Endiine

chemische Verbindungen, die zu den Cycloalkenen und Diinen zählen From Wikipedia, the free encyclopedia

Endiine sind eine Stoffklasse der organischen Chemie, deren Vertreter eine Doppelbindung aufweisen, die von zwei Dreifachbindungen flankiert wird. Eine charakteristische Reaktion der Endiine ist die Bergmann-Cyclisierung. Von besonderer Bedeutung sind in Bakterien natürlich vorkommende cyclische Endiine, die eine ausgeprägte Cytotoxizität aufweisen.

Grundstruktur der Endiine. R1 bis R4: H oder organische Reste

Vorkommen

Aus Bakterien sind diverse Naturstoffe bekannt, bei denen die Endiin-Einheit Bestandteil eines Cyclus ist. Dazu gehören das Neocarzinostatin aus Streptomyces carcinostaticus,[1] die Esperamicine aus Actinomadura verrucospora,[2] Dynemicin A aus Micromonospora chersina[3] und die Calicheamicine aus Micromonospora echinospora.[4] Teilweise treten die Endiinkomponenten an Chromoproteine gebunden auf, beispielsweise bei Neokarzinostatin oder bei C-1027 aus Streptomyces globisporus.[5]

Allgemeine Struktur der Calicheamicine

Eigenschaften und Reaktionen

Charakteristisch sind bei den natürlichen Endiin-Antibiotika die Neun- bzw. Zehnringe, die eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung zwischen zwei entsprechenden Dreifachbindungen enthalten. Durch dieses Strukturmotiv sind diese Verbindungen in der Lage, eine Bergman-Cyclisierung einzugehen und können dadurch die DNA schädigen. Das hierbei entstehende Diradikal führt zu einem Doppelstrangbruch der DNA.[6]

Verwendung

Durch diese Eigenschaft ist diese Verbindungsklasse interessant als Chemotherapeutikum gegen Krebs; sie befinden sich heute zum Teil in der klinischen Phase.[7][8]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI