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Ebrulf Zuber

deutscher Offizier der Waffen-SS, Mitarbeiter der Organisation Gehlen und später Erster Direktor des Bundesnachrichtendienstes From Wikipedia, the free encyclopedia

Ebrulf Zuber (* 28. März 1920 in Petersburg, Tschechoslowakei; † 2005) war ein deutscher SS-Obersturmführer der Waffen-SS, ab 1947 Mitarbeiter der Organisation Gehlen und von 1956 bis 1985 des Bundesnachrichtendienstes (BND), zuletzt als Erster Direktor.

Leben

Kindheit und Jugend

Zuber war Sohn eines deutschen Gutsverwalters. Er besuchte die Volksschule in Petersburg in Böhmen und wechselte 1931 auf das deutsche Gymnasium in Karlsbad, wo er 1939 das Abitur erlangte.[1] Zuber betätigte sich bereits vor dem Münchner Abkommen als Funktionär in völkischen Verbänden und wurde nach der Annexion des Sudetenlands Gefolgschaftsführer in der Hitlerjugend.[2] Neben seiner seit 1938 bestehenden Mitgliedschaft in der SS (SS-Nummer 376.935[3]) trat Zuber auch noch im selben Jahr der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 6.435.101).[3][4]

Waffen-SS und Kriegsgefangenschaft

Während des Zweiten Weltkrieges trat 1940 als Führeranwärter bei der Leibstandarte SS „Adolf Hitler“ in die Waffen-SS ein,[5] nachdem er drei Monate im Reichsarbeitsdienst war.[1] Vom 2. Mai bis 3. September 1941 war er als SS-Mann von der 2. Kompanie des Ersatz-Bataillons der Leibstandarte SS „Adolf Hilter“ zum SS-Junkerlehrgang an der SS-Junkerschule in Braunschweig kommandiert.[6] Danach wurde er Ausbilder. Nach einem Unfall mit einer Handgranate am 14. August 1941[7] folgte ein Lazarett-Aufenthalt. 1942 wurde er Referent im SS-Hauptamt in Berlin, wo er zeitweise zum Amt VI, zeitweise zur Germanischen Leitstelle gehörte. In letzterer war er für die Anwerbung von belgischen und niederländischen Staatsangehörigen in die Waffen-SS zuständig.[1][5] 1943 wurde er zum SS-Obersturmführer befördert.[3] Ende 1943 wurde er kurzzeitig im SS-Hauptamt in der Abteilung Wehrersatzwesen eingesetzt. 1944 erfolgte die Versetzung an die Front, wo er als Kompanieführer und im Stab des Panzergrenadier-Regiments 23 „Norge“ der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland“ diente. Gegen Kriegsende war er Kompanieführer eines Panzerkorps der Waffen-SS.[1] Er war ab Oktober 1944 Adjutant von General Felix Steiner und ab Ende 1944 an der Ostfront und zuletzt während der Schlacht um Berlin eingesetzt.[5]

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 2. Mai 1945 geriet Zuber in Kriegsgefangenschaft der Sowjetunion. Dort konnte er seine SS-Zugehörigkeit geheim halten. Im September 1946 wurde er entlassen und begab sich in die amerikanische Besatzungszone, wo er in den Lager in Ludwigsburg und Kornwestheim interniert wurde.[8]

Organisation Gehlen und Bundesnachrichtendienst

1947 wurde die Organisation Gehlen auf Zuber aufmerksam. Sie betrieb seine Entlassung aus der Internierung und seine Anwerbung für die Organisation.[1.1] Im Juni 1947 trat Zuber der Organisation Gehlen bei, wo er den Decknamen Ebrulf Ackermann und die Nummer V-03595 erhielt.[9] Eine Entnazifizierung entfiel für Zuber als Angehöriger der Organisation Gehlen, denn zwischen dieser und amerikanischen Stellen bestand eine Vereinbarung, dass förmliche Entnazifizierungsverfahren in der Regel nicht durchgeführt werden sollten.[1.1] Anfangs Aufklärer, wurde Zuber Leiter der direkt der Zentrale nachgeordneten Außenstelle „Bezirksverwaltung E“ in Augsburg.[10] Am 1. April 1956 wurde in den Bundesnachrichtendienst übernommen. In den 1960er Jahren war er Oberregierungsrat und Gruppenleiter für operationelle Sicherheit.[4] 1963 erfolgt eine Befragung durch die Organisationseinheit 85 bei der internen Suche nach NS-Belasteten. Er wurde jedoch nicht als Problemfall eingestuft. Die Einheit empfahl seine Weiterbeschäftigung ohne Auflagen.[4] Ende der 1960er war er parallel Leiter des Bereichs Dokumentation und Datenverarbeitung, wird 1970 Direktor und später Erster Direktor im Bundesnachrichtendienst. 1971 wird er stellvertretender Abteilungsleiter I (Operative Beschaffung) unter Abteilungsleiter Richard Meier. Ende der 1970er Jahre wurde er Unterabteilungsleiter „Nachrichtendienstliche Führung“ und 1981 der Unterabteilungsleiter 12 (Beschaffung DDR).[4][7][3] 1985 trat er nach 38 Jahren Dienstjahren beim BND und seinem Vorläufer in den Ruhestand.[1][11]

Literatur

Einzelnachweise

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