Duisburger Originale

in der nordrhein-westfälischen Stadt Duisburg bekannte Persönlichkeiten From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Duisburger Originale bezeichnet man in der nordrhein-westfälischen Stadt Duisburg bekannte Persönlichkeiten, die durch außergewöhnliche, Interesse weckende Eigenschaften Aufmerksamkeit erregten und als Stadtoriginal in der Regel auch literarisches Echo fanden.

Liste der Duisburger Originale

Heinebein

Heinebein war der Spitzname des Duisburger Stadtoriginals Theodor Scheulen (* 2. Januar 1841 in Ruhrort; † 28. April 1914 in Duisburg). Heinebein war als Straßenmusiker in der Stadt unterwegs, wurde aber vor allem für seine Eulenspiegeleien bekannt. Den Spitznamen Heinebein hatte er von seinem Vater erhalten, der ebenfalls als Kleinkünstler unterwegs war. Zunächst zog auch Heinebein mit seinem Vater durch die Orte des Niederrheins.

Später ließ er sich in Duisburg nieder, wo er in einem Frack bekleidet und mit einer Ziehharmonika ausgestattet in den Gassen der Altstadt anzutreffen war. Neben der Straßenmusik war Heinebein in Duisburg auch für seine Streiche bekannt. Zuletzt lebte er wahrscheinlich in einem Altersheim. Heinebein alias Theodor Scheulen starb mit 73 Jahren am 28. April 1914 im Duisburger St.-Vinzenz-Hospital am Dellplatz an einer Lungenentzündung.[1][2]

Pfeffermünzmariechen

Das Pfeffermünzmariechen (auch Päpermünzmarie, Pfefferminzmariechen) wurde als Maria Thyron am 10. Oktober 1873 geboren. Sie wuchs als Vollwaisin auf. Sie zog durch die Gaststätten und Lokale der Stadt Duisburg und bot hier Pfefferminzrollen der Marke „Dr. Hillers-Pfefferminz“ zum Verkauf an. Daneben war sie mit einem Puppenwagen unterwegs und sprach mit den dort befindlichen Puppen. Das Pfeffermünzmariechen starb im Jahr 1953 kurz nach ihrem 80. Geburtstag in einem Altenheim. Der Karnevalist Matthias Lixenfeld widmete ihr das Lied „Marieche, dunn mich doch en Rölleke“.[1][2] Maria Thyron starb am 29. Oktober 1953 in einem Altersheim in Düsseldorf-Unterrath.

Vogelprofessor

Der Vogelprofessor (auch Vogelmännchen) hatte den bürgerlichen Namen August Thiel. Er war Rentner und brach ab 1920 jeden Morgen mit einem Kinderwagen voller Vogelfutter und Mehlwürmern zum Kaiserberg auf. Er setzte sich auf eine Bank an der künstlichen Grotte direkt am Fischteich, um dort die Vögel und Eichhörnchen zu füttern. Die Tiere wurden zutraulich und fraßen ihm bald aus der Hand. Er nahm kranke Vögel und Eichhörnchen mit nach Hause, um sie dort gesund zu pflegen.[1][2] August Thiel starb am 19. Februar 1942 in der Laube seines Schrebergartens.[3]

Pädsköttels-Kattrin

Bei der Pädsköttels-Kattrin handelt es sich um eine alleinerziehende Witwe mit Namen Kattrin, die mit ihrem gehörlosen Sohn in einer kleinen Wohnung in der Rheinstraße lebte. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt damit, Pferdeäpfel der vorbeifahrenden Wagen am Marientor aufzusammeln. Den Dung brachte sie in eine Gerberei in Hochfeld, wo sie eine kleine finanzielle Entlohnung dafür erhielt. Nach ihrem Tod entdeckte man mehrere tausend Mark in ihrem Kopfkissen, die schließlich die Armenfürsorge erhielt.[2]

Die dolle Piepers

Die dolle Piepers waren eine Familie, die vor dem Ersten Weltkrieg im Marientorviertel lebte. Es handelte sich um die drei Brüder Gerd, Hein und Kun Pieper und ihre alleinerziehende Mutter, die Olsche Pieper genannt wurde. Über die Familie kursierten eine Vielzahl von Geschichten, die teilweise real und teilweise erfunden waren. Unter anderem soll die Mutter ihre bereits erwachsenen Söhne an einen Marktkarren gebunden haben, damit diese keine weiteren Streiche mehr verüben konnten. Die große Bekanntheit der Familie führte dazu, dass der Begriff „dolle Piepers“ als Bezeichnung für Menschen, die man nicht ernst nehmen konnte, in Duisburg noch lange kursierte.[2]

Der Numismatiker

Unter dem Namen Numismatiker wurde ein Hochfelder in der Stadt bekannt. Er bezeichnete sich selbst als verkanntes Forschergenie und sammelte Münzen. Er soll eine Ölquelle in der Stadt entdeckt haben, die sich dann allerdings als eingegrabenes Ölfass herausstellte. Der Numismatiker betrieb auch Ausgrabungen, bei denen er ein Wikingerschiff und einen Mammutzahn zutage gebracht haben soll.[1]

Düdelütt

Der unter dem Namen Düdelütt bekannte Orgelpfeifer zog mit seiner singenden Partnerin als Kirmesattraktion von Ort zu Ort. Der Auftritt des Dilettanten war eine echte Attraktion in Duisburg und am Niederrhein. Irgendwann verschwand die schöne Diva spurlos mit einem Verehrer.[1]

Einzelnachweise

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