Er kommt zuerst zu Eumaios und erfährt von den Angreifern. Er geht zu dem Tempel, wo Telemachos Athene ein Opfer bringen will, und rettet ihn vor den Angreifern, die Mentor töten. Telemachos bringt den Bettler und Eumaios zum Palast. Als der Bettler den Hund Argos grüßt, erkennt Telemachos, dass es Odysseus ist.
Telemachos lässt für seine Rückkehr ein Festessen ausrichten, bei dem Antinoos den Bettler verhöhnt, als dieser ihm auftragsgemäß das Los zurückgibt, mit dem an seiner Stelle Sinon in den Krieg gezogen war. Nachdem alle Freier gegangen sind, spricht Penelope mit dem Bettler, um zu erfahren, ob er etwas von Odysseus weiß. Er verhindert dabei, dass die Dienerin Eurykleia, die ihm gleichzeitig die Füße waschen soll und ihn dabei an einer bestimmten Narbe erkennt, ihn durch einen Ausruf verraten würde. Ohne sich als solcher erkennen zu geben, deutet er an, dass Odysseus dadurch beschämt und desillusioniert sei, wie die Griechen die Stadt Troja zerstört und unschuldige Bürger getötet haben, darunter auch eine junge Priesterin der Athene, in deren Gestalt ihm die Göttin seitdem immer wieder erschienen ist. Er trage die Schuld daran, weil das Trojanische Pferd seine List war, und er habe so das Gastrecht, das Gesetz des Zeus, verletzt. Penelope erkennt so, dass die umhersegelnden Ithaker die „Völker von der See“ sind, die laut Odysseus den Zusammenbruch der Bronzezeit und damit das Ende ihres Zeitalters bedeuten würden.
Penelope erklärt öffentlich, sie werde denjenigen als Gatten wählen, der eine bestimmte Herausforderung bestehen könne. Während diese vorbereitet wird, lässt Telemachos Diener alle Waffen in einen oberen Raum tragen, was der Hirte Melanthios, der Antinoos unterstützt, beobachtet. Zwölf Äxte werden in Zweierpaaren so aufgestellt, dass sie jeweils einen kleinen Zwischenraum bilden; die Aufgabe ist, die Sehne auf Odysseus’ Bogen zu spannen und einen Pfeil durch die Reihe dieser Zwischenräume zu schießen. Mehrere Freier scheitern hintereinander bereits am Aufspannen der Sehne. Antinoos selbst lehnt ab, es selbst zu versuchen, und fordert, den Wettkampf zu beenden; Penelope solle nun den Besten aus den Gescheiterten wählen. Der Bettler merkt aber an, dass er es noch nicht versucht hat, und Eumaios erlaubt ihm einen Versuch. Als er den Bogen spannen kann, erkennt Antinoos bereits, dass es sich um Odysseus handelt, und will fliehen, aber die Türen sind verschlossen.
Während Odysseus mit dem Bogen und den Pfeilen die angreifenden Freier abwehrt, darf Telemachos des Gastrechtes wegen nicht eingreifen. Melanthios schleicht sich nach oben, um den Freiern Waffen zu holen, aber Eumaios schließt ihn ein. Darauf hackt Melanthios ein Loch in den Boden und wirft die Waffen hinunter. Aus einer Ecke fordert Antinoos die Freier auf, die Waffen gegen Odysseus einzusetzen. Telemachos kämpft gegen Melanthios und tötet ihn schließlich. Dann wirft er Odysseus sein Schwert herab, mit dem dieser Antinoos tötet. Die anderen Freier ergeben sich nun. Odysseus, von Pfeilen getroffen, gibt sich durch die Anstecknadel Penelope zu erkennen und bricht dann in ihren Armen zusammen, überlebt aber. Nachdem er Telemachos zum König gemacht hat, reist Odysseus mit Penelope per Schiff gen Westen, um dort die auf seiner Irrfahrt verstorbenen Gefährten zu ehren.
Produktion

Nachdem Regisseur Christopher Nolan im März 2024 für seinen Film Oppenheimer (2023) die Oscars für den besten Film und die beste Regie gewonnen hatte, begann er mit dem Schreiben des Drehbuchs für seinen nächsten Film.[4][5]
Im Oktober 2024 wurde bekannt gegeben, dass Nolan seinen nächsten Film bei Universal Pictures entwickeln würde, nachdem er mit diesem Studio bereits bei Oppenheimer zusammengearbeitet hatte. Nolan schrieb erneut das Drehbuch und produzierte den Film mit seiner Frau Emma Thomas über ihre Produktionsfirma Syncopy. Matt Damon war in Gesprächen, um in dem Film mitzuspielen, nachdem er mit Nolan bereits bei Oppenheimer und Interstellar (2014) zusammengearbeitet hatte, und die Dreharbeiten sollten Anfang 2025 beginnen. Anders als Oppenheimer, den Universal bei einer Auktion erwarb, wurde dieser Film studiointern entwickelt.[6][7] The Hollywood Reporter widerlegte Spekulationen, dass der Film die britische Spionageserie Nummer 6 (1967–1968) adaptieren würde, für die Nolan bereits 2009 vorgesehen war.[4][6] Damon wurde später im selben Monat für die Hauptrolle bestätigt, als Tom Holland gecastet wurde.[8] Die früheren Nolan-Mitarbeiter Anne Hathaway – die in The Dark Knight Rises (2012) und Interstellar mitspielte – und Robert Pattinson, der in Tenet (2020) mitspielte, stießen im November[9][10] neben Zendaya,[9] Lupita Nyong’o[11] und Charlize Theron[12] zur Besetzung.
Im Dezember 2024 kündigte Universal Nolans neuen Film mit dem Titel Die Odyssee an, eine Adaption von Homers Odyssee, einem antiken griechischen Epos. Das Studio beschrieb den Film als „mythisches Action-Epos“, das weltweit gedreht werden sollte.[13][14] Nolan war ursprünglich als Regisseur des Films Troja (2004) vorgesehen, der auf Homers Ilias basiert, entschied sich jedoch stattdessen für Batman Begins (2005).[15][16] Das Budget für Die Odyssee wurde auf 250 Millionen US-Dollar geschätzt, was ihn zum teuersten Film in Nolans Karriere machen würde.[17][18] Weitere Castings fanden Anfang 2025 statt, wobei auch Nolans frühere Mitarbeiter Benny Safdie,[18] Josh Stewart,[19] Elliot Page, Himesh Patel, Bill Irwin[20] und Anthony Molinari mit von der Partie waren.[21] Weitere Schauspieler neben ihnen waren Samantha Morton,[20] Jon Bernthal,[22] John Leguizamo,[23] Jesse Garcia, Will Yun Lee,[22] Rafi Gavron, Shiloh Fernandez,[24] Mia Goth,[25] Corey Hawkins,[26] Nick E. Tarabay, Jimmy Gonzales, Maurice Compte,[27] Michael Vlamis, Iddo Goldberg[28] und Ryan Hurst.[29] Skeet Ulrich sagte, er habe Anfang Februar 2025 zusammen mit zwei anderen Schauspielern erfolglos für eine Rolle im Film vorgesprochen.[30] Cosmo Jarvis war ebenfalls besetzt worden[31], stieg jedoch kurz vor Drehbeginn aufgrund eines Terminkonflikts aus und wurde anschließend durch Logan Marshall-Green ersetzt.[32] Damon wurde als Odysseus bestätigt, als Mitte Februar 2025, vor Drehbeginn später im selben Monat, ein überraschendes erstes Bild von ihm im Kostüm veröffentlicht wurde.[33] Dies geschah, nachdem Gerüchte kursiert hatten, dass Holland die Rolle spielen könnte.[34] Später wurde bestätigt, dass Holland Odysseus’ Sohn Telemachos darstellte.[35] Szenenbildnerin Ruth De Jong, Kostümbildnerin Ellen Mirojnick und Komponist Ludwig Göransson hatten bereits mit Nolan an Oppenheimer gearbeitet.
Dreharbeiten
Hoyte van Hoytema arbeitete erneut mit Nolan als Kameramann zusammen und drehte Die Odyssee als ersten Blockbuster vollständig mit 70-mm-IMAX-Filmkameras, wobei eine neu entwickelte, leichtere und leisere Version und vorhandene Technologie verwendet wurden.[36]
Die Dreharbeiten begannen im Februar 2025 in Marokko. Drehorte waren dort Aït-Ben-Haddou und Ouarzazate um die Stadt Troja darzustellen, sowie die Städte Essaouira (Strand von Troja[37]) und Marrakesch (Hof des Menelaos[38]).[39] Vom 10. bis 21. März wurde in Messenien auf dem Peloponnes in Griechenland gedreht, in Pylos und der umgebenden Gemeinde Pylos-Nestor, genauer in der Festung von Methoni, am Strand Almyrolakkos in Gialova und in der Nestorhöhle am Strand Voidokilia bei Paleokastro für Szenen mit dem Zyklopen Polyphem, sowie an einer archäologischen Palaststätte in Akrokorinth, Korinth (Palast des Agamemnon[38]).[40] Die Produktion arbeitete mit der NAF-Tochtergesellschaft von Faliro House Productions für die Dreharbeiten in Griechenland zusammen.[41] Sie dauerten insgesamt drei Wochen.
Am 27. März 2025 zog die Produktion auf die Ägadischen Inseln in Sizilien, Italien, um auf der Insel Favignana zu drehen, die im Gedicht als „Ziegeninsel“ bezeichnet wird.[42][43] Anschließend fanden vom 15. April bis 15. Mai auf den Äolischen Inseln Dreharbeiten zu Wasser statt, um Szenen mit der mythologischen Insel Äolien zu drehen, die sich entlang der Inseln Lipari, Basiluzzo und Vulcano abspielten. Die Dreharbeiten in diesen Regionen unterlagen bestimmten Sicherheitsbeschränkungen durch lokale Verordnungen.[44] Die Dreharbeiten fanden Anfang Mai 2025 in einem Tonstudio in Los Angeles statt, bevor Anfang Juni auf Findlater Castle in Moray, Schottland, gedreht wurde.[45] Die Produktion zog Mitte des Monats bis Ende Juni in abgelegene Regionen Islands, darunter Landeyjahöfn, um, bevor sie für Szenen in Buckie Harbour und dem abgelegenen Sunnyside Beach in der Nähe von Cullen, Moray, nach Schottland zurückkehrte. Die Dreharbeiten fanden vom 3. bis 16. Juli 2025 im Culbin Forest statt, bevor es bis zum 25. Juli 2025 nach Findlater Castle ging.[46] Theron drehte ihre Szenen als Kalypso in den letzten beiden Juliwochen.[7]

