Emil Waas

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Emil Waas (* 13. Juli 1919 in Wiesloch; † 27. November 1981 in Östringen) war ein deutscher Autor und Werbegrafiker.

Kriegsgefangenschaft

Während des Zweiten Weltkriegs war Emil Waas als Sanitätsoffizier an der Ostfront. Er geriet 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte erst 1950 in die badische Heimat zurück. In den knapp 5 Jahren Gefangenschaft schuf er fast 1000 Miniaturzeichnungen, die auch durch Mitgefangene aus den Lagern geschmuggelt wurden. Er malte auf kleinste Papierfetzen aus Zementsäcken, Zeitungen, Formularen, Landkarten oder Kalendern. Bei Mangel an Farb- oder Bleistiften trug er Farbe aus Blättern, Gras, Holzkohle, Ruß, Kartoffelschalen oder seinem Blut mit den Fingern, spitzen Hölzchen oder Grasbüscheln als Pinsel auf.[1]

Das Britische Kriegsmuseum bezeichnete seinen Hinterlassenschaft aus dieser Zeit als die „größte Kriegsgefangenenkunstsammlung der Welt und der Geschichte der Menschheit“. Eine erste Ausstellung fand 2013 in Östringen statt. Ende 2016 werden seine Miniaturen in Trier ausgestellt und im Internet zugänglich gemacht.[2]

Werk

Waas arbeitete nach dem Krieg als Grafiker und betrieb eine Werbeagentur. Er veröffentlichte Bücher, die mit Beispielen den praktischen Umgang mit der deutschen Sprache und die dabei offenkundig werdende Missverständlichkeit von Begriffen thematisierten. Der Erfolg der Werke über Stilblüten führte zu mehreren Auflagen der Bücher.

Als Pseudonym gebrauchte er bisweilen elwa.

Er ist der Vater der Sprachwissenschaftlerin und teilweise Mitherausgeberin Margit Waas.

Publikationen

  • Kuckucksuhr mit Wachtel. Reklame der Jahrhundertwende. dtv, München 1967, ISBN 978-3-4230-0448-0.
  • Erwarte Näheres unter vier Buchstaben: Kleinanzeigen u. Pressenotizen d. Jahrhundertwende. dtv, München 1969, ISBN 978-3-4230-0569-2.
  • Heiteres Schilder-Sammelsurium. Herder, Freiburg 1972, ISBN 978-3-451-01938-8.
  • Als Opas Bart sich vor Erstaunen kringelte: Digest von Anno dazumal; aus dt. Zeitschriften von 1850 - 1900. Herder, Freiburg 1973, ISBN 978-3-451-01976-0.
  • Spaß im Schilderwald. Herder, Freiburg 1975, ISBN 978-3-4510-7525-4.
  • Der große Stilblüten-Spaß. Unfreiwillig Komisches aus dem Blätter- und Schilderwald. Stalling, Oldenburg 1976, ISBN 978-3-7979-1651-8.
  • Der grosse Flohmarkt: bunte Stilblüten. Stalling, Oldenburg/Hamburg 1977, ISBN 978-3-7979-1661-7.
Zusammen mit Margit Waas:
  • Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt. dtv, München 1973, ISBN 978-3-4230-0962-1.
  • Sehr geehrter Herr Firma!: Stilblüten aus amtlichen und privaten Schreiben. dtv, München 1976, ISBN 978-3-4230-1160-0.
  • Überfahrt die Kinder nicht, wartet auf die Lehrer! Stilblüten aus amtlichen und privaten Schreiben., Deutscher Bücherbund, 1976, ISBN 3-423-03936-1

Einzelnachweise

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