Dürre und Hitze in Europa 2025
Wetteranomalie und deren Folgen in Europa im Jahr 2025
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Die Dürre und Hitze in Europa 2025 war eine Abfolge von Hitzewellen und Dürren in weiten Teilen Europas, die Ende Juni zunehmend intensiver wurden. In vielen Teilen Europas fielen Temperaturrekorde, einige Regionen litten unter Wasserknappheit und es kam zu zahlreichen Waldbränden.

Ausgangslage
Laut einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes war in Deutschland bereits das Frühjahr (März, April, Mai) eines der drei trockensten seit Messbeginn 1881. Nur im Frühjahr 1893 und 2011 hatte es dort noch weniger geregnet.[1][2][3] Die Periode von Februar bis Mai war in Deutschland gar die trockenste seit Messbeginn.[4] Im ersten Halbjahr des Jahres regnete es in Potsdam auf dem Telegrafenberg so wenig wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1893, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) auf der Basis der vorläufigen Angaben der dortigen Messstation des Deutschen Wetterdienstes mitteilte.[5] Gemäß dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) waren in den drei Frühlingsmonaten auch weite Teile der Schweiz von unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen betroffen.[6] So fielen z. B. in Bern in der Periode vom 1. März bis am 5. Juli nur 60 Prozent der üblichen Niederschläge.[7] In der Periode von März bis Juni gab es dort erst viermal weniger Regen seit Messbeginn 1864.[8]
Verlauf
Die erste Hitzewelle erreichte zwischen dem 17. und 22. Juni ihren Höhepunkt und betraf weite Teile West- und Südeuropas. Die zweite Hitzewelle ereignete sich zum Monatswechsel, wobei zwischen dem 30. Juni und dem 2. Juli in derselben Region noch extremere Temperaturen herrschten.[9] Zwischenzeitlich waren einige Länder von einem Unwetter mit Orkanböen heimgesucht worden.
Die jährliche durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur (SST) für die europäische Region war das vierte Jahr in Folge die höchste seit Beginn der Aufzeichnungen. Für das Mittelmeer war die jährliche SST die zweithöchste nach dem Jahr 2024.[10.1]
Juni
In El Granado wurde am 29. Juni mit einer Temperatur von 46 Grad Celsius (°C) der neue Juni-Rekord für Spanien registriert. Damit wurde der vorherige Rekord mit einer Temperatur von 45,2 °C in Sevilla aus dem Jahr 1965 überboten.[11][12] In der portugiesischen Kleinstadt Mora stieg die Temperatur Ende Juni bis auf 46,6 °C[13]. Unter anderem in Paris wurde die höchsten Hitzewarnstufe ausgerufen.[14] Der bisherige Rekord war im Jahr 2017 mit 44,9 °C ebenfalls dort gemessen worden.[15] Die maximalen gefühlten Temperaturen erreichten nordöstlich von Lissabon 48 °C, was „extremem Hitzestress“ entspricht und etwa 7 °C über dem durchschnittlichen Juni-Maximum liegt.[9]
In den Niederlanden wurde am 13. Juni in der Gemeinde De Bilt bei Utrecht 31,8 Grad Celsius gemessen. Dies war der wärmste 13. Juni in den Niederlanden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901. Der bisherige Rekord wurde 1964 gemessen und lag bei von 31,5 °C.[16]
In Österreich wurde die Nacht auf den 26. Juni 2025 an mehreren Orten als Tropennacht registriert und im Verlaufe des Tages wurden mehrere Juni-Temperaturrekorde gebrochen. Es war in Österreich der drittwärmste Juni seit Messbeginn.[17] Unter anderem gab es in Kärnten einen Juni-Hitzerekord und einige Stationsrekorde. Am 26. Juni 2025 hatte es einige neue Juni-Hitzerekorde für die jeweilige Messstation gegeben wie zum Beispiel 37,9 °C wurden in Klagenfurt am Wörthersee, 37,8 °C in Ferlach und 36,7 °C in Bad Radkersburg gemessen. In Feistritz ob Bleiburg wurde am 26. Juni 2025 eine Temperatur von 38,3 °C gemessen, der vorherige Juni-Rekord lag bei 38,0 °C, der am 27. Juni 2019 in Hermagor und in Dellach im Drautal gemessen wurde.[18] In der Schweiz wurde Ende Juni 2025 auf dem Berg Weissfluhjoch mit 20,3 °C erstmals in einem Juni die 20-Grad-Marke überschritten. Die Monatsmitteltemperatur betrug auf dem Bergpass Jungfraujoch 2,6 °C und hatte somit 0,4 °C höher als im bisherigen Rekord-Juni 2003 gelegen.[19]
