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Dominsel (Bremen)

Denkmalgruppe rund um den Bremer Dom From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Dominsel ist seit 1973 ein denkmalgeschütztes Ensemble[1] in der Bremer Altstadt.[2] Es umfasst den Bremer Dom und angrenzende Gebäude zwischen Domshof und Sandstraße im Norden, der Domsheide im Süden, dem Grasmarkt (Straßenname: Am Dom) im Westen und der Violenstraße im Osten. Im Unterschied zu Städten, deren Kathedralen auf geografischen Inseln stehen, hat die Bezeichnung „Dominsel“ in Bremen keinen Bezug zu Gewässern.

„Dominsel“ rot und pink, übrige Denkmalbauten und -Areale blau

Als Einzeldenkmäler umfasst das Ensemble außer dem mittelalterlichen Dom nur Gebäude des 18. bis 20. Jahrhunderts: Am Dom 2, Domsheide 2 bis 8, Sandstraße 10 bis 16.

Einzeldenkmale und Bestandteile des Ensembles

Dominsel mit Domtürmen, von Doms­heide/Ecke Ostertorstraße

Folgende Bauwerke in der Denkmalgruppe Dominsel stehen unter Bremer Denkmalschutz:

Geschichte

Die Bremer Geschichte begann in den 780er Jahren mit dem Bau der ersten Kirche des Missionsbischofs Willehad auf der Bremer Domdüne. Ein zuerst von Erzbischof Libentius I. (ʕ 988–1013) errichteter Befestigungsring[14] grenzte die überwiegend von Klerikern bewohnte Bremer Domburg[15] von der benachbarten weltlichen Siedlung ab, die unter seinem Nachfolger Unwan (ʕ 1013–1029) eine vom Dom getrennte Pfarrkirche außerhalb der Domburg erhielt, Adam von Bremen: «basilicam sancti Viti extra oppidum construi».[16]

Die weltliche Siedlung entwickelt sich zur Stadtgemeinde, die 1186 im Gelnhauser Privileg von Kaiser Friedrich I. („Barbarossa“) der kaiserlichen Rechtsprechung unterstellt wurde, aber noch lange brauchte, sich wirklich von den Erzbischöfen zu emanzipieren. Das heutige Straßennetz, das das Denkmalensemble Dominsel begrenzt, ist von den großen Dimensionen des Doms seit 1042 bestimmt, seit den von Erzbischofs Bezelin/Adalbrand gelegten Fundamenten.[17] Auch die 1919 abgebrannte Domklausur war auf diesen großen Dom abgestimmt. Über Straßen, Plätze und Wege in der Domburg vor 1072 ist außer dem 2002 wiederentdeckten Torweg des Markttores[18] nichts bekannt.

Obwohl die von Erzbischof Hermann von Bremen (ʕ 1032–1035) begonnene und von Bezelin mit einem großen Tor zum Markt versehene Steinmauer um die Domburg schon von Adalbert ab 1043 teilweise eingerissen wurde und im weiteren Verlauf des Mittelalters vollständig verschwand, existierte die aus der Burg hervorgegangene Domfreiheit als Enklave rechtlich bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803, seit der Säkularisierung des Erzbistums Bremen im Westfälischen Frieden 1648 zunächst in schwedischer, dann in hannöverscher Hand. Sie war deutlich ausgedehnter als das 1973 definierte Ensemble; die zuerst zeitlich vor der Domburg errichtete, dann mehrfach vergrößert wiederaufgebaute und heute verschwundene Wilhadikapelle und das um ab 1293 errichtete Palatium mit der zugehörigen Maria-Magdalenen-Kapelle standen innerhalb der Domburg, aber weit außerhalb des Denkmalareals.

Literatur

  • Wilfried Helling: Dorf und Domburg als alter bremischer Siedlungsbereich. In: Der Aufbau, Verlag Wiederaufbau, Bremen 1999.
  • Rudolf Stein: Das vergangene Bremen – der Stadtplan und die Stadtansicht im Wechsel der Jahrhunderte. Hauschild Verlag, Bremen.
  • Manfred Rech: Gefundene Vergangenheit, Archäologie des Mittelalters in Bremen. Bremer Archäologische Blätter Beiheft 3, Bremen 2004, S. 38–59.
  • Dieter Hölscher, Manfred Rech, Volker Zedelius: Funde der Karolingerzeit in Bremen. mit Karte der der Ringmauer der Dominsel. In: Bremer Archäologische Blätter '90/91, Bremen 1991, S. 40 bis 49.
  • Dehio Bremen/Niedersachsen 1992
  • Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
Commons: Domsheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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