Die Dreharbeiten fanden vier Tage lang zwischen dem 17. und 22. Juli 2025 mit Damon und Zendaya an der Weißen Düne nahe Dakhla in der Westsahara statt, einer Stadt unter marokkanischer Besatzung seit 1975.[47] Die Frente Polisario – die von den Vereinten Nationen anerkannte Vertretung der Sahrauis in der Westsahara – verurteilte die Entscheidung, in der Westsahara zu drehen, als „Beschönigung des marokkanischen Kolonialismus“ und „Verstoß gegen internationales Recht und ethische Standards für kulturelle und künstlerische Arbeit“.[48] Die Organisatoren des Sahara International Film Festival kritisierten die Entscheidung, in der Westsahara zu drehen, und erklärten, die Produktion würde „vielleicht unwissentlich und unabsichtlich“ dazu beitragen, Marokkos Besetzung des Gebiets und die Unterdrückung der Sahrauis zu beschönigen.[49][50] Die Festivalorganisatoren forderten einen Stopp der Produktion, doch die Dreharbeiten in dem Gebiet waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Unterdessen bezeichnete das marokkanische Filmzentrum den Film als eine wichtige Produktion für die Förderung der marokkanischen Filmindustrie und erklärte, es handele sich um den ersten großen amerikanischen Film, der in dem besetzten Gebiet gedreht wurde.[48]
Design und Spezialeffekte
Szenenbildnerin Ruth De Jong entwarf die Kulissen und Verzierungen, darunter das elf Meter hohe und rund 4.000 Kilogramm schwere Modell des Trojanischen Pferdes, das in 27 Kisten an die Meeresküste transportiert wurde.[51][52]
Die Szenen auf See wurden mit dem Langschiff Draken aus Stavanger gedreht. Hierbei handelt es sich um einen seetüchtigen originalgetreuen Nachbau eines Wikingerschiffes.[37][53]
Der Zyklop wurde durch eine Kombination aus Animatronik, einer sechs Meter großen anthropomorphen Puppe und einer Darbietung von Bill Irwin direkt in Nestors Höhle umgesetzt. Die Gestaltung des Zyklopen war von Francisco de Goyas Gemälde Saturn verschlingt seinen Sohn beeinflusst.[54] Auch die Szene, in der Kirke Odysseus’ Gefährten in Schweine verwandelt, entstand mithilfe einer Kombination aus Animatronik, Puppenspiel und Make-up-Effekten.[55][56]
Für den Angriff der Laistrygonen setzte die Produktion auf erzwungene Perspektive und Darsteller mit stark unterschiedlichen Körpergrößen. Die Riesen wurden unter anderem von rund 2,10 Meter großen Stuntdarstellern verkörpert, während kleinere Stuntfrauen Odysseus und weitere Mitglieder seiner Mannschaft in den gemeinsamen Einstellungen doubelten. Matt Damons weibliches Double Devyn Dalton ist etwa 1,35 Meter groß.[57] Durch die räumliche Anordnung der Darsteller und entsprechend gewählte Kameraperspektiven erschienen die Laistrygonen wesentlich größer als ihre Gegner, ohne dass ihre Körper vollständig digital vergrößert werden mussten.[58]
Auch für die Sirenen griff Nolan auf praktische Aufnahmen zurück. Die auf den vorgelagerten Felsen sichtbaren Figuren wurden von Stuntfrauen dargestellt, die zu den schwer erreichbaren Felsformationen schwammen und diese erklimmen konnten.[59]
Anders als der Zyklop und die Laistrygonen wurde die sechsköpfige Skylla überwiegend digital umgesetzt. Nolan erklärte, die Kreatur sei von den Werken Guillermo del Toros inspiriert worden.[60] Für Skyllas Angriff wurde ein Seilzugsystem entwickelt, das die Stuntleute in die Luft hob. Der nahe gelegene Strudel des Meeresungeheuers Charybdis entstand zunächst dadurch, dass Jetskis als Referenzmaterial im Kreis fuhren; später wurden sie durch digitale Effekte ersetzt.[61]
Für die aus dem schwarzen Strand bei Hjörleifshöfði im Süden Islands hervortretenden Totengeister im Hades ließ die Produktion Stuntdarsteller im Strand vergraben. Verdeckte Schnorchel ermöglichten ihnen während der Aufnahmen das Atmen. Jedem Darsteller war eine eigene Sicherheitsperson zugeteilt; sobald die erste Person vollständig mit Sand bedeckt war, begann ein streng überwachter Zeitmesser.[62]
Das italienische Kulturministerium genehmigte Dreharbeiten am Castello di Santa Caterina auf Favignana sowie temporäre bauliche Ergänzungen an dessen Außenfassaden. Diese sollten die Festung optisch erweitern und den Eindruck von Odysseus’ Palast auf Ithaka vermitteln.[63][64] Den Antrag der Produktion, eine Zufahrtsstraße auf den rund 314 Meter hohen Monte Santa Caterina zu bauen, lehnte das Ministerium dagegen ab. Da das Castello nur über einen steilen Fußweg erreichbar war, ließ der ausführende Produzent Thomas Hayslip eine provisorische Standseilbahn installieren und organisierte mehrere Hubschrauber, mit denen Ausrüstung und Versorgungsgüter auf den Hügel transportiert wurden. Ein Großteil der Besetzung und der Crew legte den Weg zum Drehort dennoch zu Fuß zurück.[65][66]
Musik
Bis April 2025 arbeitete Ludwig Göransson an der Filmmusik zu Die Odyssee, nachdem er zuvor bereits bei Tenet und Oppenheimer mit Nolan zusammengearbeitet hatte.[67] Für die Musik wollte Nolan bewusst auf ein Orchester verzichten, da dieses gemeinhin mit Sandalenfilmen assoziiert wird. Göransson experimentierte deshalb mit verschiedenen Bronzegongs und nahm diese mit Synthesizern auf.