Die Nullgradgrenze lag am 28. Juni 2025 in der Schweiz bei 5.124,6 m ü. M., womit die Grenze von 5.000 m ü. M. erstmals seit Messbeginn 1954 bereits im Juni überschritten worden war.[20] Zudem war dies die fünfthöchste jemals gemessenen Nullgradgrenze.[21] Auch am Folgetag lag die Nullgradgrenze mit 5.065 m ü. M. auf über 5.000 m ü. M., was der zweithöchsten jemals gemessenen Nullgradgrenze in einem Juli entspricht. Die höchste Tagesmitteltemperatur für einen Juni (seit Messbeginn 1959) wurde am 29. Juni 2025 in Hallau mit 27 °C und in Ulrichen mit 21,9 °C gemessen.[20]
Auch weite Teile Südeuropas erlebten überdurchschnittlich viele Tropennächte. In Teilen Spaniens gab es bis zu 24 Tropennächte, 18 mehr als im Junidurchschnitt.[9] In den Balkanländern lagen die Temperaturen häufig um die 37 °C, Anfang Juni erlebte Griechenland eine Reihe tropischer Nächte mit häufig über 30 °C.
Juli
In Demker, einem Ortsteil der Stadt Tangerhütte in Sachsen-Anhalt, wurde am 2. Juli eine Temperatur von 39,2 °C erreicht und damit ein neuer Rekord erzielt. In Sachsen erzielte die Gemeinde Mockrehna mit einer Temperatur von 38,5 °C einen neuen Höchstwert. Auch in Thüringen war es heiß. In Artern wurde mit 37,9 °C der Höchstwert gemessen. Aus Brandenburg in Heideblick-Langengrassau wurde die deutschlandweit höchste Temperatur von 39,9 °C gemeldet.[22][23] Der Allzeit-Hitzerekord in Deutschland von 41,2 °C, der am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl gemessen wurde,[24][25] wurde nicht erreicht.[26]
Um den 22. Juli wurden weite Teile Süd- und Südosteuropas von einer Hitzewelle heimgesucht.[27][28] Bis zum 24. Juli dauerte in Skandinavien eine rund 14-tägige Hitzewelle. In Norwegen war es teils 10 bis 15 °C wärmer als zu dieser Jahreszeit üblich.[29][30] Am 25. Juli wurde in der Türkei mit 50,5 °C in Silopi (Provinz Şırnak) ein neuer nationaler Temperaturrekord verzeichnet, womit der bisherige Rekord vom 15. August 2023 von 49,5 °C in Sarıcakaya (Provinz Eskişehir) um rund ein Grad übertroffen wurde.[31]
August
Im August wiesen große Teile West- und Südeuropas unterdurchschnittliche Niederschläge und Bodenfeuchte auf.[32] Auch im August wurden weite Teile Europas von Hitzewellen heimgesucht. Am Morgen des 12. August wurde im spanischen Getafe mit 27,3 °C der dortige Allzeitrekord der höchsten Minimaltemperatur seit Messbeginn gebrochen. Im Verlauf des Tages wurde dort ein Temperaturmaximum von 40,6 °C und in Sevilla 44,4 °C registriert. Beide Werte lagen etwa 2 °C unter dem jeweiligen Allzeitrekord. Auch in Frankreich wurden Temperaturen um die 40 °C erreicht. Am 13. August erreichte eine Hitzewelle in der Schweiz ihren Höhepunkt mit Temperaturmaxima von teilweise über 36 °C.[33] Am 19. August herrschte in den meisten Regionen der Schweiz die Gefahrenstufe «mässig» bis «erhebliche», im Wallis «grosse» bis «sehr grosse» Waldbrandgefahr. Im ganzen Kanton Wallis galt von daher ein generelles Feuerverbot.[34]
Auswirkungen
