Elpenrod

Ortsteil von Gemünden (Felda) From Wikipedia, the free encyclopedia

Elpenrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Gemünden (Felda) im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Das Dorf liegt in Oberhessen im Mündungsbereich zweier Bäche, dem Eisenbach und dem Elpbach. Durch Elpenrod verläuft die Landesstraße 3073.

Schnelle Fakten Gemeinde Gemünden (Felda) ...
Elpenrod
Koordinaten: 50° 40′ N,  5′ O
Höhe: 271 (272–293) m ü. NHN
Fläche: 9,74 km²[1]
Einwohner: 261 (31. Dez. 2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35329
Vorwahl: 06634
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Ortsgeschichte

Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort in einem Kopiar um das Jahr 1300 als „Elpenrade“.[3] Das Kopiar wurde zwischen 1400 und 1425 erstellt. 1350 heißt es in einer Urkunde des Klosters Arnsburg in der Wetterau „bi Elperodde“.[4] Bereits im Mittelalter wurden große Waldflächen gerodet, worauf die Ortsnamenendung -rod hinweist. Das Bestimmungswort im Ortsnamen ist der Rufname Albin, ebenso wie im Ortsnamen von Alsfeld-Elbenrod.[5]

Im Mittelalter gehörte der Ort zu Grafschaft Ziegenhain. 1450 starb der letzte Graf von Ziegenhain und Nidda kinderlos. Nach einer Vereinbarung mit den Landgrafen von Hessen fiel das Erbe an die Landgrafschaft Hessen, aber erst 1495 konnte ein Erbstreit mit den Grafen von Hohenlohe beigelegt werden, indem die hessischen Landgrafen die Hohenloher mit 9000 Gulden für die beiden Grafschaften abfanden.[6]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Elpenrod:

„Elpenrod (L. Bez. Kirtorf) evangel. Filialdorf; liegt 3 St. von Kirtorf in einem engen tiefen Thale, hat 82 Häuser und 484 Einw., die bis auf 1 Kath. evangelisch sind. Der Ort gehörte zum Oberofleidener Kirchengebiete.“[7]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Burg-Gemünden, Ehringshausen, Elpenrod, Hainbach, Nieder-Gemünden, Otterbach und Rülfenrod freiwillig zur neuen Gemeinde Gemünden.[8] Für alle eingegliederten ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.[9]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Elpenrod angehört(e):[1][10][11]

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Elpenrod das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Elpenrod zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[19] Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld[20], aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt[21]. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Elpenrod wurde dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeteilt.[22]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Elpenrod 270 Einwohner. Darunter waren 6 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 93 zwischen 18 und 49, 81 zwischen 50 und 64 und 51 Einwohner waren älter.[23] Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 81 Haushaltungen lebten keine Senioren.[23]

Einwohnerentwicklung

 1806:389 Einwohner, 74 Häuser[15]
 1829:484 Einwohner, 82 Häuser[7]
 1867:458 Einwohner, 82 bewohnte Gebäude[24]
 1875:454 Einwohner, 82 bewohnte Gebäude[25]
Elpenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
 
388
1800
 
396
1806
 
389
1829
 
484
1834
 
494
1840
 
464
1846
 
480
1852
 
486
1858
 
476
1864
 
475
1871
 
464
1875
 
454
1885
 
456
1895
 
457
1905
 
420
1910
 
423
1925
 
393
1939
 
379
1946
 
502
1950
 
499
1956
 
421
1961
 
425
1967
 
387
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
270
2015
 
258
2020
 
260
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; 1791[26]; 1800[27]; Zensus 2011[23]; Gemeinde (Felda): Webarchiv (2015,2020)

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:483 evangelische, ein katholischer Einwohner[7]
 1961:391 evangelische (= 92,00 %), 30 römisch-katholische (= 7,06 %) Einwohner[1]

Politik

Für Elpenrod besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Elpenrod) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[9] Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57,66 %. Alle Mitglieder gehören der „Dorfgemeinschaft Elpenrod“ an.[28] Der Ortsbeirat wählte Petra Henkel zur Ortsvorsteherin.[29]

Persönlichkeiten

  • Eduard Lutz (1856–1915), hessischer Gutsbesitzer und Landtagsabgeordneter

Anmerkungen und Einzelnachweise

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