Dirk Rompf
deutscher Eisenbahnmanager
From Wikipedia, the free encyclopedia
Dirk Rompf (* 14. Mai 1969[1]) ist ein deutscher Manager. Er war zwischen 1997 und 2019 in verschiedenen Positionen von Unternehmensberatungen und der Deutschen Bahn tätig und fungiert seit 2021 als ein Geschäftsführer der Ifok GmbH.
Werdegang
Der Diplom-Physiker[2] Rompf promovierte 1997 an der Universität Gießen über „Isovektorielle magnetische Dipolanregungen im Pseudo-SU(3)-Modell“.[3] Er arbeitete anschließend zunächst bei der Unternehmensberatung McKinsey, bevor er 2001 zu DB Fernverkehr wechselte.[4][2] Von 2006 bis 2011 war er „Director Travel & Transportation“ bei Oliver Wyman Consulting. Er wechselte anschließend zur Deutschen Bahn AG, wo er die Leitung des Bereichs „Strategie Infrastruktur und Dienstleitungen“ übernahm. Im November 2013 folgte die Berufung in den Vorstand der DB Netz AG.[4]
Rompf war vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2019 Vorstand des neu eingerichteten Ressorts „Netzplanung und Großprojekte“ bei der DB Netz.[4][5][6] Der Verantwortungsbereich des neuen Ressorts erstreckte sich auf Planung und Umsetzung von Neu- und Ausbauprojekten des Schienennetzes, sowie auf Kapazitätserweiterungen[4][7]. Rompf war in dieser Funktion für alle Neubauten zuständig, darunter das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8.[8] Im Rahmen einer zum 1. Juli 2015 vollzogenen Umstrukturierung wurde das Projektmanagement von der DB ProjektBau in die Eisenbahninfrastrukturunternehmen übertragen und die Bauherrenvertretung durch sieben Regionalbereiche des Ressorts ersetzt.[9] Bei der Havarie am Tunnel Rastatt im Jahr 2017 vertrat überwiegend Rompf die DB in der Öffentlichkeit.[8][10] Rompf initiierte die Strategie „Netzkonzeption 2030“ und führte zudem eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung als Standard bei der Deutschen Bahn ein.[11][12] Rompf hatte sich zum Ziel gesetzt, Großprojekte, die damals über 20 Jahre liefen, um fünf Jahre zu beschleunigen.[12] Er plädierte unter anderem für den Entfall des von Gemeinden zu leistenden Finanzierungsdrittels nach Eisenbahnkreuzungsgesetz, die Einführung einer Bundeskompensationsverordnung zur einheitlichen Regelung des Ausgleichs von Eingriffen in Natur und Landschaft sowie eine Novellierung der Baulärmverordnung.[13] Die Gründe für seinen Weggang sind nicht öffentlich bekannt.[8]
Rompf war einer der beiden Geschäftsführer der im April 2020 gegründeten Motion Group Capital GmbH, deren Gegenstand die „Leitung von Gruppen-Gesellschaften als deren Holding“ und „der Aufbau von Beteiligungsfonds zur Beschleunigung der nachhaltigen, ressourcenproduktiven Verkehrswende sowie Beteiligungen, Beratung und Forschung“ war.[14] Das Unternehmen war nach eigener Darstellung eine auf die Bereiche Mobilität und Sektor-Kopplung spezialisierte Investmentgesellschaft.[15] Er schied im Januar 2021 aus dem Unternehmen aus.[16] Zum 1. Februar 2021 wurde er zu einem Geschäftsführer der Ifok GmbH ernannt, zu deren Kunden sowohl die DB als auch das Bundesverkehrsministerium zählt.[17][8]
Am 22. September 2025 schlug Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder vor, Rompf zum Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO AG zu ernennen.[18] Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG äußerte Kritik, wobei sie die unzureichende Einbindung der Gewerkschaft in die Nominierung seitens des Verkehrsministers hervorhob[19.1][20][21][22]. Unklar blieb, inwieweit Rompf an der zuvor vorgestellten neuen Strategie des Bundesverkehrsministeriums beteiligt gewesen ist.[19]
Am 25. September 2025 erklärte Rompf, dass er nicht mehr für die Position des Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO AG zur Verfügung stehe.[18][23]
Sonstiges
Rompf ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.[24]
Er ist seit 2009 Honorarprofessor der International School of Management.[25][4]
Weblinks
- Literatur von und über Dirk Rompf im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- phoenix: Bundespressekonferenz: Vorstellung der neuen Bahnstrategie mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (ab 0:23:50) auf YouTube, 22. April 2025, abgerufen am 24. September 2025 (Vorstellung in der Bundespressekonferenz).
- Andreasgemeinde Niederhöchstadt: Gottesdienst vom 22.03.2020: Corona & Gott: Wie der Glaube durch Krisen trägt (ab 0:14:42) auf YouTube, 22. März 2020, abgerufen am 24. September 2025 (Interview 2020).