Eleonore Bürcher
österreichische Schauspielerin Schweizer Herkunft
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Eleonore Bürcher (* 1948;[1] † 6. April 2026)[2] war eine österreichische Schauspielerin Schweizer Herkunft. Von 1981 bis 2014 war sie Ensemblemitglied am Tiroler Landestheater.
Leben
Eleonore Bürcher stammte aus Brig im Kanton Wallis und legte am Gymnasium die Matura ab.[3] Ihre Schauspielausbildung erhielt sie von 1968 bis 1972 an der Schauspielschule des Konservatoriums Bern.[4] Ab 1984 studierte sie Komparatistik und Germanistik an der Universität Innsbruck, das Studium schloss sie 1989 als Magistra ab.[5] In Österreich nahm die gebürtige Schweizerin die österreichische Staatsbürgerschaft an.[6]
Nach Engagements in Deutschland und der Schweiz war sie von 1981 bis 2014 festes Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters, danach wirkte sie dort als Gast mit.[5] Am Landestheater stand sie unter anderem als Königin Elisabeth in Maria Stuart, als Helene Alving in Gespenster, als Blanche in Endstation Sehnsucht, als Ranjewskaja im Kirschgarten, als Hekuba in den Troerinnen sowie in den Titelrollen von Grillparzers Medea, Nestroys Der böse Geist Lumpacivagabundus und Lorcas Bernarda Albas Haus auf der Bühne. Am Innsbrucker Kellertheater war sie beispielsweise als Maria Callas in Meisterklasse zu sehen, bei den Bergfestspielen Seefeld spielte sie 2002 den Merlin in Parzival von Tankred Dorst.[5] 2025 verkörperte sie am Landestheater die Rolle des Kaisers Franz Joseph I. in der Operette Im weißen Rössl.[7]
2009 wurde sie mit dem Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck ausgezeichnet.[1][5] Im Rahmen der Verleihung des Nestroy-Theaterpreises 2011 erhielt sie den Publikumspreis.[8] 2013 wurde ihr der Tiroler Adler-Orden in Gold verliehen.
Im Film 3 Zimmer. Küche. Tod. von Bastian Zach und Matthias Bauer spielte sie 2007 die Rolle der Großmutter. 2017 war sie in der ZDF-Serie Die Bergretter in der Folge Ohne Aussicht als Hertha zu sehen. Im 2024 am Filmfestival Kitzbühel uraufgeführten ORF/ZDF-Landkrimi Schnee von gestern mit Simon Morzé und Marlene Hauser übernahm sie die Rolle der Moidl.[9]
Als Hörspielsprecherin wirkte sie in mehr als 30 Jahren in 19 Produktion von ORF-Hörspielregisseur Martin Sailer mit. Sie starb im April 2026 im Alter von 78 Jahren.
Filmografie (Auswahl)
- 2007: 3 Zimmer. Küche. Tod.
- 2017: Die Bergretter (Fernsehserie, Folge: Ohne Aussicht)
- 2024: Landkrimi – Schnee von gestern (Fernsehreihe)
Auszeichnungen
- 2009: Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck[1]
- 2011: Publikumspreis des Nestroy-Theaterpreises[1]
- 2013: Tiroler Adler-Orden in Gold[10]