Dorotheenstädtischer Friedhof II

Friedhof in Gesundbrunnen, Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dorotheenstädtische Friedhof II ist ein Friedhof in Berlin-Gesundbrunnen an der Liesenstraße 9. Dort sind der Zirkusgründer Paul Busch, der Komponist Otto Nicolai, der Regisseur Christoph Schlingensief und weitere Persönlichkeiten bestattet worden.

Ehrengrab Ernst Renz

Geschichte

1841 kaufte die Dorotheenstädtische Gemeinde aus Berlin-Mitte ein Grundstück direkt hinter der Stadtgrenze von dem Gastwirt Liese, als zweite Begräbnisstätte neben dem bisherigen Friedhof in der Chausseestraße.[1] Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gab es seit einigen Jahren bereits Friedhöfe von drei anderen Innenstadtgemeinden (Domgemeinde, katholische St. Hedwigsgemeinde, französisch-reformierte Gemeinde). 1842 wurde der Neue Dorotheenstädtische Friedhof eingeweiht, am 12. Januar 1843 fand die erste Bestattung statt. Es konnten dort auch Nichtgemeindeglieder beigesetzt werden. 1844 wurde ein Totengräber- und Leichenhaus errichtet, das 1889 durch eine Friedhofskapelle und 1890/91 das Verwaltungshaus ersetzt wurde. 1912/1913 wurde das große dreiteilige Eingangstor nach Plänen von Friedrich und Wilhelm Hennings gebaut.

1950/1951 wurde eine kostengünstige Notkirche nach Plänen von Otto Bartning an der Stelle der 1945 zerstörten Friedhofskapelle erbaut, die in den ersten Jahren von der Dankesgemeinde in Wedding als Pfarrkirche mitgenutzt wurde.[2] Seit 1961 lag der Neue Dorotheenstädtische Friedhof direkt hinter der Berliner Mauer und konnte von der Gemeinde nicht mehr genutzt werden. Er wurde seitdem von mehreren Kreuzberger Kirchengemeinden betreut und weiter betrieben.

Grabstätten

Mausoleum für den Zirkusdirektor Paul Busch
Wandgrab der Familie Lücke
Grab Christoph Schlingensief
Denkmalschutz

Unter Denkmalschutz stehen vier Grabmäler, sowie die Kirche und das Friedhofsverwaltungsgebäude[3]

  • Paul Vincenz Busch (1850–1927), Zirkusdirektor, und Barbara Sidonie Busch (1849–1898), Mausoleum (von Hermann Paulick und Felix Voss, 1898)
  • Rudolph Herzog, Mausoleum, 1926, nicht belegt
  • Familie Lücke, Wandgrabmal, Bronzerelief von Gustav Willgohs
  • Emilie Loeffler
Ehrengräber
Weitere Gräber

Literatur

  • Alfred Etzold: Der Dorotheenstädtische Friedhof. Die Begräbnisstätten an der Berliner Chausseestraße. Links, Berlin 2002. S. 119–131
Commons: Dorotheenstädtischer Friedhof II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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