Schnee von gestern (2024)
Film von David Wagner (2024)
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Schnee von gestern ist ein österreichischer Fernsehfilm aus der Landkrimi-Filmreihe aus dem Jahr 2024 von Regisseur David Wagner nach einem Drehbuch von Ivo Schneider mit Simon Morzé und Marlene Hauser. Es ist der erste Landkrimi aus Osttirol.[1]
| Film | |
| Titel | Schnee von gestern |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Länge | 87 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Dor Film |
| Stab | |
| Regie | David Wagner |
| Drehbuch | Ivo Schneider |
| Produktion | Danny Krausz, Andi G Hess |
| Musik | Musicbanda Franui, Jóhann Jóhannsson |
| Kamera | Anna Hawliczek |
| Schnitt | Alarich Lenz |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Im Tristacher See wird eine männliche Leiche gefunden, Chefinspektor Martin Steiner und Chefinspektorin Melanie Grandits nehmen die Ermittlungen auf. Unterstützt werden sie von Gustav Moser. Bei dem Toten handelt es sich um den 58-jährigen Tiroler Umweltlandesrat Konrad Kofler. Laut Obduktion hatte er Alkohol im Blut und ist ertrunken, es gibt keine Anzeichen von Gewaltanwendung.
Das Opfer war nach einem Termin mit den Finanzlandesräten auf dem Weg nach Inner Ainöd, wo er allerdings nicht angekommen ist. Die weiteren Ermittlungen ergeben anhand von Wasserproben aus dem See und der Lunge, dass das Opfer nicht betrunken in den Tristacher See gefallen ist, sondern bereits tot war, als er hineingeworfen wurde. Das Wasser in Koflers Lunge stammt aus dem Speichersee von Inner Ainöd. Auf Videoaufnahmen einer Überwachungskamera ist sein Fahrzeug zu sehen, zu einem Zeitpunkt, als er bereits tot war.
Kofler war in Inner Ainöd wegen der Genehmigung für eine Beschneiungsanlage, die Schneekanonen wurden bereits geliefert. Die Gemeinde hatte bereits fünf Mal um die Genehmigung nachgesucht. Weil eine Fabrik geschlossen wurde, dadurch Arbeitsplätze verloren gingen und der Wegzug der letzten verbliebenen Einwohner droht, rechnete der Bürgermeister damit, dieses Mal die Genehmigung zu erhalten. Beim Speichersee findet sich ein Firmenschild der Snowland Resort GmbH. Diese gehört den Dorfbewohnern, die Schulden hatten. Der Umweltlandesrat war ihnen folglich im Weg.
Der Chef des örtlichen Gasthauses ist Gerry Fiala, der wegen Drogenhandels im Gefängnis gesessen hatte. Trafikant Egbert Kollreider, der ständig alkoholisiert war, wird in der Früh erfroren vor seinem Haus aufgefunden. Laut der Postenkommandantin gibt es Zeugen, die von einem Streit zwischen Egbert und Steiner berichten, den es in Wahrheit nicht gab. Steiner wird in der Folge von der Dorfbevölkerung gemobbt, nach einem Saunabesuch in die Kälte ausgesperrt und beim Begräbnis von Kollreider in der Kirche zusammengeschlagen. Fiala, der von Steiner ins Gefängnis gebracht wurde, kommt ihm als Einziger zur Hilfe und rät ihm zum raschen Verlassen des Dorfs.
Moidl Schirnhofer, die Tante des Bürgermeisters, spricht nicht mehr seit dem Tod ihrer Tochter Waltraud vor ein paar Jahren, die im See ertrunken war. Damals gaben alle Alfons Hochstoder die Schuld, der als Einsiedler verbannt wurde. Steiner vermutet, dass Hochstoder den Landesrat ermordet hat, um wieder ins Dorf zurückkehren zu dürfen. Hochstoders Schwester Maria ist die Betreiberin von Steiners Unterkunft. Als Alfons merkt, dass er entgegen dem Versprechen des Bürgermeisters nach der Ermordung des Landesrates nicht wieder ins Dorf zurückkehren darf, nimmt er sich mit einer Pistole das Leben. Der Bürgermeister wird von der Polizei festgenommen.
