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Eisen(III)-thiocyanat

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Eisen(III)-thiocyanat ist eine chemische Verbindung. Sie kann wasserfrei in Form von violettfarbenen Kristallen Fe(SCN)3 oder Trihydrat Fe(SCN)3·3 H2O isoliert werden. In wässriger Lösung bilden die Eisen(III)- mit den Thiocyanat-ionen (SCN) blutrote, oktaedrische Komplexe.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Eisen(III)-Ion    3 · Thiocyanat-Ion
Allgemeines
Name Eisen(III)-thiocyanat
Andere Namen

Eisen(III)-rhodanid

Summenformel Fe(SCN)3
Kurzbeschreibung

blutrote Kristalle[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 4119-52-2
EG-Nummer 223-913-8
ECHA-InfoCard 100.021.740
PubChem 165185
Wikidata Q1313313
Eigenschaften
Molare Masse 230,09 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302312332410
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Komplexe des Eisen(III)

In wässriger Lösung liegen folgende sechs High-Spin[4]-Komplexe vor:

Die am häufigsten vertretenen oktaedrischen Komplexe[5] besitzen aufgrund ihrer Charge-Transfer-Eigenschaft eine blutrote Farbe, man bezeichnet sie deshalb auch als Charge-Transfer-Komplexe.[6] Wegen ihrer intensiven Färbungen finden sie Anwendung in der Analytischen Chemie.

Die high-spin d5-Elektronenkonfiguration liefert keine Ligandenstabilisierungsenergie, weshalb keine Komplexgeometrie bevorzugt wird, sofern andere Einflüsse unverändert bleiben. So erklärt sich die Vielfältigkeit der Stereochemie des Eisen(III).[7]

Gewinnung

Eisen(III)-thiocyanat wird aus einer Reaktion von Eisen(III)-sulfat mit Bariumthiocyanat gewonnen. Hierbei fällt Bariumsulfat aus. In der Lösung verbleibt das Fe(SCN)3.

Analytische Verwendung

Eisen(III)-Lösung und Eisenthiocyanat

In der Analytischen Chemie werden diese Komplexe verwendet, um Eisen(III)-Ionen nachzuweisen. Gibt man zu einer Lösung, welche Eisen(III)-Ionen enthält, SCN-Ionen (z. B. durch die Zugabe von Kaliumthiocyanat), so stellt sich umgehend eine blutrote Färbung ein. Die Eisen(III)-Ionen liegen nun als Eisen(III)-Komplexe vor.

Um sicherzustellen, dass es sich wirklich um Eisen(III)-Ionen handelt, tropft man Fluoridionen zu und die Lösung entfärbt sich. Die SCN-Ionen wurden mit den F-Ionen ausgetauscht. Der so entstandene, stabilere [FeF5(H2O)]2−-Komplex ist farblos. Auch Oxalat-Ionen können eine Fe(SCN)3-Lösung durch Bildung des (gelblichen) [Fe(C2O4)3]3−-Komplexes entfärben.

Literatur

Einzelnachweise

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