Einige Regionen waren von Waldbränden bedroht. Die Situation trug zudem zu einer erhöhten Ozonbelastung bei.[9][35] Gewässer erwärmten sich oder drohten auszutrocknen.[36] Nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus war das Mittelmeer mit 26 °C Ende Juni noch nie so warm gewesen.[37][38] Auf den Flüssen wurde der Frachtverkehr aufgrund von Niedrigwasser zunehmend eingeschränkt, wie z. B. auf dem Rhein und der Elbe.[39][40] Am 1. Juli schloss Frankreich aufgrund hoher Temperaturen Schulen und die oberste Etage des Eiffelturms. Wie das Bildungsministerium in Paris mitteilte, blieben rund 1.350 Schulen ganz oder teilweise geschlossen.[41] Während es in Norditalien zu heftigen Gewittern und Starkregen kam, herrschten in vielen Regionen im Land anhaltend hohe Temperaturen. Das Gesundheitsministerium rief für mehrere Großstädte, darunter Rom, Bologna und Florenz, die höchste Hitzewarnstufe aus.[42] In mehreren Städten Italiens fiel der Strom aus, vermutlich aufgrund hoher Temperaturen. Im Stadtzentrum von Florenz waren beispielsweise zahlreiche Geschäfte vorübergehend ohne Elektrizität, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet hatte.[43] In Spanien in der Region Katalonien kam es am 12. und 13. Juli zu schweren Unwettern, vor denen Anfang Juli für diese Stelle gewarnt worden war. Lokal fielen innerhalb kurzer Zeit über 100 mm Regen.[44] Straßen wurden überflutet, Flüsse traten über die Ufer und Keller liefen voll.[45] In Frankreich war für 14 Départements die höchste Hitzewarnstufe Rot sowie in 64 weiteren die Warnstufe Orange erlassen worden.[46] Der spanische Wetterdienst Agencia Estatal de Meteorología hatte entsprechende Hitzewarnungen für folgende Regionen herausgegeben wie z. B. Extremadura, Andalusien, Castilla-La Mancha, Aragonien, Navarra und La Rioja. Auch die Küsten- und Pyrenäenregionen waren davon betroffen.[47] Am stärksten traf die Trockenheit Teile Osteuropas, unter anderem waren Bereiche in Südosteuropa wie zum Beispiel Serbien, Bulgarien und dem Kosovo fast vollständig von Dürren betroffen, aber auch Frankreich zwei Drittel des Landes. Portugal und Spanien waren davon verschont geblieben.[48] In einigen Regionen hatte anhaltende Trockenheit Europas für Ernteausfälle gesorgt. Die Schäden durch Hitze, Dürre und Überschwemmungen hatte auf rund 126 Milliarden Euro aufsummiert, wie eine Studie der Universität Mannheim und der Europäischen Zentralbank ergeben hatte. Frankreich, Italien und Spanien waren besonders davon betroffen mit jeweils etwa 34 bis 35 Milliarden Euro. Neben zerstörten Gebäuden und Ernteausfällen sowohl als auch Produktivitätseinbußen waren in die Berechnungen mit eingeflossen.[49] Von Ex-Hurrikan Gabrielle wurde spanische Urlaubsinsel Ibiza heimgesucht und hatte die verheerendsten Überschwemmungen seit 50 Jahren erlebt. Extreme Niederschlagsmengen von 300 Millimeter pro Quadratmeter hatten die registrierten Messstationen stellweise gemessen. Binnen 12 Stunden waren 236 Millimeter Regen waren in der Stadt Ibiza gefallen. In der Gegend von Puig de Molins war die Situation besonders dramatisch, dort hatte ein Unwetter einen Erdrutsch ausgelöst.[50]
Wald- und Flächenbrände
Laut dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (European Forest Fire Information System; EFFIS) verbrannten bei Waldbränden in der Europäischen Union seit Beginn des Jahres und bis um den 21. August bereits 1.015.731 Hektar Fläche, davon mehr als 380.000 Hektar allein in Spanien, das derzeit die schlimmsten Waldbrände seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Seit Einführung der Statistik im Jahr 2006 verbrannte in Europa noch nie so viel Fläche in einem Jahr.[51] Bereits am 15. Juli hatten die verbrannten Flächen 231.539 Hektar erreicht und lagen damit 119 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt von 105.586 Hektar für diese Zeit des Jahres.[52] Europa erlebte die bisher schlimmste Waldbrandsaison. Bis Mitte August 2025 waren in der EU rund eine Million Hektar Waldfläche durch Brände zerstört worden. In Spanien und Portugal hatten die Brände besonders gravierend gewütet. In diesem Sommer verbrannten dort zusammen mehr als 680.000 Hektar Wald.[53]
