Elstertangare

Art der Gattung Cissopis From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Elstertangare (Cissopis leverianus) ist mit einer Körperlänge von 28 Zentimetern ein großer Vertreter aus der Familien der Tangaren.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Gattung ...
Elstertangare

Elstertangare (Cissopis leverianus)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Tangaren (Thraupidae)
Unterfamilie: Thraupinae
Gattung: Cissopis
Art: Elstertangare
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Cissopis
Vieillot, 1816
Wissenschaftlicher Name der Art
Cissopis leverianus
(J. F. Gmelin, 1788)
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Aussehen

Diese Vögel haben größtenteils blauschwarzes Gefieder, bis auf den weißen Bauch und einzelne Stellen an der Schwanzunterseite. Die Flügel sind schwarz und weiß. Der Schnabel ist schwarz und die Beine sind grau gefärbt. In der Gefiederfarbe unterscheiden sich die beiden Geschlechter nicht voneinander.

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet der Elstertangare (grün)

Die Elstertangare kommt im Norden Südamerikas vor, ihre südliche Verbreitungsgrenze liegt in Brasilien und dem Nordosten von Argentinien. Diese Art bewohnt die dortigen Regenwälder und Buschlandschaften sowie landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, kommt aber im Gebirge bis in Höhen von 2000 Metern vor.

Lebensweise

In kleinen Gruppen von bis zu fünf Exemplaren oder paarweise durchstreifen sie die mittleren Baumetagen auf der Suche nach Insekten und Beeren.

Fortpflanzung

Das Weibchen legt meist zwei Eier in ein offenes Nest, welches in Bäumen oder Büschen angelegt wird. Die Brut übernimmt das Weibchen allein und diese beträgt zwischen 12 und 18 Tage. Danach werden die Jungen noch bis zu 3 Wochen von beiden Altvögeln im Nest versorgt.

Unterarten

Es sind folgende Unterarten bekannt:[1]

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung der Elstertangare erfolgte 1788 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem wissenschaftlichen Namen Lanius leverianus. Gmelin bezog sich auf Magpie Shrike[4] von John Latham ohne das Verbreitungsgebiet zu kennen.[2] 1816 führte Louis Pierre Vieillot die neue Gattung Cissopis für den Elstertangare ein. Er erwähnte auch das Synonym Lanius picatus Latham, 1790[5] mit einem Hinweis auf Südamerika.[6] Cissopis setzt sich aus κισσα cissa, deutsch Elster und ωψ, ωπος ōps, ōpos, deutsch Aussehen, Erscheinungsbild.[7] Der Artname leverianus ist Ashton Lever (1729–1788) gewidmet, aus dessen Museum das Typusexemplar stammte.[2][4] Major hat seinen Ursprung in lateinisch maior, maioris, magnus größer, groß, mächtig.[8] Picatus stammt von lateinisch picatus, pix, picis mit Teer beschmiert, gesprenkelt, geteert ab.[9] Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg, gesammelt von Adolf Neunteufel (1909–1979) aus Cambyretá, zur Verfügung. In der Literatur sah er in Brachyrhamphus elegans Bertoni, AW, 1901 im Departamento Alto Paraná[10] und in Sapucai durch Charles Chubb[11] als Nachweis für das Land. Elegans bedeutet lateinisch elegans, elegantis, elegere, eligere elegant, fein, auswählen.[12]

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und weil für diese Art keinerlei Gefährdungen bekannt sind, stuft die IUCN diese Art als (Least Concern) ungefährdet ein.

Literatur

  • Arnaldo de Winkelried Bertoni: Aves nuevas del Paraguay. Continuación á Azara. In: Anales cientificos paraguayos. Band 1, 1901, S. 46–49 (biodiversitylibrary.org).
  • Jean Louis Cabanis: Museum Heineanum Verzeichniss der ornithologischen Sammlung des Oberamtmann Ferdinand Heine auf Gut St. Burchard vor Halberstadt. Mit kritischen Anmerkungen und Beschreibung der neuen Arten systematisch bearbeitet von Dr. Jean Cabanis, erstem Custos der Königlichen zoologischen Sammlung zu Berlin und Ferdinand Heine, Stud. philos. In: I. Theil, die Singvögel. Band 1. R. Frantz, Halberstadt 1850, S. 144 (biodiversitylibrary.org 1850–1851).
  • Charles Chubb: On the Birds of Paraguay - Part IV. In: The Ibis (= 9. Band 4). Nr. 16, 1910, S. 571647 (biodiversitylibrary.org).
  • Johann Friedrich Gmelin: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. Band 1, Nr. 1. Georg Emanuel Beer, Leipzig 1788, S. 302 (biodiversitylibrary.org).
  • John Latham: A general synopsis of birds. Band 1, Nr. 1. Benj. White, London 1781 (biodiversitylibrary.org).
  • John Latham: Index ornithologicus, sive systema ornithologiæ; complectens avium divisionem in classes, ordines, genera, species, ipsarumque varietates: adjectis synonymis, locis, descriptionibus, &c. Band 1. Prostant Venales Apud Leigh et Sotheby, London 1790 (biodiversitylibrary.org).
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 2. Strecker und Schröder, Stuttgart 1940, S. 170 (google.de).
  • Christopher M. Perrins (Hrsg.): Die BLV-Enzyklopädie Vögel der Welt. BLV, München/Wien/Zürich 2004, ISBN 978-3-405-16682-3, S. 628–631 (englisch: The New Encyclopedia Of Birds. Übersetzt von Einhard Bezzel).
  • Mariele Radmacher-Martens: Tiere: Die große Bild-Enzyklopädie mit über 2.000 Arten. Hrsg.: David Burnie. Dorling Kindersley Verlag GmbH, München 2012, ISBN 978-3-8310-2232-8, S. 386.
  • Louis Pierre Vieillot: Analyse d'une nouvelle ornithologie élémentaire. Deterville, Paris 1816, S. 340 (bnf.fr).
  • Philip Whitfield (Hrsg.): Das große Weltreich der Tiere. Planet Medien AG, Zug 1992, ISBN 3-8247-8614-1, S. 374–375.
Commons: Elsterntangare (Cissopis leverianus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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