Diskussion:Dysgenik
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Neutralitätsdiskussion von der stillgelegten Wartungsseite
Ich habe den Neutralitätsbaustein auf diese Seite gestellt und möchte auch erläutern, warum. IMHO wird hier "Dysgenik" als Tatsache und nicht als These dargestellt. Ich studiere Soziologie im Hauptfach und Psychologie im Nebenfach und habe mich im Rahmen meines Studium auch mit Intelligenz, besonders mit deren Vererbung beschäftigt. Nach dem was ich an meiner Universität lernte (Uni Bielefeld) lernte, ist Intelligenz zum größten Teil nicht erblich. Dies kann man zum Beispiel sagen, weil es Versuche gab die Intelligenz zu steigern und diese sehr erfolgreich verliefen. Als Beispiel möchte ich das Abecedarian Early Intervention Project, das Milwaukee Project und einige Projekte von Head Start nennen (bei Head Start handelt es sich nicht um ein einheitliches Konzept. Einige Projekte unter dem Schirm von Head Start waren erfolgreich, andere nicht. Des weiteren stellten sich Zwillingsstudien, welche zu die Wissenschaft zu dem Glauben veranlassten, dass Intelligenz vererbt sei als gefälscht raus (siehe dazu: Cyril_Burt).
Nun wird aber auf dieser Seite teilweise davon ausgegangen, dass die Intelligenz erblich sei und dass Dysgenik stattfände. Ich möchte mal ein paar Sätze zitieren: "Als einen Grund für das Auftauchen dysgenischer Trends zu Beginn des 20. Jh. nennt Lynn den steigenden Gebrauch von Verhütungsmitteln.", "Heute sind sowohl die allgemeine als auch die dysgenische Fertilität insgesamt niedrig. Dass dysgenische Trends dennoch vorhanden sind, liegt Lynn zufolge darin, dass weniger intelligente Menschen auch weniger effektiv verhüten und somit mehr Kinder haben, als sie für ideal halten.", "Osborne (1975, zit. nach Lynn, 1998) fand als erster einen starken dysgenischen Trend."Mit Bezug auf die säkularen Trends in der Fertilität in Beziehung zum Bildungsniveau weißer Frauen, kann man dysgenische Fertilität in der ersten Kohorte (geboren 1890 bis 1895) beobachten (dysgenische Rate: 2.79) und eine Abnahme dysgenischer Fertilität bei den 20 Jahre später geborenen (dysgenische Rate: 1,42)." und so weiter.
Das klingt so als sei Dysgenik eine in der Fachwelt anerkannte Tatsache. Ist sie aber in der Fachwelt nicht. Zumindest ist das unter den Professoren der Uni Bielefeld (die wahrscheinlich mehr davon verstehen als der durchschnittliche Wikipedia-Autor) nicht der Fall.
Noch ein Wort zu dieser These allgemein: Mir ist aufgefallen, dass die Dysgenik-These und alle möglichen anderen von V. Weiss vertretenen Thesen bei Wikipedia eine sehr große Rolle spielen (siehe zum Beispiel Artikel über PISA (die Studie), über den Flynn-Effekt und so weiter). Es gibt kaum eine soziologischen Artikel in dem nicht von Dysgenik oder V. Weiss die Rede ist. Es wird der Eindruck erweckt, Weiss sei eine in der Welt der Wissenschaft hoch anerkannte Persönlichkeit. Wenn ich mich nicht irre ist dies nicht der Fall. Stattdessen wurde Weiss eine Professur verweigert. Grund: Er vertritt politisch extreme Ansichten, die er nicht mir wissenschaftlichen Argumenten begründen kann. Das kann man auch schon an seiner Homepage sehen. --Cumtempore 19:03, 7. Mai 2007 (CEST)
