Donroe-Doktrin
außenpolitische Strategie von Donald Trump ab 2025
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Die (inoffiziell genannte) „Donroe-Doktrin“ ist eine außenpolitische Strategie des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit, die den Machtanspruch der Vereinigten Staaten auf die westliche Hemisphäre bekräftigt.[1]

Die Wortschöpfung aus Trumps Vornamen „Donald“ und der historischen Monroe-Doktrin wurde 2025 erstmals von der Boulevardzeitung New York Post geprägt und wird seither von verschiedenen Medien verwendet.[2][3][4] Die Doktrin markiert eine Wende in der US-amerikanischen Außenpolitik, indem sie eine angestrebte Vormachtstellung der USA auf dem gesamten amerikanischen Doppelkontinent hervorhebt.[5]
Historischer Hintergrund und Begriff
Die ursprüngliche Monroe-Doktrin wurde 1823 von Präsident James Monroe formuliert und richtete sich gegen die Einmischung europäischer Mächte in den amerikanischen Doppelkontinent. Sie sollte die gerade unabhängig gewordenen lateinamerikanischen Staaten vor einer Rekolonialisierung schützen.[6][7]
Im November 2013 hatte US-Außenminister John Kerry erklärt, „die Ära der Monroe-Doktrin ist vorbei“. Diese Ankündigung sollte einen Übergang von Interventionismus zu gleichberechtigter Zusammenarbeit einleiten, führte jedoch nach Ansicht von Kritikern zu einem Rückzug Washingtons aus der westlichen Hemisphäre und einem wachsenden Einfluss Russlands, Chinas und des Irans in der Region.[8]
Im Januar 2025 griff die New York Post den historischen Begriff auf und wandelte ihn zur „Donroe-Doktrin“ um, nachdem Trump begonnen hatte, Mexiko, Panama und andere lateinamerikanische Staaten zu bedrohen. Bei einer Pressekonferenz nach der Militäraktion in Venezuela im Januar 2026 nahm Trump diese ursprünglich satirisch gemeinte Formulierung auf und erklärte: „Die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wird nie mehr infrage gestellt werden“.[9]
Strategische Grundlagen

In der im Dezember 2025 veröffentlichten Strategie für nationale Sicherheit der USA räumt die Trump-Regierung der „westlichen Hemisphäre“ die höchste geopolitische Priorität ein. Das Dokument erklärt: „Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin wieder bekräftigen und durchsetzen, um die amerikanische Vormachtstellung in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen“.[7]
Trump erweiterte die ursprüngliche Doktrin durch einen entscheidenden Zusatz: „Wir werden außerkontinentalen Wettbewerbern die Fähigkeit verwehren, Streitkräfte oder andere bedrohliche Mittel zu stationieren oder strategisch wichtige Vermögenswerte in unserer Hemisphäre zu besitzen oder zu kontrollieren“. Damit knüpfte er bewusst an Theodore Roosevelt an, der 1904 die Monroe-Doktrin verschärfte und ein Interventionsrecht für die USA ableitete.[7]
Der chinesische Einfluss in Lateinamerika wird im Strategiepapier als weiterer Grund für die neue Doktrin genannt. China hat in den vergangenen 20 Jahren massiv in die Infrastruktur Lateinamerikas investiert und sich Zugang zu kritischen Rohstoffen gesichert. Laut dem akademischen Netzwerk lateinamerikanischer Universitäten zur Chinaforschung (Red Académica de América Latina y el Caribe sobre China, kurz Red ALC-China) betragen die chinesischen Direktinvestitionen in die Region seit 2000 rund 193 Milliarden US-Dollar.[7]
Umsetzung und Maßnahmen
Die Trump-Regierung hat verschiedene Instrumente eingesetzt, um die Donroe-Doktrin durchzusetzen. Dazu gehören militärische Drohungen und Aktionen, scharfe Wirtschaftssanktionen, Strafzölle, Druckkampagnen und wirtschaftliche Rettungspakete.[3]
Die USA belohnen Regierungen, die sich den Forderungen Washingtons anpassen. Argentinien unter Präsident Javier Milei erhielt Kredite von 40 Milliarden Dollar sowie eine Währungsswap-Linie über 20 Milliarden Dollar, die der argentinischen Zentralbank Zugang zu US-Dollar verschaffte. Diese Maßnahme zielte darauf ab, Chinas Position als Kreditgeber letzter Instanz in der Region zu untergraben und dessen Bestrebungen zur Entdollarisierung entgegenzuwirken. El Salvador, Ecuador und Guatemala sicherten sich neue Handelsabkommen, nachdem sie mit Washington kooperierten.[7][3][8]
Die Trump-Regierung verhandelte zudem ein Abkommen über Seltene Erden mit Brasilien, das über die weltweit zweitgrößten Reserven dieser strategisch wichtigen Rohstoffe verfügt, jedoch nur über unzureichende Verarbeitungskapazitäten.[8]
Auf der anderen Seite wurden lateinamerikanische Staaten mit linkslastigen oder autokratischen Regierungen unter Druck gesetzt. Die USA drohten Nicaragua mit 100-prozentigen Zöllen, isolierten Kuba weiter und führten eine intensive Druckkampagne gegen Venezuela. Die Militärpräsenz in der Hemisphäre wurde auf über 15.000 Soldaten ausgebaut, und seit September 2025 führte das amerikanische Militär 21 Angriffe auf Schnellboote durch, wobei 83 Menschen getötet wurden.[7][3]
Die militärische Operation gegen Venezuela, bei der Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 durch US-Spezialkräfte gefangen genommen und in die USA verbracht wurde, stellte die bis dahin direkteste militärische Intervention der Vereinigten Staaten in Lateinamerika seit der Invasion Panamas 1989 dar. Der Angriff galt als praktische Umsetzung der zuvor angekündigten Donroe-Doktrin und markierte einen Wendepunkt in der US-Außenpolitik gegenüber der Region.[3]

