Edwin von Seckendorff
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Edwin Alfred Richard Freiherr von Seckendorff (* 2. Oktober 1854 in Debschwitz; † 2. Februar 1933 in Hechingen) war ein deutscher Diplomat.

Leben
Herkunft
Edwin entstammte dem 4. Zweig des 1. Astes der I. Linie des Gudentschen Stammes des Adelsgeschlechts von Seckendorff. Er war das dritte von zehn Kindern des preußischen Oberstleutnants Evan von Seckendorff (1821–1882) aus dessen erster Ehe mit Pauline, geborene von Flemming (1826–1864). Zu seinen Brüdern zählten der preußische General der Infanterie Gustav von Seckendorff (1848–1924), der Vizeadmiral Albert von Seckendorff (1849–1921) und der General der Infanterie Adolf von Seckendorff (1957–1941).[1]
Edwin von Seckendorff war ab 1893 mit Margarethe „Daisy“ von Porbeck (1875–1958), der Tochter des badischen Kammerherrn Friedrich von Porbeck (1839–1897) und dessen zweiter Frau Stephanie Damböck (1842–1899), verheiratet.[2]
Werdegang

Edwin von Seckendorff legte die Sekunda-Reife ab und war ab 1869 als Seemann tätig. Er war ab 1873 als Kaufmann in San Francisco und ab 1875 als Deutschlehrer in Tokio tätig. 1879 trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Zu Beginn seiner diplomatischen Karriere war er preußischer Gesandter in Stuttgart, der Hauptstadt des Königreichs Württemberg.[3] Von 1883 bis 1886 war er deutscher Vizekonsul in Shantou. Daraufhin absolvierte er von 1886 bis 1888 juristische und volkswirtschaftliche Studien in Kiel.
Von 1889 bis 1896 war von Seckendorff deutscher und spanischer Konsul in Tianjin. 1890 wurde er von Otto von Bismarck angewiesen, gemeinsam mit dem Gesandten für „eine geeignete Einwirkung“ zugunsten der AG Vulcan Stettin einzutreten. Seckendorff ließ sich von Li Hongzhang über den Entscheidungsprozess am chinesischen Hof der Qing-Dynastie berichten und sprach sich bei Vizekönig Liu Kunyi für die AG Vulcan Stettin aus.[4]
Später war Seckendorff deutscher Diplomat in Sarajevo, Prag und Sofia. Von 1904 bis 1907 war er deutscher Gesandter in Kolumbien. Daraufhin war er von 1907 bis 1911 deutscher Gesandter in Venezuela. Anschließend war er Geschäftsträger des deutschen Konsulats in Tanger.[5][6]
Von 1913 bis 1914 war er kommissarischer Leiter der deutschen Gesandtschaft in Peking. 1913 und 1915 erhielt von Seckendorff bei diplomatischen Missionen Audienzen beim provisorischen Präsidenten der Republik China Sun Yat-sen.[7] Am 1. Oktober 1913 erkannte Seckendorff durch eine mit den Mächten abgestimmte Note die Regierung der Republik China durch die Regierung von Theobald von Bethmann Hollweg an.[8]
1914 wurde Edwin von Seckendorff in den einstweiligen Ruhestand versetzt.