- Ich kann die Ansicht, dass Intelligenz gar nicht, also auch nicht in Teilen, vererbbar sei, in keiner Weise nachvollziehen. Wenn Intelligenz nichts mit Genen zu tun hätte, könnte man Schimpansen (oder Regenwürmer) zu kulturell normalen Menschen erziehen. Kann man aber nicht. Q.E.D. Unbestritten ist hingegen, dass phänotypische Intelligenz viele andere Einflussfaktoren kennt, und nicht nur Gene. Das ist aber eine andere Aussage als "Intelligenz hat nichts mit Genen zu tun". Genauer: IQ(G,F). Intelligenz ist eine Funktion der Gene und anderer Faktoren. Und selbst wenn Gene unter Menschen nur 10% der Variabilität der Intelligenz ausmachen, hat Lynn dennoch recht. Je geringer IQ mit G korreliert, desto langsamer sind dysgenische Effekte. Dass sie Null sind, ist im Licht der Evolutionstheorie ausgeschlossen. --2003:E3:73C4:F06:B96B:60B5:FD1D:3D4C 12:12, 25. Nov. 2017 (CET)
- „Des weiteren stellten sich Zwillingsstudien, welche zu die Wissenschaft zu dem Glauben veranlassten, dass Intelligenz vererbt sei als gefälscht raus“ Du zweifelst also daran, dass Intelligenz vererbbar ist? Hiermit stellst du gleich die Theorie der Gene und der Evolutionstheorie in Frage, welche in der Fachwelt durchaus annerkannt sind. Angenommen die Gene würden keinerlei Rolle spielen, dann müsste der Mensch irgendeinen Mechanismus haben, um Mutationen auszugleichen. Oder glaubst du auch nicht, dass es Mutationen gibt? Gibt es Krebs für dich auch nicht? Rekombinationen auch nicht? Unterschiedliche Verteilungen von Genen in der Bevölkerkerung auch nicht? Volkmar Weiß kommt jetzt in diesem Artikel nicht mehr vor. Lynn hat seine Studien in größeren Ausmaß ausgeführt als die von dir verlinkten Studien. Außerdem sagen diese nichts gegensätzliches aus, sondern ergänzen sich. Man spricht auch von einem „Potential“, welches man durch Förderung und Bildung ausnutzen kann. Aber ohne Potential wird das auch nichts. Ein dysgenischer Prozess ist noch nicht zweifeilsfrei nachgewiesen, aber, dass der IQ teilweise sinkt und, dass viele Umweltbedingungen dabei nicht schlechter werden, ist eindeutig. Auch, dass ein dysgenischer Prozess möglich ist, ist zweifelsfrei bewiesen. --Headbreak 20:34, 4. Sep. 2011 (CEST)
- Die Voraussetzung dafür, dass sich "Intelligenz" vererbt, besteht unter anderem darin, dass es so etwas wie eine "allgemeine Intelligenz" überhaupt gibt. Das ist wissenschaftlich umstritten. Erst wenn irgendwann einmal ein Gen oder eine Anzahl von Genen identifiziert werden sollte, welches für die Intelligenzentwicklung ausschlaggebend wäre, dann könnte man davon sprechen, dass Intelligenzvererbung wissenschaftlich erwiesen ist. Ich bezweifel, dass so etwas entdeckt werden wird. Aber auch das würde dann noch nicht Dysgenik-Theorien wissenschaftlich absichern. Denn Dysgenik geht von einer "gruppenspezifischen Vererbung" von Intelligenz aus, nicht von einer individuellen Vererbung. -- Schwarze Feder talk discr 14:15, 7. Sep. 2011 (CEST)
- Ich weiß nicht warum man sich als Student der Soziologie berufen fühlt biologische Fragestellungen zu bewerten und falsch darzustellen. Zum tieferen Verständnis schlage ich das Studium dieser wissenschaftl. Paper vor:
- Plomin, R., von Stumm, S. The new genetics of intelligence. Nat Rev Genet 19, 148–159 (2018). https://doi.org/10.1038/nrg.2017.104
- Deary, I.J., Cox, S.R. & Hill, W.D. Genetic variation, brain, and intelligence differences. Mol Psychiatry 27, 335–353 (2022). https://doi.org/10.1038/s41380-021-01027-y --InOculum (Diskussion) 14:10, 13. Mai 2024 (CEST)
- Selbstverständlich ist Intelligenz (Bildungsfähigkeit) hochgradig erblich. Das ist aber kein Thema der Soziologie, sondern der Intelligenzforschung und der Entwicklungspsychologie. Es gibt auch einige prominente Persönlichkeiten, die eine geringe Erblichkeit von Intelligenz praktisch ausschließen, z. B. Steve Jobs.
