Dähre

Gemeinde im Altmarkkreis Salzwedel, Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Dähre ist eine Gemeinde im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
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Dähre
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dähre hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 48′ N, 10° 55′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 78,73 km²
Einwohner: 1311 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29413
Vorwahlen: 039031, 039039
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 095
Adresse der Verbandsverwaltung: Marschweg 3
38489 Beetzendorf
Website: gemeinde-daehre.de
Bürgermeister: Jan Meine
Lage der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel
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Geographie

Lage

Dähre, ein Dorf mit Kirche, liegt 18 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel an der Salzwedeler Dumme.[2]

Andreaskirche Dähre, 1903–1904 Querhaus angefügt und Chor weitgehend erneuert

Gemeindegliederung

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:[3]

Hans-Jochen-Winkel

Das Gemeindegebiet ist annähernd deckungsgleich mit dem „Hans-Jochen-Winkel“ bzw. „Hansjochenwinkel“, einer vor allem im 19. Jahrhundert populären Bezeichnung für den Landstrich in Grenzlage, wie Heinrich Christoph Steinhart bereits im Jahre 1802 schrieb.[4] Die Bezeichnung soll auf die vielen Männer mit den Vornamen „Hans-Jochen“ und „Hans-Joachim“ zurückzuführen sein, wie Jodocus Temme im Jahre 1839 meinte.[5] Nach anderen Angaben stammt der Begriff von der preußischen Königin Luise, die ihn um 1810 angesichts dreier Hans-Jochens aus der Region prägte,[6] wie Wilhelm Meyer-Markau aus Dähre 1882 in der Gartenlaube schrieb.[7] Die Forstbetriebsgemeinschaft mit Sitz in Dähre heißt bis heute „FBG Hans-Jochen-Winkel“.

Geschichte

Mittelalter

Im Jahre 1220 wurde ein Henricus Prepositus de Dore erwähnt. Bereits 1223 wurde die Propstei Dähre und die Andreaskirche[8] genannt als ecclesia in Dore, als der Bischof Yso von Verden einen Gütertausch zwischen der Propstei und Lippold von Dore genehmigte.[9]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahre 1308 als villa Doren, als der Kastellan Gottfried Knappe von Thünen dem Kloster Diesdorf Besitz verkaufte.[10]

Im Jahr 1362 überließ die Familie Buchmast (Bokmast) ihren Besitz in Dähre dem Kloster Diesdorf.

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wurde der Ort als Dore aufgeführt und gehörte den von dem Knesebeck.[11] In Dähre befand sich ein Kaland. Nordöstlich des Dorfes befand sich an der Dumme eine Wassermühle.

Archäologie

Im Jahr 2004 wurde eine Grabung in Dähre durchgeführt, bei der 43 Gräber freigelegt wurden. Ein Grabungsbericht wurde bislang nicht veröffentlicht.[12] Als prominentester Fund gilt eine Wikingerfibel im Borre-/Jelling-Stil aus dem 9. Jahrhundert.[13]

Eingemeindungen

Weitere Informationen Ehemalige Gemeinde, Datum ...
Ehemalige Gemeinde Datum Detail
Wendischhorst, Gutsbezirk01.10.1912Eingliederung in die Landgemeinde Dähre[14]
Dähre, Gutsbezirk17.10.1928Eingliederung in die Landgemeinde Dähre[15]
Kleistau01.04.1935Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[16]
Eickhorst20.07.1950Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[17]
Hohendolsleben20.07.1950Zusammenschluss mit Siedendolsleben zur Gemeinde Dolsleben[17]
Siedendolsleben20.07.1950Zusammenschluss mit Hohendolsleben zur Gemeinde Dolsleben[17]
Dolsleben01.01.1992Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[18]
Fahrendorf01.01.1992Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[18]
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Bildung der neuen Gemeinde Dähre

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Bonese (am 5. Mai 2008), Dähre (am 5. Mai 2008) und Lagendorf (am 8. Mai 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Dähre vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[19][20]

Das Gemeindegebiet vergrößerte sich dadurch von 29,59 km² auf 78,73 km².