Nolan schlug vor, den Klang der Lyra einzusetzen, wenn Odysseus seinen Bogen spannt,[67] und zeigte besonderes Interesse am Aulos. Göransson verwendete beide Instrumente – zusammen mit weiteren Bronzeinstrumenten –, passend zum Schauplatz der Bronzezeit. Die Musiker Callum Armstrong und Rosa Fragorapti arbeiteten daran, funktionsfähige Nachbildungen von Aulos und Lyra zu entwerfen. Dafür recherchierten sie antike Quellen und alte Urnen, unter anderem, weil die ursprünglichen Rohrblätter des Aulos nicht mehr existieren.[68]
Auch der englische Elektronikmusiker James Blake steuerte Gesang zur Filmmusik bei.[69] Das Soundtrack-Album mit insgesamt 23 Musikstücken erschien am 17. Juli 2026 – zeitgleich mit dem Kinostart des Films – digital über Universals Label Back Lot Music.[70] Der Tonträgerhersteller Mutant veröffentlichte zudem eine Doppel-CD sowie eine dreifache Vinylversion.[71]
Für den Abspann komponierten Ludwig Göransson, James Blake und Travis Scott den Originalsong When I’m Home, der auch auf dem Soundtrack-Album enthalten ist.[70] Auch Christopher Nolan schrieb am Song mit.[72][73]
Synchronisation
Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann und unter der Dialogregie von Christoph Cierpka.[74]


| Rolle | Schauspieler | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Odysseus | Matt Damon | Simon Jäger |
| Penelope | Anne Hathaway | Marie Bierstedt |
| Telemachos | Tom Holland | Christian Zeiger |
| Antinoos | Robert Pattinson | Johannes Raspe |
| Raimy Lang (Kind) | Simon Kunze | |
| Eumaios | John Leguizamo | Jörg Pintsch |
| Athene | Zendaya | Marcia von Rebay |
| Polyphem | Bill Irwin | – |
| Circe | Samantha Morton | Cathlen Gawlich |
| Kalypso | Charlize Theron | Bianca Krahl |
| Tiresias | James Remar | Bernd Vollbrecht |
| Eurylochos | Himesh Patel | Nicolás Artajo |
| Sinon | Elliot Page | Jasper Domanowski |
| Mason Cufari (Kind) | ||
| Menelaos | Jon Bernthal | Martin Kautz |
| Helena | Lupita Nyong'o | Rubina Nath |
| Menelaos’ Diener | Maurice Compte | Robert Glatzeder |
| Agamemnon | Benny Safdie | Torben Liebrecht |
| Mentor | Ryan Hurst | Torsten Münchow |
| Polybos | Corey Hawkins | Tobias Schmitz |
| Melantho | Mia Goth | Friedel Morgenstern |
| Melanthios | Logan Marshall-Green | Jaron Löwenberg |
| Barde | Travis Scott | Daniel Welbat |
| Polites | Andrew Howard | Michael Iwannek |
| Anchialos | Will Yun Lee | Sven Gerhardt |
| Perimedes | Anthony Molinari | Sven Brieger |
Marketing
Ein 70 Sekunden langer Teaser-Trailer für Die Odyssee mit Hollands Telemachus und Bernthal wurde exklusiv in den Kinos gezeigt, bevor Universals Jurassic World: Die Wiedergeburt im Juli 2025 in die Kinos kam, ein Jahr vor dem Kinostart des Films. Der Teaser sollte später im selben Jahr online veröffentlicht werden, wurde aber kurz darauf online geleakt.[75]
Am 22. Dezember 2025 wurde der erste offizielle Trailer veröffentlicht.[76] Am 5. Mai 2026 wurde während einer Ausgabe der The Late Show with Stephen Colbert der zweite offizielle Trailer veröffentlicht.[77][78]
Veröffentlichung
Die Odyssee feierte am 6. Juli 2026 in London Weltpremiere, bevor der Film von Universal Pictures am 17. Juli 2026 in den US-amerikanischen und britischen Kinos in den Formaten IMAX, IMAX 70 mm und Premium Large Format (PLF) gezeigt wurde.[79] Tickets für ausgewählte IMAX-70-mm-Vorführungen waren bereits am 17. Juli 2025 erhältlich, ein Jahr vor dem Kinostart. Mehrere dieser Vorstellungen waren innerhalb der ersten zwölf Stunden ausverkauft, darunter in der Hälfte der 22 verfügbaren Kinos in den USA.
