Diurese

medizinischer Ausdruck für die Ausscheidung von Harn durch die Nieren From Wikipedia, the free encyclopedia

Der medizinische Ausdruck Diurese (altgriechisch διά diá, deutsch durch, und altgriechisch οὐρέω uréō, deutsch harnen) bezeichnet die „Harnbildung und die Harnausscheidung durch die Nieren.“[1] Die Diurese beträgt beim erwachsenen Menschen physiologisch etwa einen bis eineinhalb Liter pro Tag oder circa 0,5 bis 1,0 Milliliter pro Minute.[2]

Die Diurese wird im Rahmen medizinischer Maßnahmen beeinflusst:

Auch auf den Körper wirkende physikalische Größen können die Diurese beeinflussen, so steigert sich die Aktivität bei Kälte- oder Druckbelastung (zum Beispiel im Wasser) oder bei niedrigem Luftdruck (zum Beispiel über ca. 3000 m Höhe). Die Kältediurese wird durch eine verminderte Produktion von ADH ausgelöst.[4]

Es wird zudem unterschieden zwischen einer Wasserdiurese (Aquarese) und einer osmotischen Diurese (Filtrationsdiurese).[5]

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat veröffentlicht, dass Kaffee zwar kurzfristig harntreibende Wirkung hat, aber nicht dauerhaft entwässert, da der Körper entsprechend gegensteuert.[6][7] Auch schwarzer Tee hat keine entwässernde Wirkung. Dieser Gewöhnungseffekt tritt auch bei einigen Diuretika auf, wenn sie als Dauertherapie gegeben werden.

Das Gegenteil der Diurese ist die Antidiurese durch eine vermehrte tubuläre Rückresorption des Primärharns als Ergebnis der Wirkung des antidiuretischen Hormons (ADH) durch die Wirkung eines anderen Antidiuretikums. Der Normalzustand bei einem Menschen, der Flüssigkeit sparen will (und häufige Toilettengänge vermeiden will), ist die Antidiurese.

In der neueren Fachliteratur wird ein Syndrom der inadäquaten Antidiurese (SIAD) beschrieben.[8]

Siehe auch

Wiktionary: Diurese – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI