Emily Augusta Patmore
englisch-britische Autorin
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Emily Augusta Patmore, geborene Andrews, als Autorin unter dem Pseudonym Mrs Motherly (* 29. Februar 1824 Walworth, London; † 5. Juli 1862 in Hampstead, London), war eine englisch-britische Autorin, prärafaelitische Muse und die Inspiration für das Erzählgedicht The Angel in the House ihres Mannes Coventry Patmore.[1]

Leben
Patmore war die Tochter von Elizabeth Honor (geborene Symons, 1792–1831) und Edward Andrews (1787–1841), einem Pfarrer der Kongregationalkirche an der Beresford Chapel, Walworth, London. Sie war eines von zwölf Geschwistern,[2] darunter ein älterer Bruder, Edward William Andrews (1812–1877), der später nach Australien auswanderte und dort Zeitungsverleger und Redakteur wurde,[3] sowie vier ältere Schwestern, darunter Eliza Andrews, verheiratete Orme (1816–1892), deren Töchter zu Aktivistinnen für Frauenrechte heranwuchsen: Emily Rosaline Orme, eine führende Edinburgher Suffragistin, und Eliza Orme, die erste Frau, die in England einen juristischen Abschluss erwarb. Ihr jüngerer Bruder Augustus Charles Andrews wurde Bankangestellter, und dessen Tochter Mabel Barltrop wurde eine Sektengründerin.[4]
Die Mutter starb im April 1831, als Patmore noch jung war, und sie übernahm die Haushaltsführung für ihren Vater. Es wird angenommen, dass sie unter seiner Anleitung Griechisch, Latein und Französisch lernte.[1] Ihr Vater war außerdem Latein-, Griechisch- und Hebräischlehrer von John Ruskin,[5] den Patmore und ihre Schwester Eliza später mit den Präraffaeliten bekannt gemacht haben sollen.[3][2] Aus Patmores Kinderzeit ist ein von George Lance um 1834 gezeichnetes Porträt in der Sammlung des British Museum erhalten.[6]
Patmore lernte den Bibliothekar am British Museum, Dichter und Kritiker Coventry Patmore kennen, als sie nach dem Tod ihres Vaters 1841, der die Familie verarmt zurückließ, im Haus ihrer Schwester Eliza Orme lebte.[5][7] Eliza hatte Charles Orme geheiratet, den Erben eines Brauereivermögens, und das Haus des Paares im Regent’s Park in London war ein bekannter Treffpunkt der Präraffaeliten.[8] Sie heirateten am 11. September 1847. Das Paar bekam sechs Kinder: Coventry (* 1848), Tennyson (* 1850), Emily Honoria (* 1853), Bertha (* 1855), Gertrude (* 1857) und Henry John (* 1860).[1] Patmore war streng protestantisch, in der Tradition ihres Vaters und Großvaters, die Pfarrer der Kongregationalkirche gewesen waren. Coventry Patmore neigte deutlich zum Anglokatholizismus, soll aber zu Patmores Lebzeiten aus Respekt vor ihr praktizierender Anglikaner geblieben sein.[7] Während ihrer Ehe schrieb Coventry Patmore die vier Gedichtteile, die schließlich zusammen das Erzählgedicht The Angel in the House bildeten.[1][7]
Emily Patmores Bildung, Intelligenz und Schönheit machten sie sowohl zu einer Muse als auch zu einer angesehenen Mitwirkenden innerhalb der Freundesgruppe der Präraffaeliten. Sie wurde auf einem Medaillon von Thomas Woolner dargestellt und war das Motiv eines Gemäldes von John Everett Millais, das sich heute in der Sammlung des Fitzwilliam-Museums in Cambridge befindet.[9] John Bretts Porträt von ihr wurde 1856 in der Royal Academy of Arts ausgestellt und befindet sich heute im Ashmolean Museum in Oxford.[10] Sie war auch die Inspiration für A Face, ein Gedicht von Robert Browning.[1]
Patmore veröffentlichte drei Bücher unter dem Pseudonym „Mrs Motherly“: 1859 veröffentlichte sie The Servant’s Behaviour Book, or, Hints on Manners and Dress for Maid Servants in Small Households, ein Benimmbuch für Frauen im häuslichen Dienst, geschrieben in klarer, praktischer Sprache. Ihre beiden anderen Veröffentlichungen waren literarischer ausgerichtet. Nursery Poetry (1859) enthält lebhafte Verse über häusliche Angelegenheiten, während Nursery Tales (1860) einen belehrenden und moralischen Ton hat. Sie gilt auch als maßgeblich beteiligt an der Entstehung von The Children’s Garland (1862), der Gedichtanthologie ihres Mannes.[1]
Patmore starb 1862 im Alter von nur 38 Jahren an Tuberkulose in im Haus der Familie in Hampstead, London. Sie wurde auf dem St Mary’s Churchyard in Hendon, London, beigesetzt.[11] Nach ihrem Tod konvertierte ihr Ehemann zum Katholizismus und ihre Tochter Emily Honoria wurde Nonne.
Veröffentlichungen
- The Servant’s Behaviour Book, or, Hints on Manners and Dress for Maid Servants in Small Households. Bell and Daldy, London 1859 (google.de).
- Nursery Poetry. Bell and Daldy, London 1859.
- Nursery Tales. Bell and Daldy, London 1860.