Analyse
Themen und Motive
Ein zentrales Thema des Films ist die Gastfreundschaft, die innerhalb der Handlung als „Gesetz des Zeus“ erscheint.[80][81] In der griechischen Antike regelte sie das Verhältnis zwischen Gast und Gastgeber und verpflichtete beide Seiten zu Schutz, Versorgung und gegenseitigem Respekt. Zugleich erfüllte sie eine praktische Funktion, da sie Begegnungen und Austausch zwischen Menschen aus unterschiedlichen Gemeinwesen ermöglichte.[82]
Der Film vereinfacht dieses Konzept teilweise zur goldenen Regel, Fremde so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Die Verpflichtung gilt dabei nicht nur für Gastgeber: Auch Gäste dürfen die gewährte Gastfreundschaft nicht missbrauchen, was insbesondere durch die Freier veranschaulicht wird, die Penelopes Haus besetzen und dessen Vorräte verbrauchen.[83]
Odysseus betrachtet den Einsatz des Trojanischen Pferdes als grundlegenden Bruch dieses Vertrauensprinzips.[84] Indem die Griechen ein vermeintliches Geschenk als Versteck für Soldaten benutzen, verwandeln sie ein Symbol des friedlichen Austauschs in ein Instrument der Täuschung und Zerstörung.[85] Der Film verbindet Odysseus’ persönliche Schuld dadurch mit der Vorstellung, dass der Fall Trojas zugleich einen allgemeinen Verlust von Vertrauen und gesellschaftlicher Ordnung ausgelöst habe. Mehrere Rezensenten stellten in diesem Zusammenhang eine Parallele zu Nolans vorherigem Film Oppenheimer her. Wie J. Robert Oppenheimer mit der Entwicklung der Atombombe schafft Odysseus demnach eine Neuerung, deren Folgen die ursprüngliche Absicht ihres Urhebers übersteigen. Während Oppenheimer die Möglichkeit der atomaren Vernichtung eröffnet, führt Odysseus mit dem Trojanischen Pferd eine Form der Täuschung ein, die aus seiner Sicht die Grundlagen des zwischenmenschlichen Vertrauens beschädigt.[86][87]
Eng damit verbunden ist die Darstellung von Kriegstraumata. Der Film zeigt Odysseus nicht vorrangig als siegreichen Heimkehrer, sondern als psychisch belasteten Veteranen, der Erinnerungen an die Eroberung Trojas und den Tod seiner Gefährten verdrängt.[88] Sein langjähriger Aufenthalt bei Kalypso und der Konsum der Lotusblüten erhalten dadurch die Funktion einer Flucht vor traumatischen Erinnerungen.[89][90]
Auch die Sirenen werden in diese psychologische Deutung eingebunden. Anders als bei Homer wird im Film konkretisiert, was Odysseus in ihrem Gesang erkennt: dass ein Teil von ihm nicht nach Ithaka zurückkehren möchte, weil die Heimkehr auch die Konfrontation mit seinen Taten und seiner politischen Verantwortung bedeuten würde. Damit verlagert Nolan die Ursache der verzögerten Heimkehr teilweise von den Göttern auf Odysseus selbst.[91]
Athene bildet eine Ausnahme, wobei auch ihre Existenz mehrdeutig bleibt. Da Zendaya sowohl Athene als auch eine bei der Einnahme Trojas enthauptete Priesterin verkörpert, lässt sich die Göttin als Verkörperung von Odysseus’ Schuld und Erinnerung an ein konkretes Opfer interpretieren.[92]
Ein weiteres Motiv ist der Gegensatz zwischen Erinnerung und Verdrängung. Odysseus muss seine eigene Geschichte rekonstruieren, zugleich zeigen die unterschiedlichen Erzählungen über ihn, wie schnell historische Ereignisse in Gerüchte, Heldenbilder und Lieder übergehen.[93]
Die wiederholte Warnung vor den „Seevölkern“ erweitert diese Auseinandersetzung um gesellschaftliche Angst. Die vermeintlich von außen kommende Bedrohung erweist sich am Ende zugleich als Projektion, da Penelope die zerstörerischen „Menschen aus dem Meer“ als Odysseus und die heimkehrenden Griechen selbst erkennt.[94][95]
Der Film stellt damit die Frage, ob Zivilisation tatsächlich durch fremde Eindringlinge oder vielmehr durch das Verhalten jener zerfällt, die ihre eigenen moralischen Regeln außer Kraft setzen. Diese Lesart verbindet das Motiv der Gastfreundschaft mit gegenwärtigen Debatten über Migration, Ausgrenzung und die Angst vor dem Fremden.[96]
Adaption und Abweichungen von der Vorlage
Der Film folgt den inhaltlichen Grundzügen von Homers Epos auf der Ebene der Histoire, verändert jedoch dessen Erzählrahmen, reduziert das unmittelbare Eingreifen der Götter und verbindet einzelne Episoden mit Figuren und Motiven aus anderen antiken Überlieferungen.
- Bei Homer erzählt Odysseus den größten Teil seiner bisherigen Irrfahrten am Hof der Phäaken auf der Insel Scheria. Nolan lässt die Phäaken-Episode einschließlich Nausikaa weg und verlegt Odysseus’ rückblickende Erzählung weitgehend zu Kalypso.[97] Dadurch wird aus der öffentlichen Selbstdarstellung vor einem gastfreundlichen Hof eine persönlichere Rekonstruktion verdrängter Erinnerungen.