In Europa hatte die höchsten Waldbrandemissionen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 23 Jahren verzeichnet. Nach Aussage des Klimawandeldienst des EU-Programms Copernicus waren 13 Megatonnen Kohlenstoff freigesetzt worden. Im Sommer 2025 waren vor allem Brände in Spanien und Portugal dafür verantwortlich.[54]
Nachfolgend eine nicht abschließende Aufzählung der betroffenen Länder:
Albanien
In Albanien wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 132 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 59.933 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der zweithöchste Wert nach dem Rekordjahr 2007 (127.491 Hektar).[55] Von der Hitze angetrieben – teils gelegt durch Brandstifter – wurden Wälder und Häuser zerstört. Über 1000 Einsatzkräfte, die von EU-Flugzeugen unterstützt wurden, kämpften Ende Juli gegen die Flammen.[56] Mit Stand vom 28. Juli wurden mindestens sechs verschiedene Waldbrände bekämpft.[57] Nachdem um den 10. August innerhalb von 24 Stunden landesweit knapp 40 Feuer ausgebrochen waren, waren am Folgetag noch mehr als 12 Brände aktiv. In der Gemeinde Finiq rund 160 Kilometer südlich von Tirana mussten etwa zehn Menschen ihre Häuser verlassen. Mehrere Wohngebäude waren ab- bzw. ausgebrannt. Ein Altersheim in Poliçan sowie sechs Familien aus den umliegenden Dörfern wurde evakuiert.[58]
Bulgarien
In Bulgarien wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 92 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 32.752 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der dritthöchste Wert nach den Rekordjahren 2007 und 2024 (67.598 bezw. 44.745 Hektar).[59] Gegen Ende Juli gab es mehr als 230 Brandherde, meist in entlegenen Gegenden und Orten, vor allem im Süden des Landes. Die Regierung bat die Europäische Union bei den Löscharbeiten um Hilfe. Um die Mehrfachbrände zu bekämpfen, wurden vier Hubschrauber und zwei Flugzeuge entsandt. Aufgrund der hohen Temperaturen wurde in elf Regionen die Alarmstufe Rot ausgerufen. Dutzende Häuser brannten nieder.[60] 300 Hektar Wald verbrannten, meist unbewohnte Häuser im Südwesten des Landes brannten aus und Dorfbewohner wurden in Sicherheit gebracht.[61]
Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 38 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 5475 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der höchste Wert vor dem bisherigen Rekordjahr 2022 (4293 Hektar).[62] Am 1. Juli entstand ein Waldbrand im munitionsbelasteten Bereich der Gohrischheide,[63] welcher sich in einer Woche auf einer Fläche von 2400 Hektar ausbreitete.[64] Bei Jütrichau wurden neben Feldern insgesamt 49 Hektar Wald vernichtet.[65] Auf der Saalfelder Höhe kam es Anfang Juli zum größten Waldbrand in Thüringen seit rund 30 Jahren. Zeitweise waren 650 Helfer im Einsatz, dabei auch Einsatzkräfte aus Bayern, auch der Katastrophenfall war ausgerufen worden.[66]
Frankreich

In Frankreich wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 257 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 36.951 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der dritthöchste Wert nach den Rekordjahren 2022 und 2019 (66.337 bezw. 43.602 Hektar).[67] Am 8. Juli erreichte einer der Brände die Großstadt Marseille. Der Flughafen Marseille Provence wurde infolge ab Mittag geschlossen,[68][69] um 21:30 Uhr wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen.[70] Der Zugverkehr vom Bahnhof Marseille-Saint-Charles nach Norden und Westen wurde unterbrochen.[71] Ein weiterer großflächiger Brand war nahe der südfranzösischen Stadt Narbonne ausgebrochen.[72] Am 17. Juli brach in der Hafenstadt Martigues bei Marseille ein weiterer Großbrand aus, der sich innerhalb eines Tages auf 240 Hektar ausbreitete. Am nächsten Tag war der Brand weitgehend unter Kontrolle.