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Dorfkirche Sydow (Wust-Fischbeck)

Kirchengebäude in Wust-Fischbeck, Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Dorfkirche Sydow ist eine romanische Saalkirche im Ortsteil Sydow von Wust-Fischbeck im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Jerichow im Kirchenkreis Stendal der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Dorfkirche Sydow

Geschichte und Architektur

Die spätromanische Saalkirche aus Backstein mit eingezogenem, quadratischem Chor und halbkreisförmiger Apsis stammt aus der Zeit um 1220–1250. Der Westquerturm ist mit einem im Jahr 1949 erneuertem, massivem Dachturm bekrönt. Das Bauwerk ist insgesamt stark verändert; im ursprünglichen Zustand befinden sich nur noch die kleinen Fenster der Apsis. Die Chornordwand wurde beim Einbau des Herrschaftsstands im 18. Jahrhundert komplett abgetragen; in der Chorsüdwand ist die rechteckige Portalvorlage der ehemaligen Priesterpforte noch erkennbar; hier befindet sich ein großes rundbogiges Renaissance-Maßwerkfenster, das innen auf das Jahr 1617 mit Stifterinschrift des Jobst von Hopkorf und Allianzwappen datiert ist.

Die flach gedeckte Turmhalle war ehemals durch einen Rundbogen mit zwei seitlichen Durchgängen zum Saal geöffnet; die heutige Öffnung stammt aus dem Jahr 1862. Das Schiff ist mit einer flachen Balkendecke geschlossen und mit West- und Nordempore versehen; im Chor befindet sich eine kreuzgratgewölbte Hängekuppel mit historistischer Ausmalung, welche das Auge Gottes mit Strahlenkranz zeigt. Ein runder Triumph- und Apsisbogen, deren profilierte Kämpfergesimse teils noch erkennbar sind, gliedern den Raum.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 36300 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[1]

Ausstattung

Das Hauptstück der Ausstattung ist ein hölzerner Altaraufsatz aus dem Jahr 1713, der einen mittig skulptierten Kruzifixus vor einer gemalten Landschaft zeigt, flankiert von zwei großen Schnitzfiguren der Apostelfürsten Petrus und Paulus, mit Akanthuswangen; in der Predella ist das Abendmahl dargestellt, über dem gesprengten Giebel Christus mit der Siegesfahne.

Von der gleichen Hand stammen die künstlerisch wertvolle Taufe und Kanzel. Bei diesen handelt es sich stilistisch um Arbeiten, die denen der Werkstätten Georg Kriebels und Christoph Dehnes verwandt sind; mit der Jahreszahl 1616 und beide mit Stifterinschrift. Eine sichere Zuschreibung ist jedoch nicht möglich. Die sechseckige Taufe ist reich mit Bibelsprüchen, Wappen und Masken geschmückt. Die Kanzel ist reich skulptiert mit Köpfen, Knorpel- und Ohrmuschelwerk; am polygonalen Kanzelkorb sind in Muschelnischen zwischen Ecksäulchen die Evangelisten dargestellt.

Die Orgel ist ein Werk von Robert Voigt (Stendal) aus dem Jahr 1893, das in den Jahren 2008–2013 restauriert wurde.[2]

Außen an der Westwand befinden sich beiderseits des Eingangs zwei fein gearbeitete, figürliche Grabsteine, vermutlich der vor dem Altar bestatteten Mitglieder der Familie von Hopkorf; der Grabstein des Mannes († 1671) ist mit dem Hopkorfschen Wappen versehen, der Grabstein der Frau stark verwittert.

Das Kirchhofportal aus Backstein stammt aus der Zeit zwischen Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts und ist mit rundbogiger Durchfahrt und spitzbogiger Fußgängerpforte versehen, darüber eine Kreisblende mit Fünfpässen.

Literatur

Commons: Dorfkirche Sydow (Wust-Fischbeck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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