- Die Begegnung mit dem Volk der Lotophagen wird nicht als eigene Station der Irrfahrt dargestellt. Stattdessen überträgt der Film die bewusstseinsverändernde Wirkung des Lotus auf Odysseus’ Aufenthalt bei Kalypso.[98][99]
- Sinon gehört nicht zu den handelnden Figuren von Homers Odyssee, ist jedoch aus anderen antiken Überlieferungen bekannt, insbesondere aus Vergils Aeneis. Dort täuscht er die Trojaner über die Bedeutung des zurückgelassenen Pferdes und bewegt sie dazu, es in die Stadt zu bringen. Nolan erweitert die Figur zu einem moralischen Gegenüber Odysseus’, das ihn in der Unterwelt mit dem Schicksal seiner gefallenen Soldaten konfrontiert.[100][101]
- Zendaya verkörpert sowohl Athene als auch eine trojanische Priesterin, die während der Eroberung der Stadt enthauptet wird. Der Schnitt zwischen ihrem Tod und dem abgeschlagenen Kopf einer Athene-Statue verbindet die menschliche Figur mit der Gottheit, ohne eindeutig festzulegen, ob Athene tatsächlich erscheint oder von Odysseus imaginiert wird.[102][103] Im Epos nimmt Athene zudem die Gestalt Mentors an, um Telemachos zu beraten und zu begleiten. Im Film ist Mentor ein sterblicher Mann, der vor Telemachos getötet wird; dadurch entfällt die Gewissheit, dass hinter seiner Unterstützung eine Gottheit steht.[104]
- Zeus, Poseidon, Hermes und Helios greifen im Film nicht sichtbar in die Handlung ein. Naturereignisse und Unglücke bleiben deshalb mehrdeutig und können sowohl religiös als auch rational erklärt werden.[105]
- Der berühmte Wortwitz, bei dem Odysseus dem Zyklopen seinen Namen als „Niemand“ angibt, fehlt.[106] Auch Polyphems Gespräche mit den übrigen Zyklopen sowie Odysseus’ spätere übermütige Preisgabe seines wirklichen Namens werden nicht in derselben Form dargestellt. Stattdessen offenbart Odysseus im Film seine Hybris dadurch, dass er dem bereits entflohenen Zyklopen einen Pfeil in den Kopf schießt.[105]
- Die Episode um den Windgott Aiolos und den verschlossenen Schlauch, in dem die Winde aufbewahrt werden, wurde weggelassen.[107] Bei Homer öffnen Odysseus’ Gefährten den Schlauch kurz vor der Ankunft in Ithaka und treiben das Schiff dadurch erneut aufs Meer hinaus.
- Homers Kirke wird durch Hermes’ Moly dazu gebracht, Odysseus nicht zu verzaubern, nimmt ihn als Geliebten auf und beherbergt ihn und seine Gefährten ein Jahr lang. Im Film entfällt die sexuelle Beziehung weitgehend;[108] Kirke verwandelt die Männer vielmehr in Schweine, um ihre Gier und ihre vermeintlich wahre Natur offenzulegen.
- Bei Homer sind die Laistrygonen menschenfressende Riesen, die die Schiffe der Griechen mit Felsbrocken zerstören und deren Besatzungen töten. Im Film erscheinen sie als gepanzerte riesenhafte Krieger, die Odysseus’ Männer vor allem mit Schwertern angreifen.[109]
- Nolan zeigt, wie der junge Antinoos für den Einsatz im Trojanischen Krieg ausgelost wird und dann seinen Platz mit Sinon tauscht. Diese persönliche Vorgeschichte existiert bei Homer nicht.[110] Zudem ist Antinoos im Film der letzte Freier, der durch die Hand von Odysseus stirbt; im Epos hingegen ist Antinoos der erste.[111]
- Im Film beteiligt sich Telemachos zunächst nicht an der Tötung der Freier, um das im Elternhaus vermittelte „Gesetz des Zeus“ einzuhalten. Bei Homer ist Telemachos von Anfang an ein aktiver Mitstreiter seines Vaters und ordnet eigenmächtig die Erhängung der zwölf als illoyal betrachteten Dienerinnen an. Nolans Film zeichnet ihn damit deutlich zurückhaltender und moralisch konfliktreicher als das Epos.[112]
- Bei Homer prüft Penelope den zurückgekehrten Odysseus durch eine Bemerkung über ihr Ehebett, das aus dem Stamm eines verwurzelten Olivenbaums gefertigt und deshalb nicht verschiebbar ist. Im Film weist sich Odysseus stattdessen durch eine goldene Athene-Nadel aus, die Penelope ihm vor dem Trojanischen Krieg gegeben hatte.[113]
- Homers ausführliche Wiedervereinigung zwischen Odysseus und seinem Vater Laertes spielt im Film keine Rolle, er tritt gar nicht erst auf.[114] Auch die anschließende Auseinandersetzung mit den Angehörigen der getöteten Freier wird nicht entsprechend der Vorlage dargestellt.
Nolan strebte nach eigenen Angaben keine wort- und handlungsgetreue Übertragung von Homers Odyssee an. Er erklärte, dass „[…] das antike Publikum mit den Figuren und Überlieferungen des Epos bereits vertraut gewesen sei, während ein Film für ein gegenwärtiges Publikum die entsprechenden Voraussetzungen zunächst schaffen müsse.“[115] Um den Eindruck der Vorlage in einem anderen Medium zu vermitteln, habe er deshalb erzählerische Freiheiten genutzt, einzelne Ereignisse verschoben und zusätzliche Zusammenhänge hergestellt. Der Film sei sowohl für Menschen konzipiert worden, die Homers Epos nicht kennen, als auch für ein mit der antiken Überlieferung vertrautes Publikum.[115]
Auch die übernatürlichen Bestandteile des Epos wurden einer stärker gegenständlichen Darstellung unterzogen. Nolan verortete seine Geschichte in der Texttafel am Anfang des Films in einer “Time of Apparent Magic” („Zeit scheinbarer Magie“). Anstelle einer eindeutigen Trennung zwischen göttlichem Eingreifen und natürlichen Vorgängen lässt der Film daher teilweise offen, ob die Figuren tatsächlich übernatürlichen Mächten begegnen oder Naturereignisse und psychische Erfahrungen religiös-spirituell deuten.[116]
“One of the things I needed to crack was how to approach mythological elements in a sort of real-world way. The big breakthrough creatively in thinking about the gods was that everything that is now explained by science was once supernatural. Lightning, thunder, earthquakes, volcanoes—people are literally seeing gods everywhere; not even the evidence of gods, they’re seeing the actions of gods. [...] It’s very much part of their lives.”
