Elite Model Management
Modelagentur
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Elite Model Management ist eine Modelagentur und wurde 1972 in Paris von John Casablancas und Alain Kittler gegründet.[1] Elite begleitete die Karrieren von einigen hundert Mannequins und Fotomodellen auf fünf Kontinenten. Elite Model Look ist einer der bekanntesten Model-Wettbewerbe.
Geschichte
John Casablancas hatte zunächst 1969 die Agentur Elysée 3, die Photographen und Models vertreten sollte, aber rasch wieder den Betrieb einstellte.[2] Zusammen mit seinem ehemaligen Klassenkollegen in Le Rosey, Alain Kittler, gründete Casablancas 1972 Elite Model Management in Paris.
Das erste größere Signing der Agentur war Christie Brinkley, die vom Fotografen Errol Sawyer in Paris entdeckt und Casablancas vorgestellt worden war.[3] Elite stieg rasch zu den führenden Agenturen in der Branche auf und prägte diese bis in die 1990er.
1977 eröffnete Elite ihr Büro in New York und trat damit in direkten Wettbewerb mit Ford Models. Es kam zu einem erbitterten Wettbewerb, in dem beide Agenturen versuchten, beliebte Models möglichst lange an sich zu binden, was unter dem Stichwort „Model Wars“ bekannt wurde. Dies führte zu stark steigenden Gagen für die Models.[3]
Elite gilt als "Entdecker" und Förderer mehrerer Models, die als "Supermodels" weltweit bekannt wurden – etwa Gisele Bündchen, Cindy Crawford, Naomi Campbell und Linda Evangelista.[3] Elite wird zugeschrieben, die Modelindustrie durch eine stärkere Sexualisierung der Models geprägt zu haben.[3] Elite wurde bekannt als Agentur, die Models "mit Persönlichkeit und Sex Appeal" vermittelte. Casablancas sagte in Interviews, wichtig in der Fashion-Industrie seien Models, die "aufregend" seien und "etwas zu sagen haben"; keine Katalogmodels, die an Disney-Prinzessinnen erinnerten.[2]
Im Jahr 1999 veröffentlichte die BBC eine Dokumentation, in der zwei Elite-Manager heimlich gefilmt wurden, wie sie darüber sprachen, Teilnehmerinnen des Elite Model Look Contest verführen zu wollen bzw. rassistische Aussagen tätigten. Die beiden Manager traten zunächst zurück, wurden jedoch rasch wieder angestellt, und Elite warf der BBC vor, das Material manipuliert zu haben.[4] Eine Sammelklage, in der mehrere Agenturen der Preisabsprache beschuldigt wurden, veranlasste das Unternehmen 2004, Insolvenzschutz zu beantragen.[2] In der Folge wurden mehrere Niederlassungen verkauft oder beendeten ihre Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft. Diese in Luxemburg ansässige Elite World S.A. war ab 2006 unter der Kontrolle des Geschäftsmanns Bernard Hennet[5] und war von 2006 bis 2014 an der Frankfurter Börse gelistet.
2011 erwarb Pacific Global Management einen kontrollierenden Anteil an Elite World.[6]
Der Vorstand der börsennotierten Holding-Gesellschaft Elite World S.A. besteht derzeit aus Bernard Hennet, Andrew Gleeson und Thomas Röggla. Größter Einzelaktionär ist Thomas Röggla mit 28,1 %. Der Vorstand insgesamt hält über 50 % der Aktien der Elite World S.A.
Die Geschäftstätigkeit der Elite Group ist in die drei Hauptgeschäftsbereiche Elite Modelagenturen, Elite Lizenzgeschäft und Elite Modellwettbewerb unterteilt. Elite betreibt unter der Bezeichnung Elite Model Management eines der größten und bekanntesten Netzwerke von Modelagenturen weltweit. Die Modelagenturen stehen teilweise im Eigentum der Holdinggesellschaft, teilweise werden sie von Franchiseunternehmen geführt.
Im Geschäftsbereich Elite Licensing erteilt Elite Lizenzen für die Verwendung der von Elite gehaltenen Wort/Bild-Marken für das Design, die Herstellung und den Verkauf bestimmter Produkte und Produktlinien.
Der Elite Modelwettbewerb Elite Model Look Contest gilt mittlerweile als weltweit größter Modelnachwuchswettbewerb mit jährlich über 350.000 Kandidatinnen aus 60 Ländern.
Die französische Justiz ermittelt gegen Gérald Marie, den früheren langjährigen Europa-Chef der Model-Agentur. Drei ehemalige Models, Carré Otis, Ebba Karlsson und Jill Dodd, sowie die frühere BBC-Journalistin Lisa Brinkworth werfen ihm Vergewaltigung in den Jahren 1980 bis 1998 vor. Eines der Opfer soll dabei erst 17 Jahre alt gewesen sein.[7] Marie war bereits 1999 im Zuge einer BBC-Dokumentation heimlich gefilmt worden, wie er sagte, er hoffe, die Teilnehmerinnen der jährlichen Elite Model Look Show zu verführen. Der Guardian berichtete 2020, Agenturchef John Casablancas habe ebenso wie Männer in seinem Umkreis den Nachwuchswettbewerb Elite Look of the Year genutzt, um Sex mit schutzbedürftigen jungen Models zu haben. Im Bezug auf den Wettbewerb gäbe es zudem Vorwürfe von sexueller Belästigung, Ausbeutung und Vergewaltigung. 2003 wies das Oberste Gericht des Bezirks Los Angeles eine Klage wegen sexuellen Missbrauchs ab, die eine ehemalige Teilnehmerin des Wettbewerbs „Look of the Year“ gegen Casablancas erhoben hatte, da er nicht in Kalifornien ansässig war.[8]
Internationale Standorte
Es gibt Elite-Model-Managements-Agenturen an den folgenden Standorten:[9]