Ellos eatnu – Der Fluss soll leben
Filmdrama von Ole Giæver (2023)
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Ellos eatnu – Der Fluss soll leben ist ein nordsamisch-norwegisches Filmdrama von Ole Giæver aus dem Jahr 2023. Der Film spielt im Jahr 1979 und befasst sich mit dem Alta-Konflikt und der Diskriminierung der Samen in Norwegen. Der Film wurde in Norwegen, Schweden und Finnland produziert.
| Film | |
| Titel | Ellos eatnu – Der Fluss soll leben |
|---|---|
| Originaltitel | Ellos eatnu – La elva leve |
| Produktionsland | Norwegen, Schweden, Finnland |
| Originalsprache | Norwegisch, Nordsamisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 113 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Ole Giæver |
| Drehbuch | Ole Giæver |
| Produktion |
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| Musik |
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| Kamera | Marius Matzow Gulbrandsen |
| Schnitt | Wibecke Rønseth |
| Besetzung | |
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Handlung
Im Sommer 1979 zieht die Samin Ester nach Alta, um an einer Grundschule als Vertretungslehrerin Norwegisch zu unterrichten. In Alta begegnet ihr ständiger Rassismus und Diskriminierung gegen Samen, weshalb sie ihre ethnische Zugehörigkeit verheimlicht.
Über ihren Cousin Mihkkal kommt sie mit Aktivisten in Kontakt, die im Ort Stilla gegen den Bau eines Wasserkraftwerkes am Altaelva demonstrieren und dafür eine Straße blockieren. Dieser würde die Lebensgrundlage der Samen und damit auch das Fortbestehen ihrer Kultur bedrohen. Ester entwickelt dadurch eine stärkere Beziehung zur Kultur der Samen.
Esters Mutter und ihr Stiefvater befürworten den Bau des Wasserkraftwerkes, obwohl die Mutter selbst Samin ist. Auch sie hat sich an die norwegische Gesellschaft angepasst, was zu Konflikten mit der Tochter führt.
Den Aktivisten gelingt es, die Polizei an der Auflösung der Straßenblockade zu hindern. Um öffentlichkeitswirksamer zu demonstrieren und die Behörden zu überraschen, beschließen sie, vor dem Storting (Parlament) in Oslo in den Hungerstreik zu treten und eine Überprüfung samischer Besitzansprüche an dem Land für das Wasserkraftwerk zu verlangen. Trotz öffentlicher Aufmerksamkeit verneint das Parlament die Besitzansprüche und beschließt die Fortsetzung des Baues.
Heiligabend verbringt Ester bei ihrer Familie. Der Abend endet in einem Streit und Ester distanziert sich weiter von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater.
Ester bemüht sich, weitere Samen für größere Straßenblockaden zu organisieren, was aufgrund der inneren Zerstrittenheit der Samen misslingt. Ihr Cousin Mihkkal verliert die Hoffnung auf eine Verhinderung des Wasserkraftwerkes und erhängt sich. Nach Mihkkals Beerdigung kommen Ester und ihre Familie sich wieder näher und sprechen sich für die Verhinderung des Wasserkraftwerkes aus.
Die Blockade der Straße durch die Aktivisten soll mithilfe von hunderten Polizisten aufgelöst werden. Esters Bemühungen, weitere Sami zu organisieren, stellen sich als erfolgreich heraus. Die Blockade fällt dennoch.
Kritik
Savina Petkova von Cineuropa lobte den Film für die kritische Auseinandersetzung mit der Unterdrückung der Samen in Norwegen. Der Film erzähle lebendig und einfühlsam und verknüpfe die Darstellung von Rassismus mit ausgewogenen, gefühlvollen Dialogen.[1]
Die Neue Westfälische bezeichnete den Film als „[e]ine packende und bewegende Darstellung des bis heute andauernden Überlebenskampfes der in Norwegen marginalisierten indigenen Bevölkerung der Samen“.[2]
Filmdienst.de lobte die Kameraarbeit und Filmmusik sowie die schauspielerische Leistung Ella Marie Hætta Isaksens. Die charakterliche Komplettwandlung der Protagonistin sei jedoch nicht vollständig glaubhaft.[3]
Rudolf Worschech von epd Film urteilte positiv über den Film. „[Ole] Giæver gelingt es, das Klima dieser Jahre, ein latenter wie offener Rassismus, eindringlich heraufzubeschwören – auch wenn es mitunter plakativ und folkloristisch zugeht.“[4]
Auszeichnungen
Tromsø International Film Festival (2023)
- Audience Award in der Kategorie „Bester Film“
Amanda (2023)
- Bester norwegischer Film
- Beste männliche Nebenrolle für Gard Emil
- Beste Regie für Ole Giæver
Göteborg Film Festival (2023)
- Audience Award in der Kategorie „Bester Spielfilm“
- FIPRESCI-Preis in der Kategorie „Bester Spielfilm“