„Eine der Fragen, die ich lösen musste, war, wie sich mythologische Elemente auf eine gewissermaßen realitätsnahe Weise darstellen lassen. Der große kreative Durchbruch bei meinen Überlegungen zu den Göttern bestand darin, dass alles, was heute wissenschaftlich erklärt wird, einst als übernatürlich galt. Blitze, Donner, Erdbeben, Vulkane – die Menschen sehen buchstäblich überall Götter. Sie sehen nicht einmal bloß Hinweise auf Götter, sondern deren Taten. [...] Sie sind ein fester Bestandteil ihres Lebens.“
Filmende
Im Unterschied zur literarischen Vorlage endet der Film nicht mit einer göttlich herbeigeführten Aussöhnung. Homers Epos schließt mit einem drohenden neuen Bürgerkrieg zwischen Odysseus und den Familien der getöteten Freier, den Athene auf Anweisung des Zeus beendet. Da die Götter im Film nicht unmittelbar in die Handlung eingreifen, entfällt diese erzwungene Befriedung. Stattdessen überträgt Odysseus die Herrschaft an Telemachos und verlässt Ithaka gemeinsam mit Penelope gen Westen, wodurch der Film den politischen Konflikt durch Odysseus’ persönlichen Machtverzicht löst.[117][118]
Nolan bezeichnete das Ende als ein vergleichsweise glückliches Ende für Odysseus und Penelope, stellte es jedoch in den Zusammenhang mit dem umfassenderen Zusammenbruch ihrer Zivilisation.[119] Ihre persönliche Befreiung fällt somit mit dem Beginn einer historischen Epoche zusammen, in der politische Strukturen und die Schriftkultur zerfallen.
Der abschließende Dialog zwischen Odysseus und Penelope verweist ausdrücklich auf den Verlust der Schrift während der sogenannten Dunklen Jahrhunderte Griechenlands. Odysseus’ Bemerkung, die Ereignisse würden künftig besungen, stellt eine Verbindung zwischen der Filmhandlung und der späteren mündlichen Überlieferung der homerischen Epen her:[120]
- Penelope: „Why will the stories only be sung?“
- „Warum sollen die Geschichten nur gesungen werden?“
- Odysseus: „Because song will be all they have to remember those of us who could write.“
- „Weil der Gesang alles sein wird, was ihnen bleibt, um sich an diejenigen von uns zu erinnern, die schreiben konnten.“
- Penelope: „Civilization will rise again.“
- „Die Zivilisation wird sich wieder erheben.“
- Odysseus: „And dawn will break over the darkened world. And our mistakes will once again be forgotten.“
- „Und die Morgendämmerung wird über der verdunkelten Welt anbrechen. Und unsere Fehler werden wieder in Vergessenheit geraten.“
– Schlussdialog im Film Die Odyssee
Rezeption
Vorwürfe historischer Ungenauigkeit
Die in den Trailern gezeigten Rüstungen und Schiffe stießen bei einigen griechischen Publikationen, Historikern und Online-Kommentatoren auf Kritik,[121][122] ebenso wie die Besetzung mit nicht-griechischen Schauspielerinnen und Schauspielern.[123][124] Insbesondere Agamemnons Rüstung wurde mit dem Batsuit aus Nolans The-Dark-Knight-Trilogie (2005–2012) verglichen.[125][126]
Auch die bauliche Gestaltung und die dunklere Farbpalette der Galeeren wurden dahingehend kritisiert, dass sie eher an Wikingerschiffe als an die während des Trojanischen Krieges verwendeten antiken griechischen Schiffe wie Biremen oder Pentekonteren erinnerten.[122][125] Der Althistoriker Tom Holland, der nicht mit dem Schauspieler verwandt ist, vertrat dagegen die Ansicht: „Das sind Mythen. Es gibt keine historisch korrekte Version von Odysseus’ Leben, weil er nicht existiert hat. Ich glaube ehrlich gesagt, dass ein impressionistischer Umgang mit der antiken Geschichte sehr viel besser ist als der mühsame Versuch, jedes historische Detail korrekt wiederzugeben, denn das ist unmöglich.“ Er verglich die Entwürfe positiv mit den „authentischeren“ spartanischen Rüstungen im Film 300 aus dem Jahr 2006 und nicht mit jenen aus Troja.[127]

Die Besetzung der kenianischen Schauspielerin Lupita Nyong’o als Helena von Troja, die als schönste Frau der Welt gilt, löste insbesondere bei konservativen Kommentatoren wie Matt Walsh und Elon Musk heftige Kritik bzw. den Vorwurf des Blackwashing aus.[128][129][130][131] Mehrere Kommentatoren kritisierten diese Reaktionen als rassistisch[132][129][130] und verglichen die Kontroverse mit ähnlichen Reaktionen und Debatten rund um die Besetzung des Disney-Realfilms Arielle, die Meerjungfrau von 2023 und des Dokudramas Queen Cleopatra aus demselben Jahr.[132][129][133] Kündigte Musk zuerst für das Ende des Jahres 2026 einen per KI (Grok) erstellten „abendfüllenden Film über die Odyssee“ an, „der historisch genau ist und Homers Kunst treu bleibt“,[134] erklärte Musk wenig später, er wolle dem konservativen Regisseur Mel Gibson 100 Millionen Dollar zur Verfügung stellen, damit dieser Odyssee verfilme.[135]