[73] Ein Waldbrand an der französischen Mittelmeerküste zerstörte um den 27. Juli 630 Hektar Vegetation, mehrere Häuser und landwirtschaftliche Betriebe. In der Nähe von Port-la-Nouvelle bei Narbonne wurden etwa 1000 Bewohner und Gäste von zwei Campingplätzen zeitweise in Sicherheit gebracht. Die Brandursache ist noch unbekannt.[74] Ein weiterer Waldbrand brach am 5. August im Corbières-Massiv im Département Aude aus. Am Tag darauf hatte sich der Brand wegen starker Winde des lokal üblichen Tramontane.[75] Bereits auf über 16.000 Hektar ausgebreitet. Mehrere Gemeinden südwestlich von Lézignan-Corbières (zwischen den Städten Carcassonne und Narbonne) wurden evakuiert. Am 5. August waren mehr als 2500 Haushalte ohne Strom.[76] Unter anderem wurde die Autoroute A 9 zwischen Narbonne und Perpignan gesperrt.[77] Nach Angaben von Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher handelt es sich um den größten Brand in Frankreich seit 1949. Am 7. August hatte die Feuerwehr erreicht, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitete. Bis zu diesem Zeitpunkt war eine Person ums Leben gekommen und 18 waren verletzt worden, darunter 16 Feuerwehrleute. Weiterhin wurden mindestens 36 Wohnhäuser und 40 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt.[78]
Griechenland

In Griechenland wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 69 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 47.819 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der fünfthöchste Wert nach dem Rekordjahr 2007 (271.715 Hektar).[79] Gemäß einer Meldung vom 13. August 2025 wurden in Griechenland seit Juni bereits mehr als 20.000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört, fünf Menschen starben.[80] Auf der Halbinsel Chalkidiki kam es zu einem Waldbrand in der Nähe eines Badestrands, die Brandursache ist noch nicht bekannt. Das Feuer wurde durch hohe Temperaturen und eine Dürreperiode begünstigt.[81] Auf Kreta brach nahe der Stadt Ierapetra ein Waldbrand aus, was die Evakuierung von ca. 5.000 Personen nach sich zog.[82][83] Die Brände auf Kreta und bei Athen waren inzwischen unter Kontrolle. Die Feuerwehr warnte weiterhin vor der extremen Waldbrandgefahr im Land. Den Anwohnern sowie Urlaubern rieten die Behörden zu erhöhter Vorsicht. Es besteht die zweithöchste Warnstufe für die Inseln Lesbos, Chios und Samos.[84] Besonders betroffen waren die Gebiete nördlich von Athen, Euböa, Kithira, Kreta sowie Gebiete auf der Halbinsel Peloponnes. Darüber hinaus waren die Orte Kryoneri und Drosopigi evakuiert worden.[85] Die Akropolis in Athen wurde aufgrund hoher Temperaturen zeitweise geschlossen.[86] Bei Athen sowie auf den Inseln Kreta, Euböa und Kythira und auf der Halbinsel Peloponnes waren mehrere große Brände ausgebrochen. Wegen Atemwegsbeschwerden mussten dutzende Menschen in Krankenhäuser gebracht und Ortschaften evakuiert werden.[87] Die hohe Anzahl an Waldbränden war besonders auffällig, die binnen kürzester Zeit ihren Anfang genommen hatten. Innerhalb von 24 Stunden waren am 27. Juli in ganz Griechenland 52 Brände ausgebrochen, wie das EFFIS erfasste, wobei in diesem Jahr bereits 10.282 Hektar durch die Flammen zerstört wurden. Im Jahr 2021 waren es 85 Großbrände, die 130.744 Hektar niedergebrannt hatten. Ein Jahr später waren es fast 23.000 Hektar, gefolgt von über 174.000 Hektar 2023 und über 41.000 Hektar 2024. Zusammengefasst zwischen 2021 und 2024 belief sich die verbrannte Fläche auf 369.945 Hektar.[88] Die Insel Kythira hatte es besonders erwischt, dort war bereits die halbe Insel abgebrannt. Aufgrund von Brandschäden waren einige Dörfer von der Wasserversorgung abgeschnitten, auch die Insel Kreta war nicht unbeschadet davongekommen, vier Häuser und eine Kirche waren den Flammen zum Opfer gefallen.