Emilie von Schwarzburg-Sondershausen
Adlige
From Wikipedia, the free encyclopedia
Christiane Emilie Antonie von Schwarzburg-Sondershausen (* 9. April 1681 auf Schloss Sondershausen an der Hainleite; † 1. November 1751 in Mirow) Herzogin zu Mecklenburg-Strelitz war die Urgroßmutter von Luise von Mecklenburg-Strelitz, bekannt als Königin Luise von Preußen, Gemahlin von König Friedrich Wilhelm III. Ihre Enkelin war Königin Charlotte von Großbritannien und Irland.

Herkunft

Christiane Emilie Antonie wurde als Tochter von Christian Wilhelm I. von Schwarzburg (* 6. Januar 1647 in Sondershausen; † 10. Mai 1721) Graf und Fürst von Schwarzburg-Sondershausen, Graf von Hohnstein, Herr von Sondershausen, Arnstadt, Leutenberg, Ebeleben und dessen erster Gemahlin Antonie Sibylle (1641–1684), Tochter des Grafen Albrecht Friedrich von Barby und Mühlingen, geboren.
Ihr Vater galt als der Inbegriff eines dem Pomp zugeneigten, eitlen Barockfürsten und wurde 1697 in den Reichsfürstenstand erhoben. Ein einschneidendes Erlebnis in Emilies Kindheit war der frühe Tod ihrer Mutter Antonie Sibylle, die im Jahr 1684 verstarb, als Emilie gerade einmal drei Jahre alt war. Ihre Kindheit verbrachte sie in der thüringischen Residenz Sondershausen. Die Atmosphäre war durch den Repräsentationsdrang ihres Vaters geprägt, der das Schloss zu einer prachtvollen Barockanlage ausbauen ließ.
Ehe und Nachkommen

Die 24-jährige Christiane Emilie von Schwarzburg-Sondershausen heiratete am 10. Juni 1705 in Strelitz als dritte Ehefrau den 47-jährigen Adolf Friedrich II., Herzog zu Mecklenburg (* 19. Oktober 1658 in Grabow; † 12. Mai 1708 in Strelitz), den Stammvater des Hauses Mecklenburg-Strelitz der mecklenburgischen Dynastie. Mit ihm hatte sie weitere zwei Kinder:
- Sophie Christine Louise (* 1. Oktober 1706; † 22. Dezember 1708)
- Karl (Ludwig Friedrich) (* 23. Februar 1708 in Strelitz; † 4. Juni 1752 in Mirow), genannt: „Prinz von Mirow“ ⚭ 5. Februar 1735 in Hildburghausen Prinzessin Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen (1713–1761)
Aus dieser Ehe gingen zehn Enkelkinder von Emilie hervor, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten:
- Christiane (1735–1794) unverheiratet
- Adolf Friedrich IV. (1738–1794), (regierender) Herzog zu Mecklenburg [-Strelitz] unverheiratet
- Karl II. (1741–1816), (regierender) Herzog zu, später Großherzog von Mecklenburg [-Strelitz] ⚭ 18. September 1768 in Darmstadt Friederike (Caroline Luise), Prinzessin von Hessen-Darmstadt (1752–1782), Eltern der preußischen Königin Luise
- Ernst (1742–1814) unverheiratet
- Sophie Charlotte (1744–1818) ⚭ 8. September 1761 in der Chapel Royal des St James’s Palace König Georg III. von Großbritannien und Irland
- Georg (August) (1748–1785), kaiserlicher Generalmajor in Ungarn, unverheiratet
Leben
Um seine Gemahlin und die Kinder für die Zeit nach seinem Tod abzusichern, schenkte er ihr die Güter Bergfeld, Dolgen, Cantnitz, Koldenhof und Ollendorf.[1] Der alternde Fürst begann 1707 mit dem Bau eines neuen Schlosses in Mirow.[2]
Das erste Kind, die Tochter Sophie Christine Louise, starb im Alter von zwei Jahren, im selben Jahr 1708 wie ihr Mann. Die Witwe zog zunächst in das Schloss Christiansburg, ein 1712 durch Brand zerstörtes Wasserschloss, das auf einer Anhöhe westlich der Stadt Strelitz stand. Wenige Monate später ließ sie sich mit ihrer Schwester Luise Albertine (1682–1765) auf dem ehemaligen Johaniterhof Mirow nieder. Von dort aus verwaltete sie ihre Güter.
Christiane Emilie ließ das Schloss auf einer Insel in Mirow, gleich neben der Johanniterkirche Schlosskirche Mirow, erbauen. Dort lebte sie und erzog ihren Sohn Karl Ludwig Friedrich.

In der Fürstengruft der Johanniterkirche wurde sie 1751 beigesetzt.[3] Ihr Sarg ist nicht erhalten.
Nachkommen in den Monarchien in Europa
Die direkten Nachkommen von Emilie sitzen auf dem Königsthron im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden, in Schweden, in Spanien, in Belgien, in Dänemark und in Norwegen.
Auf dem Kaiserthron saßen ihre Nachkommen im Deutschen Reich und im Russischen Zarenreich.
Sie saßen auf dem Königsthron im Königreich Preußen, im Königreich Bayern, im Königreich Hannover und bis zum Ende der Monarchie 1973 im Königreich Griechenland.
Literatur
- Bernhard Anemüller (1876), "Christian Wilhelm I.", Allgemeine Deutsche Biographie (in German), Band. 4, Leipzig: Duncker & Humblot, S. 211–212
- Friedrich Apfelstedt: Das Haus Kevernburg-Schwarzburg von seinem Ursprunge bis auf unsere Zeit, Bertram, Sondershausen, 1890 (Neuauflage: Thüringer Chronik-Verlag Müllerott, Arnstadt, 1996, ISBN 3-910132-29-4)
- Friedrich Apfelstedt: Heimathskunde für die Bewohner des Fürstenthums Schwarzburg-Sondershausen, Part 3: Geschichte des Fürstlich-Schwarzburgischen Hauses, Eupel, Sondershausen, 1856, ISBN 3-86162-025-1
- Helmut Borth: Herzoghaus Mecklenburg-Strelitz: Von gekrönten Häuptern, blaublütigen Kuckuckskindern und der Mirower Fürstengruft, Steffen Verlag, ISBN 978-3-942477-95-6 (Online bei Google.books)
Weblinks
- Royalpedia
- Fabpedigree
- Stolze junge Frauen und alte Griesgrame
- Worldhistorie, Personen der Weltgeschichte, Christine Emilie von Schwarzburg-Sondershausen (Christiane E.)
- Paul Kühl: Auf den Spuren unseres Gründers des Herzogs Carl von Mecklenburg-Strelitz Vater der Königin Luise, Caroliner Zeitung, Sonderheft Nr. 25/26, Göttingen, März 1958