- Im Artikel heißt es unter Popkultur: "Der Film Idiocracy greift auf das Thema der negativen Korrelation zwischen Intelligenz und Kinderzahl (demografisch-ökonomisches Paradoxon) zurück und entwirft eine Dystopie, in der die Welt von Dummen regiert wird." Nun, das ist m. E. die beste Definition von Dysgenik, wenn eine negative Korrelation zwischen Merkmalen, die für eine gute Anpassung sprechen (hier: Intelligenz) und der Kinderzahl. Warum wurde sie im Artikel nicht angeführt.
- Ansonsten ist das Thema ziemlich ernst: Wir erleben aktuell in Deutschland eine bereits länger andauernde dysgenische Bevölkerungsentwicklung. Der IQB in Mathematik für Viertklässler hatte im Jahr 2011 noch einen Wert von 500, 5 Jahre später von 483, weitere 5 Jahre später von 462. In Bremen sogar nur von 423. Die 4.-Klässler von Bremen liegen praktisch ein ganzes Schuljahr gegenüber den 4.-Klässlern in Sachsen und Bayern (den beiden Spitzenreitern) zurück. Tendenziell könnte man sagen, dass die Bundesländer umso schlechter abgeschnitten haben, je länger sie eine linke Regierung hatten.
- Sorry, aber das kann man doch nicht einfach mit Rechthaberei niederkämpfen. Nehmen wir einmal an, es würde stimmen, dass Intelligenz zu großen Teilen erblich ist. Dann erleben wir aktuell einen starken Verdummungsprozess unserer Bevölkerung (beginnend bereits in der Grundschule). Man bräuchte Jahrhunderte an Evolution, um das wieder zu reparieren. Und darüber streiten einige hier? Ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein. Und daran, die einschlägige Literatur der Fachdisziplinen (wozu die Soziologie nicht zählt) zu studieren und im Artikel zu berücksichtigen. --Gilbertblake (Diskussion) 01:48, 16. Feb. 2025 (CET)
"Zweifelsfrei bewiesen" - das allein ist in den Sozialwissenschaften schon eine ziemlich steile These. IQ ist das was beim Intelligenztest heraus kommt. Das ist trainierbar und es wird in der Praxis immer unmöglich sein, soziale von biologischen und umweltbedingten Einflüssen hundertprozentig zu trennen. Dazu müssten man Zwillinge und in Blasen aufwachsen lassen. Ich stimme dem Verfasser des ersten Textes vollständig zu. Biologistischer Intelligenzverfall ist eine These, mehr nicht. Keine die fachlich größere Anerkennung findet, was der in Soziologie übrigens allgemein bekannt ist. Den angeblichen Lynn-Verfall von IQ könnte man genauso auf alle anderen Bedingungen, die sich im Zeitraum veränderten zurückführen. Er ist aber Aufgrund der Unklarheit des IQ Werts bereits abzulehnen. Auch der notwendige Ausschluss der anderen Faktoren fehlt bei Lynn letztlich.
Der Artikel ist NICHT neutral, da er die enorme wissenschaftliche Kritik an diesen Thesen ignoriert. Die Kritik an diesen Thesen ist keine rein "moralische". Das gibt es auch, aber es ist nicht der Grund weshalb die Thesen in Fachkreisen als, gelinde gesagt, unbelegt gelten. Dass die Kritik daran rein durch "political correctness" motiviert sei zu suggerieren ist nicht weniger als manipulativ. --85.181.17.112 02:52, 28. Aug. 2013 (CEST)
- Der Artikel ist frei zugänglich und kann daher jederzeit von Dir unter Angabe geeigneter Quellen ergänzt werden. --Gerbil (Diskussion) 10:17, 28. Aug. 2013 (CEST)
Die Diskussion scheint mir stark von zugespitzten Positionen geprägt zu sein, die beide nicht dem heutigen Stand der Forschung entsprechen. Weder ist es korrekt zu behaupten, Intelligenz sei „größtenteils nicht erblich“, noch entspricht es dem wissenschaftlichen Konsens, von einem klar nachgewiesenen „dysgenischen Intelligenzverfall“ zu sprechen. Der aktuelle Forschungsstand in Psychologie und Verhaltensgenetik geht vielmehr davon aus, dass Intelligenz sowohl genetische als auch Umweltkomponenten hat. In vielen Studien wird die Erblichkeit von Intelligenz innerhalb von Populationen im Bereich von etwa 40–80 % geschätzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Intelligenz genetisch festgelegt oder unveränderlich wäre. Der Begriff der Erblichkeit beschreibt lediglich, wie stark genetische Unterschiede statistisch zur Variation innerhalb einer bestimmten Population beitragen; er sagt nichts darüber aus, wie formbar ein Merkmal durch Umweltbedingungen ist.