Diverse Kommentatoren vertraten die Ansicht, die Darstellung Helenas könne neu interpretiert werden, da sie eine „symbolische Figur sei, deren Bedeutung sich über verschiedene Kulturen und Epochen hinweg verändert hat“.[129] CK Smith argumentierte, die Kritik an der vermeintlich fehlenden Genauigkeit sei „selektiv“ und konzentriere sich stärker auf gesellschaftliche Fragen der Repräsentation und Identität als auf die Treue zur Vorlage und zur Mythologie.[129] Nyong’o lehnte es ab, die Figur auf „das Gesicht, das tausend Schiffe in See stechen ließ“ zu reduzieren. Stattdessen wollte sie hervorheben, wer Helena jenseits ihres Aussehens gewesen sei.[128]
Die Trailer wurden außerdem dafür kritisiert, dass mehrere Darsteller, darunter die britischen Schauspieler Holland und Pattinson, amerikanische Akzente verwendeten und ihre Dialoge in zeitgenössischem amerikanischem Englisch sprachen[136][137][138] – ähnlich wie die Verwendung britischer und amerikanischer Akzente in früheren Historienepen wie Die zehn Gebote (1956), Ben Hur (1959), Spartacus (1960) und Gladiator (2000). Einige Kommentatoren argumentierten, dass die Verwendung regionaler altgriechischer Sprachformen wie des homerischen Griechisch, des attischen Griechisch oder der hellenistischen Koine den Film für ein heutiges Publikum nicht zugänglich machen würde.[136][138] Scott Collura von IGN wies dagegen darauf hin, dass die britisch-amerikanische Altphilologin Emily Wilson in ihrer Übersetzung der Odyssee, die Nolan primär als Quelle heranzog, den Text ebenfalls in schlichtes, modernes Englisch übertragen habe.[139]
Kritiken
Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 95 Prozent positiv.[140] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 89 von 100 möglichen Punkten.[141]

Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Gelobt wurden insbesondere die bildgewaltige Inszenierung, die intensive Atmosphäre und die gelungene Übertragung des antiken Stoffs ins Medium Film.
Manohla Dargis von der New York Times hob hervor, dass Nolan die Kluft zwischen Kunstfilm und Blockbuster meisterhaft schließe und das 3000 Jahre alte Epos in einen intelligenten, nachdenklichen Film mit Old-Hollywood-Charme verwandle. Sie betonte, dass Nolan den Irrfahrten mehr Raum gebe als das Original und zugleich das Leid der Daheimgebliebenen in den Fokus rücke, wodurch er männlich geprägte Erzähltraditionen hinterfrage. Trotz künstlerischer Freiheiten sei seine Version klar als Adaption des Epos erkennbar. Die Rückblenden, etwa zur Konstruktion des Trojanischen Pferdes, deutete sie als Symbol für Nolans filmisches Schaffen.[142]
Chris Schelb von outnow.ch bezeichnete den Film als bildgewaltiges Epos, das als reine Unterhaltung überzeuge, aber auch Interpretationsspielraum biete. Nolan hebe bestimmte Themen bewusst hervor und schaffe eine faszinierende Interpretation, ohne sich zu weit vom Original zu entfernen. Die nichtlineare Erzählstruktur mit Rückblenden und Geschichten in Geschichten passe ideal zu Nolans Stil. Die mit IMAX-Kameras aufgenommenen Bilder nannte er überwältigend.[143]
Thomas Schultze von the-spot-mediafilm.com zog einen Vergleich mit Lawrence von Arabien und sah in Die Odyssee Nolans „Griff nach den filmischen Sternen“ – die größte Geschichte auf der größtmöglichen Leinwand mit der Botschaft, dass Krieg die Hölle sei. Er stellte den Film in direkten Zusammenhang mit Oppenheimer, da beide Werke von Männern handelten, die eine apokalyptische Macht entfesselten und deren Schuld für immer mit sich trügen. Nolans Historienepos sei weder eine Neuauflage von Die Fahrten des Odysseus noch von Troja, sondern ein eigenständiges, hochkarätiges Werk.[144]
Die von Nolan selbst als Inspirationsquelle genannte Altphilologin Emily Wilson urteilte hingegen verhaltener. In ihrer Besprechung für die London Review of Books vermisste sie psychologische, emotionale, politische und ethische Tiefe und kritisierte, dass Nolan aus dem vielschichtigen Helden der Vorlage einen uncomplicated man (einen unkomplizierten Mann) gemacht habe.[145][146]
Altersfreigabe und Einspielergebnis
In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 12 Jahren freigegeben. In der Freigabebegründung heißt es, der Film habe eine düstere Grundatmosphäre und enthalte zahlreiche bildgewaltige Kampf-, Bedrohungs- und Actionszenen. In diesen Szenen komme es teilweise zwar zu Gewalt- und Tötungsdarstellungen, doch diese seien stets kurz gehalten und entfalteten im Kontext der epischen Gesamthandlung keine übermäßige Wirkung. Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren seien in der Lage, die Darstellungen als Elemente einer realitätsfernen Fantasygeschichte zu betrachten, die ihnen zudem eine emotionale Distanzierung erleichtere.[1]
Nach dem zweiten Wochenende nach seiner Veröffentlichung hatte Die Odyssee weltweit bereits 652 Millionen US-Dollar an den Kinokassen eingespielt.[147] In Deutschland verzeichnete er im selben Zeitraum über 1,3 Millionen Besucher.[148]
Auszeichnungen
Astra Midseason Movie Awards 2026
- Auszeichnung als Most Anticipated Film[149]
Weblinks
- Die Odyssee bei IMDb