Produktion und Hintergrund
Die Dreharbeiten fanden im November und Dezember 2023 in Osttirol statt. Drehorte waren Lienz, Schlaiten und Kals am Großglockner.[2][3]
Produziert wurde der Film von der Dor Film (Produzenten Danny Krausz und Andi G Hess), beteiligt waren der Österreichische Rundfunk und das ZDF, unterstützt wurde die Produktion vom Fernsehfonds Austria, FISA+ und Cine Tirol.[3]
Die Kamera führte Anna Hawliczek, die Montage verantwortete Alarich Lenz. Das Szenenbild gestaltete Nina Salak, das Kostümbild Monika Buttinger, den Ton Ines Vorreiter und das Maskenbild Désirée Schober und Isabella Gajcic.[2]
Veröffentlichung
Premiere war am 23. August 2024 im Rahmen des Filmfestivals Kitzbühel.[4][5][6] Am 1. April 2025 wurde der Film am Filmfestival Diagonale in Graz gezeigt.[7]
Auf ORF ON wurde der Streifen am 19. Jänner 2026 veröffentlicht, auf ORF 1 wurde dieser am 20. Jänner 2026 erstmals ausgestrahlt. Auf ZDF.de erschien der Film am 25. Februar 2025, die Erstausstrahlung im ZDF folgte am 4. März 2026.[8][9]
Rezeption
Kritiken
Barbara Schuster befand auf the-spot-mediafilm.com, dass mit dieser Folge ein auffallend stimmungsvoller Krimi gelungen sei. Die Figuren seien ausgefeilt und auf den Punkt gespielt, das Kommissarsduo sowie deren Sidekick Gustav seien ein famoses Trio, von dem man auf Anhieb sofort mehr sehen wolle. Die richtige Mischung aus schrägem Humor und spannungsgeladener Story funktioniere. Außerdem lobte sie die hervorragende Bildgestaltung von Anna Hawliczek und die Musik von Franui, mit Kompositionen von Jóhann Jóhannsson.[10]
Oliver Alexander urteilte auf quotenmeter.de, dass der durchwachsene Krimi atmosphärisch durchaus überzeuge, aber dramaturgisch schwächle. Regisseur David Wagner inszeniere das Ganze mit einer Ernsthaftigkeit, die gelegentlich ins Bleierne kippe. Das zentrale Problem sei wahrscheinlich die Überfrachtung als Krimi, Milieustudie, Politdrama und Gesellschaftsanalyse.[11]
Volker Bergmeister vergab auf tittelbach.tv vier von sechs Sternen und bezeichnete den Film als bildstarkes Alpenkrimidrama, sehr atmosphärisch in Szene gesetzt. Die Landschaft spiele fast eine eigene Rolle, wunderschön, aber auch rau und unheimlich.[12]
Oliver Armknecht bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit sechs von zehn Punkten. Der Krimi gefalle durch die Atmosphäre und die Besetzung und sei allein dafür schon sehenswert. Die eigentliche Geschichte sei aber nicht mehr als zweckmäßig.[13]
Quote
Die Erstausstrahlung auf ORF 1 am 20. Jänner 2026 erreichte bis zu 723.000 und durchschnittlich 708.000 Personen bei 28 Prozent Marktanteil.[14]
Im ZDF wurde die Erstausstrahlung am 4. März 2026 von 4,02 Millionen Personen gesehen bei einem Marktanteil von 17,3 Prozent.[15]
Weblinks
- Schnee von gestern bei crew united
- Schnee von gestern bei IMDb
- Schnee von gestern auf ffkb.at
- Schnee von gestern auf ORF ON
- Schnee von gestern auf ZDF.de