Gerade im Bereich der frühen Förderung gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass Umweltbedingungen kognitive Entwicklung beeinflussen können. Programme wie das Abecedarian Early Intervention Project, das Milwaukee Project oder einzelne Projekte unter dem Dach von Head Start zeigen, dass intensive frühkindliche Förderung messbare Effekte auf kognitive Leistungen haben kann, auch wenn sich manche dieser Effekte im Laufe der Zeit teilweise abschwächen. Daraus folgt jedoch nicht, dass genetische Einflüsse irrelevant wären, sondern vielmehr, dass Intelligenz das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von genetischen Voraussetzungen und Umweltfaktoren ist.
Auch das Argument, die Forschung zur genetischen Beteiligung an Intelligenz beruhe im Wesentlichen auf gefälschten Zwillingsstudien, greift zu kurz. Zwar gab es Kontroversen um einzelne Forscher wie Cyril Burt, doch existiert eine große Zahl unabhängiger Zwillings-, Adoptions- und inzwischen auch molekulargenetischer Studien, die genetische Einflüsse auf kognitive Fähigkeiten nahelegen. Gleichzeitig zeigen diese Studien ebenfalls, dass Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen.
Die in der Diskussion angesprochene Dysgenik-These, etwa in der Tradition von Arbeiten von Richard Lynn, ist in der Fachwelt deutlich umstritten. Zwar gibt es Untersuchungen, die Zusammenhänge zwischen Bildungsniveau, Fertilität und kognitiven Testergebnissen diskutieren, doch daraus lässt sich kein klarer wissenschaftlicher Konsens über einen gesellschaftlichen „Intelligenzverfall“ ableiten. Vielmehr stehen solchen Thesen zahlreiche andere Befunde gegenüber, etwa der sogenannte Flynn Effect, also der über Jahrzehnte hinweg in vielen Ländern beobachtete Anstieg von Testergebnissen in Intelligenztests. Darüber hinaus ist es methodisch äußerst schwierig, Veränderungen von Testergebnissen eindeutig genetischen Ursachen zuzuschreiben, da sich Bildungssysteme, Testmethoden, soziale Bedingungen und viele andere Faktoren gleichzeitig verändern.
Vor diesem Hintergrund erscheint es problematisch, wenn in einem Artikel der Eindruck entsteht, dysgenische Entwicklungen seien eine weitgehend akzeptierte wissenschaftliche Tatsache. Ebenso wäre es jedoch irreführend, genetische Einflüsse auf Intelligenz grundsätzlich zu bestreiten. Eine neutrale Darstellung sollte beide Punkte berücksichtigen: Erstens, dass Intelligenz teilweise genetisch beeinflusst ist, und zweitens, dass Hypothesen über gesellschaftliche dysgenische Trends stark umstritten sind und keineswegs einen gesicherten Konsens darstellen. Genau diese Differenzierung wäre aus meiner Sicht notwendig, um dem Neutralitätsanspruch eines enzyklopädischen Artikels gerecht zu werden. --~2026-71745-9 (Diskussion) 15:22, 10. Mär. 2026 (CET)
Eugenik-Präferenz Lynns und Harveys?
"Lynn und Harvey hoffen vor allem, dass mittels Biotechnologie dem dysgenischen Prozess entgegengewirkt werden kann." - Ist das eine Umschreibung für Eugenik-Maßnahmen? Ich gehe mal davon aus und finde daher, dass dies dann auch deutlicher ausformuliert werden könnte. 80.187.104.112 00:32, 10. Aug. 2013 (CEST)
- Dann schlag's nach und füge es ein.-- Leif Czerny 17:56, 10. Mär. 2026 (CET)