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734172
1774380
1789340
1798350
1801368
Jahr Einwohner
1818405
1840565
1864627
1871628
1885595
Jahr Einwohner
18950687
19050731
19250855
19390978
19461326
Jahr Einwohner
19641056
19711006
19810915
19930829
20060921
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Quelle:[21]

Ortsteil

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
2015546[22]
2018536[22]
2020548[23]
2021535[23]
2022526[24]
2023522[25]
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Religionen

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 1541 Einwohnern der politischen Gemeinde Dähre rund 41 % der evangelischen Kirche und rund 5 % der römisch-katholischen Kirche angehörten.

Die evangelische Kirchengemeinde Dähre, die früher zur Pfarrei Dähre gehörte,[26] wird heute betreut vom Pfarrbereich Osterwohle-Dähre (mit Sitz in Dähre) im Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[27]

Die katholische Kirche St Antonius von Padua befand sich an der Friedensstraße, hinter einem an der Straße gelegenen Wohnhaus. 1937 erwarb die katholische Kirche in Dähre ein Grundstück, zunächst fand der Gottesdienst in einem Zimmer des Wohnhauses statt. Anfang der 1950er Jahre wurde in der auf dem Grundstück befindlichen Scheune die Kirche eingerichtet. Von 1941 bis 1979 war Dähre Kuratie und hatte einen eigenen Geistlichen,[28] danach gehörte sie zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel. 2015 wurde die Kirche geschlossen und kam in Privatbesitz, danach fanden noch bis etwa 2018 katholische Gottesdienste im evangelischen Gemeinderaum statt. Heute gehören Katholiken in Dähre zur Pfarrei Salzwedel, nähergelegen sind jedoch die Kirchen St. Bonifatius (Bad Bodenteich) und Maria Königin (Wittingen).

Politik

Bürgermeister

  • 2016–2017: Michael Olms (CDU)[29]
  • 2017–2025: Bernd Hane
  • seit 2025: Jan Meine

Glos wurde im September 2016 zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf gewählt, sodass in Dähre eine Neuwahl erforderlich wurde.[30]

Hane wurde bei der Bürgermeisterwahl am 15. Januar 2017 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[31] Am 24. September 2023 wurde er mit 61,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[32] Er trat im März 2025 von seinem Amt zurück.[33]

Meine wurde bei der Bürgermeisterwahl am 28. September 2025 mit 53,6 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[34]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Glockenträger der Kirche
  • Die evangelische St.-Andreas-Kirche befindet sich an der Friedensstraße. Das Schiff der Kirche gehört zu den ältesten Kirchengebäuden der westlichen Altmark. Die Grabungen auf dem Kirchengelände aus dem Jahre 2004 lassen vermuten, dass es einen Vorgängerbau der heutigen Kirche spätestens im 12. Jahrhundert gegeben hat. 1903/04 erfolgten nach Plänen des damaligen Kreisbaurats Hugo Prejawa umfangreiche Erneuerungen, jedoch wurde der Turm der Kirche 1939 nach einem Einsturz abgerissen.[12][35] Der freistehende Glockenträger nördlich der Kirche stammt aus den 1950er Jahren.

Verkehr

In der Gemeinde verkehren Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.[36]

Dähre lag an der Bahnstrecke Salzwedel–Diesdorf. Der Schienenpersonennahverkehr nach Diesdorf wurde im Mai 1993 und der nach Salzwedel im Dezember 1995 eingestellt. Zum 1. April 1997 folgte die Stilllegung.

Durch das Gemeindegebiet, u. a. direkt durch den Ortsteil Dahrendorf, verläuft der Iron Curtain Trail (EV13), der als Kulturroute des Europarats zu den bedeutendsten Fernradwegen in Europa (EuroVelo) zählt. Durch das Dorf Dähre führt auch die Route des Altmarkrundkurses.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 434441, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 135 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 328, 34. Dähre oder Döhre (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Ernst Block: Zur altmärkischen Dorf- und Kirchengeschichte. Die St. Andreas Kirche von Dähre. April 2002 (apenburg.de (Memento vom 10. Februar 2018 im Internet Archive)).
  • Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski, Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 115–127.

Archivalien

Einzelnachweise

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