[89] Knapp 1.600 Hektar landwirtschaftlich genutztes Land sowie Wald- und Buschflächen wurden durch die Brände zerstört. Aufgrund anhaltender Trockenheit und starker Winde war die Waldbrandgefahr weiter angestiegen. Für ein Drittel des Landes bestehe eine „sehr hohe“ Waldbrandgefahr (Warnstufe 4), und zwar für die Halbinsel Peloponnes, West- und Zentralgriechenland, Region Attika, Euböa, sowie Ostmakedonien und Thrakien.[90] Ferner waren die Regionen rund um die Hafenstadt Patras, die Inseln Chios, Zakynthos und ein Gebiet nähe der albanischen Grenze besonders von Brandherden betroffen.[91] Um den 27. Juli bat Griechenland die EU um Hilfe im Kampf gegen die Waldbrände.[92] Allein am 12. August wurden 82 neue Brände in Griechenland registriert.[80]
Italien
In Italien wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 612 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 84.348 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der fünfthöchste Wert nach dem Rekordjahr 2007 (153.481 Hektar).[93] Besonders betroffen waren die Toskana, Sardinien, Apulien und die Basilikata.[94][95] Am stärksten betroffen war der Süden. Auf Sizilien verbrannten bereits bis am 27. Juli mehr als 16.900 Hektar Fläche.[96] Im Zeitraum zwischen Januar und Juli 2025 wurden insgesamt 653 Brände im ganzen Land registriert, die eine Fläche von 30.988 Hektar zerstört hatten.[97] Laut einem Bericht der dortigen Forstbehörde wurden allein zwischen Mai und Ende Juli gut 3700 Brände registriert.[77] Landesweit wurden seit Beginn des Sommers bis Ende Juli rund 33.000 solcher Brände gezählt.[98][99] Am 27. Juli brach in Sardinien am Küstenabschnitt Punta Molentis nahe dem Ferienort Villasimius ein Feuer aus, rund 50 Kilometer östlich der Inselhauptstadt Cagliari. Dabei wurden rund 200 Badegäste evakuiert.[100] In der Nähe von Orosei an der Ostküste mussten wegen Waldbränden vorsorglich 150 Menschen, Landhäuser und ein Ferienlager evakuiert werden, mehrere Strände wurden gesperrt.[101] Am 5. August musste wegen eines Waldbrandes auf der Insel Ischia vorsorglich ein Hotel evakuiert werden.[102][103] Am Vesuv waren wegen eines Waldbrandes Anfang August sämtliche Wanderwege im Nationalpark Vesuv „bis auf Weiteres“ aus Sicherheitsgründen für Touristen gesperrt worden.[104] Große Teile der Lacryma-Christi-Weinlagen waren kurz vor der Weinlese durch die Flammen zerstört worden. Auch trugen zahlreiche Obstplantagen und der Nationalpark selbst schwere Schäden davon.[105]
Kroatien
In Kroatien wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 22 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 3380 Hektar Fläche verbrannten. Dies entspricht etwa 5 Prozent des Rekordjahres 2017 (67.666 Hektar).[106] In der Gemeinde Jasenice bei Split wüteten seit dem 10. August schwere Waldbrände. Das Feuer hatte sich durch die starken Winde rasch auf mehrere Hänge ausgeweitet und Wohngebiete erreicht und war auch wegen der starken Winde am 11. August immer wieder aufgeflammt. Rund 250 Hektar Kiefernwald und Buschland wurden dadurch zerstört. Die Adria-Autobahn D8 war daher auf dem betroffenen Abschnitt Mutogras nach Omiš seit 11. August aus Sicherheitsgründen gesperrt.[107] Umliegende Gebäude konnten bislang weitgehend geschützt werden. Jedoch waren durch den Brand etliche Oliven- und Feigenbäume vernichtet worden. Bei einigen Menschen gab es eine leichte Rauchgasvergiftung, verletzt wurde niemand.[108]
Montenegro
In Montenegro wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 133 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 27.658 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der fünfthöchste Wert im Datensatz seit 2006.[109] Mitte August bat Montenegro im Ausland um Hilfe bei der Bekämpfung der Brände. Schweizerische[110] und österreichische[111][112] Feuerwehrwehrleute unterstützten dort ihre Kollegen, da die vorhandene Ausrüstung nicht für die Brandbekämpfung ausreichte.
