Eberhard Weismann
1936 Pfarrer in Ölbronn, 1948 Landeskirchenmusikwart, 1959 Dekan in Nagold, Mitglied des Evang. Oberkirchenrats in Stuttgart, 1965 Oberkirchenrat
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Eberhard Weismann (* 11. Juni 1908 in Alfdorf; † 5. Dezember 2001 in Schwäbisch Hall) war ein württembergischer evangelischer Pfarrer und Hymnologe.[1]
Leben und Wirken
Eberhard Weismann trat nach dem Schulbesuch (u. a. am Evangelischen Seminar in Urach) in das Evangelische Stift Tübingen ein und studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen, außerdem Kirchenmusik in Stuttgart. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Musikrepetent am Evangelischen Stift Tübingen, wo er vom damaligen Stiftsmusikdirektor Richard Gölz geprägt wurde. 1936 wurde er dann evangelischer Pfarrer in Ölbronn. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft berief in die Evangelische Landeskirche in Württemberg zum Landeskirchenmusikwart; zugleich war er Obmann des Verbands Evangelischer Kirchenchöre in Württemberg. Diese Funktionen führten zu seiner Mitarbeit an der Neuausgabe des Evangelischen Kirchengesangbuchs, dessen Stammteil 1950 im Druck erschien. Außerdem wirkte er an der Herausgabe von Chorbüchern für die Kirchenchöre mit und beschäftigte sich mit der Liturgik im Gottesdienst. An der Kirchenmusikschule Esslingen und der Musikhochschule Stuttgart hatte er einen Lehrauftrag inne.
m Jahre 1959 wurde Weismann Dekan im Kirchenbezirk Nagold. 1965 berief ihn die Landeskirche zum Referenten für Gottesdienst und Theologie in die Kirchenleitung in Stuttgart. 1973 trat er in den Ruhestand. Über viele Jahre gehörte er zum Leitungskreis der „Kirchlichen Arbeit Alpirsbach“.
Der evangelische Pfarrer und Kirchenhistoriker Christoph Weismann ist sein Sohn.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Pietismus oder Reformation? Ein Wort zum Evangelischen Kirchengesangbuch. Stürner, Waiblingen 1950.
- (Hrsg.): 42 Bachchoräle. Chorgesänge zum gottesdienstlichen Gebrauch für gemischten Chor. Schultheiss, Tübingen 1950.
- (Hrsg.): Zu guter Stund. Gesellige Lieder für 3 und 4 Stimmen. Hrsg. vom Verband evangelischer Kirchenchöre in Württemberg. Schultheiss, Tübingen 1954.
- Der Predigtgottesdienst und die verwandten Formen. In: Karl Ferdinand Müller/Walter Blankenburg (Hrsg.): Leiturgia. Handbuch des evangelischen Gottesdienstes. Bd. 3. Stauda, Kassel 1956, S. 1–98.
- (Hrsg., mit Hermann Stern): Neues Chorgesangbuch. Chorsätze zu den Liedern des Evangelischen Kirchengesangbuchs. Hänssler, Stuttgart-Hohenheim 1959 (4. Aufl. 1975).
- Die besondere Tradition des württembergischen Gottesdienstes. In: Walter Heyer (Hrsg.): Württembergischer Kirchenbau. Felgentreff, Berlin 1959, S. 23–32.
- Handbuch zum Evangelischen Kirchengesangbuch. Bd. 3: Liederkunde, Teil 1: Lied 1 bis 175. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1970.
- Christoph König, ein schwäbischer Schuhmacher und Hymnologe. In: Walter Blankenburg u. a. (Hrsg.): Kerygma und Melos. Christhard Mahrenholz 70 Jahre, 11. August MCMLXX. Bärenreiter, Kassel 1970, S. 352–359, ISBN 3-7618-0012-6.
- (Hrsg.): Wilhelm Weismann / Lebenserinnerungen 1870 - 1958. Weismann, Stuttgart 1988.
- Die Anfänge der Kirchenmusikschule Eßlingen. In: Helmut Völkl (Hrsg.): Kirchenmusik als Erbe und Auftrag. Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Carus, Stuttgart 1995, S. 603–612, ISBN 3-923053-43-6.