Emanuel Karsch

österreichischer Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Emanuel Karsch (* 1829 in Hasel[1]; † 16. Mai 1911 in Böhmisch-Kamnitz, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Unternehmer, dessen Industriebetriebetrieb zu den größten Nordböhmens zählte. Er war ein Mäzen und Stifter, ihm gehörte die Burg Hasištejn.

Leben und Wirken

Frühere Karsch’sche Spinnerei im Rabsteiner Tal, 2021
Frühere Villa Karsch in Česká Kamenice, 2018
Grabkapelle Preidl/Karsch auf dem Friedhof in Česká Kamenice, 2010

Emanuel Karsch war der Neffe und nach einem Millionen-Erbschaftsprozess der Universalerbe des in den Adelsstand erhobenen Großindustriellen und Großgrundbesitzers Franz Preidl von Hassenbrunn (1810–1889).[2] Preidl hatte in Böhmisch-Kamnitz und Umgebung mehrere Webereien und Spinnereien errichtet und kontinuierlich erweitert und durch Ankäufe von Niederlassungen erweitert. Diese Textilfirma fiel nach Preidls Tod größtenteils an Emanuel Karsch. Sein Sohn Franz Karsch wurde Prokurist der fünf Baumwollspinnereien und -zwirnereien in Böhmisch-Kamnitz, Rabstein, Kamnitz-Neudörfel, Johnsbach, in denen auch Strickwolle erzeugt wurde. Daneben gab es Bleichen und Färbereien.[3] Außerdem gehörte zum Erbe die Burg Hassenstein, die Emanuel Karsch renovieren ließ, und der Besitz von Ländereien um Brunnersdorf, Schirschowitz und Tschernowitz sowie die Grabkapelle auf dem Friedhof in Česká Kamenice. 1904 ließ er im Rabsteiner Grund das Gasthaus „Zur Rabsteiner Schweiz“ errichten, das zugleich als Kantine seiner Spinnereien diente.[4]

Am 14. Oktober 1910 übertrug er den gesamten Firmenbesitz und die alleinige Leitung der Spinnereifirma „Franz Preidl“ an seinen Sohn Franz und trat aus der Firma aus.[5]

Er betätigte sich häufig als Mäzen und Stifter, förderte das Feuerlöschwesen, den Kamnitzer Turnverein[6] und war u. a. Mitorganisator der Internationalen Schlauchkupplungs-Ausstellung in Böhmisch-Kamnitz im Februar 1901.[7] Daneben war er ein Wohltäter der Stadt Böhmisch-Kamnitz.

Heute noch erinnert die 1895 errichtete Villa Karsch als Baudenkmal an Emanuel und Franz Karsch. Das Gebäude wird heute als Kinder- und Jugendhaus genutzt.

1888 hatte Franz Preidl am Hof in Wien den Antrag gestellt, dem ihm verliehenen Adelsstand an seinen Neffen Emanuel Karsch zu übertragen.[8]

Literatur

  • Heribert Sturm, Miroslav Kunštát, Ralph Melville: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. 1979.

Einzelnachweise

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