Nordmazedonien
In Nordmazedonien wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 82 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 31.338 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der dritthöchste Wert nach den Rekordjahren 2024 und 2007 (95.214 bezw. 40.108 Hektar).[113] Unterstützt wurde das Nachbarland von Griechenland mit Einsatzkräften und Löschmaterial. Das Land erließ aufgrund der hohen Waldbrandgefahr strenge Zugangsbeschränkungen für die Wälder. Die Waldgebiete durften vom 1. Juli bis zum 31. August nur noch mit Genehmigung betreten werden. Verstöße wurden mit Geldstrafen bis zu 2000 Euro geahndet.[114] Wegen ständig auflodernden Waldbränden hatte die Regierung gegen Ende Juli den Krisenzustand ausgerufen.[115]
Portugal
In Portugal wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 200 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 278.917 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der zweithöchste Wert nach dem Rekordjahr 2017 (563.530 Hektar).[116] Um den 29. Juli kämpften fast 2.700 Feuerwehrleute gegen landesweit 17 Brände.[57] Die Lage im Kreis Arouca im Zentrum des Landes war besonders angespannt. Rund 500 Feuerwehrleute mit 175 Fahrzeugen waren im Einsatz.[117] Das Land hat nach der Waldbrandsaison 2017 mit damals mehr als hundert Toten seine Ausgaben für die Prävention und die Bekämpfung von Waldbränden stark erhöht. Nach vorläufigen Angaben der nationalen Forstbehörde wurden im Jahr 2025 bereits bis Ende Juni mehr als 29.000 Hektar durch Brände zerstört.[118] Aufgrund von Waldbränden hatten die örtlichen Behörden die Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen.[119] Um den 16. August bat Portugal die EU um Hilfe im Kampf gegen die Waldbrände.[120][121] Am 23. August war die Zahl der Todesopfer auf vier angestiegen.[122][123]
Spanien
Spanien erlebte 2025 die schlimmste Waldbrandsaison seit Jahrzehnten.[124] Gemäß EFFIS wurden im ganzen Jahr 350 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 393.079 Hektar Fläche verbrannten. Damit wurde das bisherige Rekordjahr 2022 (306.555 Hektar) überboten.[125] Anfang August kam es zu einer insgesamt 16 Tage dauernden Hitzewelle, während der mehr als 350.000 Hektar Wald verbrannten, mehr als 33.000 Menschen evakuiert wurden und vier Personen starben.[124] In Katalonien wurden mit Stand vom 8. Juli bereits fast 3.000 Hektar Wald durch einen Brand zerstört,[68] wobei auch der Parc Natural dels Ports betroffen ist.[126] Westlich von Madrid waren Hunderte Feuerwehrleute und Helfer den zweiten Tag in Folge gegen einen verheerenden Waldbrand im Einsatz. In der zentralspanischen Provinz Ávila hatte heftiger Wind die Flammen jedoch immer wieder erneut angefacht.[127] Feuerwehrleute und eine Spezialeinheit des Militärs versuchten die Brände in der Provinz Ávila einzudämmen. Ein 2.500 Hektar großes Feuer konnte in der Provinz Cáceres unter Kontrolle gebracht werden.[128] In Andalusien mussten um den 5. August in Tarifa sieben Hotels, zwei Campingplätze und 5.000 Fahrzeuge evakuiert werden, nachdem gemäß dem Fernsehsender TVE ein Feuer in einem Wohnmobil auf einem Campingplatz am Berg La Peña, wenige Kilometer von Tarifa entfernt, ausgebrochen war.[129][130] In den Provinzen Zamora und Léon waren über 40.000 Hektar betroffen. Das Feuer war das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen.[131] Das UNESCO-Weltkulturerbe Las Médulas wurde schwer getroffen.[132] In Galicien ist die Provinz Ourense am stärksten betroffen. In der Gemeinde Chandrexa de Queixa brannten 11.000 Hektar, was der zweitgrößte Waldbrand in Galicien war.[133] Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Madrid nach Galicien musste der Zugverkehr wiederholt unterbrochen werden.[134] Um den 14. August bat Spanien die EU um Hilfe im Kampf gegen die Waldbrände.[135] Unter anderem war in der Provinz León das Dorf Palacios de Jamuz zum Teil niedergebrannt.[136] Am 17. August forderte die Katastrophenschutzbehörde der spanischen Region Kastilien und León über soziale Netzwerke Pilger dazu auf, ihre Wanderung auf dem Jakobsweg zu unterbrechen.[137]
Türkei