Über Lateinamerika hinaus erstreckt sich die Donroe-Doktrin auch auf Grönland, das Trump als Teil der westlichen Hemisphäre und als sicherheitspolitische Priorität betrachtet. Am 6. Januar 2026 erklärte Pressesprecherin Karoline Leavitt, der Präsident und sein Team diskutierten „eine Reihe von Optionen“ zum Erwerb Grönlands, einschließlich des Einsatzes militärischer Mittel, was zur Grönlandkrise führte. Noch am selben Tag veröffentlichten die Regierungschefs von Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Polen eine gemeinsame Erklärung, in der sie betonten, dass die Sicherheit in der Arktis „gemeinsam mit den NATO-Verbündeten unter Wahrung der Grundsätze der UN-Charta, einschließlich Souveränität, territorialer Integrität und Unverletzlichkeit der Grenzen“ gewährleistet werden müsse. Eine US-Invasion des dänischen Territoriums würde einen Bruch von Artikel 5 des NATO-Vertrags darstellen.[10]
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth definierte das beanspruchte Einflussgebiet in den Folgemonaten als „Greater North America“ (Größeres Nordamerika). Das National Intelligence Council (NIC) richtete 2026 erstmalig die Position des National Intelligence Officer (NIO) for Arctic and Homeland ein.[11]
Reaktionen und Folgen
Die Financial Times warnte in einem Kommentar, dass autoritäre Führer durch Trumps Verhalten bestärkt würden und China ermutigt werden könnte, Taiwan zu unterwerfen.[9]
Die New York Times stellte fest, dass die Entmachtung von Nicolás Maduro ein Geschenk an Russlands Präsidenten Wladimir Putin sei, da beide eine Weltsicht teilten, in der Macht dazu dient, die Welt aufzuteilen.[9]
Die Donroe-Doktrin hat die Politik in ganz Lateinamerika neu geordnet. Viele Staats- und Regierungschefs haben sich den Forderungen Trumps angepasst und dafür erhebliche Vorteile erhalten. In Bolivien endete nach 20 Jahren eine sozialistische Regierung, in Chile übernahm mit José Antonio Kast ein weiterer Rechtskandidat die Präsidentschaft.[7]