Dilexi te

Apostolisches Schreiben von Papst Leo XIV. (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Dilexi te (lateinisch Ich habe dich geliebt) war das erste Apostolische Schreiben von Papst Leo XIV. Die Exhortatio apostolica wurde am 9. Oktober 2025 promulgiert und trägt den Untertitel: Über die Liebe zu den Armen.

Papstwappen von Leo XIV.

Hintergrund

Der Text des Schreibens wurde bereits von Papst Franziskus vor dessen Tod begonnen und anschließend von Papst Leo XIV. fertiggestellt.[1]

Das Schreiben wurde am 4. Oktober im apostolischen Palast vom Papst unterschrieben. Es geht um „die Liebe zu den Armen“, weswegen der 4. Oktober, der Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, dafür ausgewählt wurde.[2] Anwesend bei der Unterschrift war auch der Stellvertreter für allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats Edgar Peña Parra.[3]

Das erste apostolische Schreiben von Leo XIV. ist benannt nach seinem Incipit, dem Textanfang, der der Offenbarung des Johannes entnommen ist: Ego dilexi te ‚Ich habe dir meine Liebe zugewandt‘ (Offb 3,9 EU).[4] Es erinnert an die letzte Enzyklika von Papst Franziskus, Dilexit nos (‚Er hat uns geliebt‘, Röm 8,37 EU), die dieser am 24. Oktober 2024 veröffentlichte.[5]

Inhalt

Das Schreiben behandelt die Bedeutung der Armen für die Verkündigung und Seelsorge der Kirche.[6] Die Kirche müsse eine „Kirche für die Armen werden“.[2]

Erstes Kapitel: Einige wesentliche Punkte

I. Der heilige Franziskus [6–7]

II. Der Schrei der Armen [8–12]

III. Ideologische Vorurteile [13–15]

Zweites Kapitel: Gott erwählt die Armen

I. Die Erwählung der Armen [16–17]

II. Jesus, der arme Messias [18–23]

III. Die Barmherzigkeit gegenüber den Armen in der Bibel [24–34]

Drittes Kapitel: Eine Kirche für die Armen

I. Der wahre Reichtum der Kirche [37–38]

II. Die Kirchenväter und die Armen [39–40]

III. Der heilige Johannes Chrysostomus [41–42]

IV. Der heilige Augustinus [43–48]

V. Die Sorge für die Kranken [49–52]

VI. Die Sorge für die Armen im monastischen Leben [53–58]

VII. Die Gefangenen befreien [59–62]

VIII. Zeugen evangeliumsgemäßer Armut [63–67]

IX. Die Kirche und die Unterweisung der Armen [68–72]

X. Die Begleitung der Migration [73–75]

XI. An der Seite der Geringsten [76–79]

XII. Volksbewegung [80–81]

Viertes Kapitel: Eine Geschichte, die weitergeht

I. Das Jahrhundert der Soziallehre der Kirche [82–89]

II. Strukturen der Sünde, die Armut und extreme Ungleichheit verursachen [90–98]

III. Die Armen als Subjekte [99–102]

Fünftes Kapitel: Eine beständige Herausforderung

I. Noch einmal der barmherzige Samariter [105–107]

II. Eine unausweichliche Herausforderung für die Kirche von heute [108–114]

III. Geben, auch heute noch [115–121]

Rezeption

Der Sozialethiker Elmar Nass sagte, mit diesem Schreiben werde die sozialethische Programmatik von Leo XIV. vorgezeichnet. Leo setze „ein Herzensthema“ von Franziskus fort, er sei aber „milder“ als dieser. Zudem sei die Priorität der Gottesliebe bemerkenswert, aus der die Nächstenliebe abgeleitet werde.[7]

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing würdigte das Schreiben.[8] Zudem hob er die Verständnis der Kirche als Kirche der Armen hervor.[9] Der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz Franz Lackner OFM sieht in dem Schreiben eine Kontinuität mit Papst Franziskus, allerdings setze der neue Papst eigene Akzente.[10]

Literatur

Einzelnachweise

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