In der Türkei wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 439 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 154.053 Hektar Fläche verbrannten. Dies war der zweithöchste Wert nach dem Rekordjahr 2021 (202.130 Hektar).[138] Die Feuerwehr musste ab Ende Juni gegen schwere Waldbrände vorgehen.[139] Vorerst besonders betroffen war unter anderem die Provinz Izmir, wo mit Stand vom 5. Juli 2025 bereits drei Menschen ums Leben kamen.[140] Bei Löscharbeiten in der Nähe der westtürkischen Stadt Eskişehir starben am 23. Juli zehn Helfer, vierzehn weitere wurden im Krankenhaus behandelt.[141] Das Feuer war in der westtürkischen Provinz Bursa bis in Wohngebiete vorgedrungen.[142] Mehr als 3.500 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.[57] Dem Ministerium für Forstwirtschaft und Umwelt zufolge waren 2025 bisher (Stand Anfang August) mehr als 2.000 Waldbrände ausgebrochen.[143] Um den 8. August brach in der Nähe des Dorfes Sarıcaeli in der Provinz Çanakkale ein Feuer aus, das sich vom Ackerland auf einen nahen gelegenen Wald ausbreitete. Durch starke Winde wurden die Löscharbeiten erschwert, im Einsatz waren acht Flugzeuge, vier Hubschrauber, dutzende Feuerwehrautos und schwere Maschinen. Aus einer Pflegeeinrichtung wurden 52 Anwohner in Sicherheit gebracht und ein Universitätscampus wurde vorsorglich geräumt.[144] Drei Dörfer wurden evakuiert. Mehr als 270 Einsatzkräfte kämpften gegen das Feuer.[145] Um den 11. August war erneut ein Waldbrand in der westtürkischen Stadt Çanakkale ausgebrochen und der örtliche Flughafen wurde teilweise gesperrt.[146]
Vereinigtes Königreich
In Vereinigten Königreich wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS 181 Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 47.879 Hektar Fläche verbrannten. Dies war mehr als doppelt so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2019.[147] Im August mussten Feuerwehren aus verschiedenen Landesteilen zusammengezogen werden, um einen Großbrand in Dorset zu löschen. Die Feuerwehrgewerkschaft warnte, dass das Feuerwehrsystem im Vereinigten Königreich unterfinanziert und nicht vorbereitet sei für Waldbrände, Überflutungen und andere Großschadenslagen, wie sie durch den Klimawandel immer häufiger auftreten.[148]
Zypern
In Zypern wurden im Jahr 2025 gemäß EFFIS sieben Brände größer als 30 Hektar registriert, die insgesamt 13.527 Hektar Fläche verbrannten. Dies war mehr als doppelt so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2021.[149] Gegen Ende Juli starben zwei Personen nördlich der Hafenstadt Limassol, die in einem ausgebrannten Auto auf einer Landstraße gefunden wurden.[141] Allein bei diesem Brand ist den Behörden zufolge eine Fläche von rund 12.000 Hektar verbrannt.[150]
Abschaltung von Kernkraftwerken
In Frankreich wurde am 29. Juni das Kernkraftwerk Golfech heruntergefahren, um ein zusätzliches Aufheizen der Garonne durch das Kühlwasser zu verhindern. Auch beim Kernkraftwerk Blayais wurde die Leistung reduziert.[151] In der Schweiz wurde beim Kernkraftwerk Beznau die Leistung vorerst um 50 Prozent gedrosselt, damit sich die Aare durch das Kühlwasser nicht weiter aufheizt.[152] Am 1. Juli wurde einer der beiden Reaktoren runtergefahren,[153] am 2. Juli wurde auch der zweite Reaktor vom Netz genommen.[154] Am 8. Juli wurden beide Blöcke wieder angefahren.[155][156]
Wasserknappheit
Die Abflussmengen im gesamten europäischen Flussnetz lagen in elf Monaten des Jahres unter dem Durchschnitt, wobei nur im Januar leicht überdurchschnittliche Werte verzeichnet wurden. Im Mai und Juni erreichten die Abflussmengen ihren niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992.[10.2] Mit Stand vom 13. August 2025 waren zahlreiche Länder von Wasserknappheit betroffen, unter anderem Frankreich, Griechenland, Italien, Türkei, Spanien, Vereinigtes Königreich und Zypern.[157]
Siehe auch
Weblinks
- Sehrish Usman (Universität Mannheim); Miles Parker, Mathilde Vallat (beide EZB): Dry-roasted NUTS: early estimates of the regional impact of 2025 extreme weather (PDF, 24 S.)[158]
- Dürre-Jahresrückblick 2025 des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ (Deutschland)