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Ergersheim (Mittelfranken)

Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Ergersheim (fränkisch: Argeschi[2]) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern).

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Ergersheim (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ergersheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 31′ N, 10° 20′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Uffenheim
Höhe: 334 m ü. NHN
Fläche: 30 km²
Einwohner: 1041 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91465
Vorwahl: 09847
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 122
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neuherberger Straße 6
91465 Ergersheim
Website: www.ergersheim.de
Erster Bürgermeister: Jörg Rabenstein (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Ergersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
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Geografie

Geografische Lage

Das südwestliche Gemeindegebiet besteht aus Acker- und Grünflächen und wird vom Seenheimer Mühlbach, einem linken Zufluss der Rannach, durchflossen. Das nordöstliche Gemeindegebiet besteht aus Waldflächen mit Erhebungen, die zu den Ausläufern des Steigerwaldes zählen. Es ist größtenteils ein Naturschutzgebiet.[3]

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Ermetzhofen Bahnhof zählt zum Gemeindeteil Neuherberg und Rummelsmühle zum Gemeindeteil Ergersheim.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Ergersheim, Ermetzhofen, Neuherberg und Seenheim. Die Gemarkung Ergersheim hat eine Fläche von 14,303 km². Sie ist in 1374 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10410,10 m² haben.[6][7]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Markt Nordheim, Bad Windsheim, Burgbernheim, Gallmersgarten, Uffenheim.

Geschichte

Archäologische Spuren früher Siedlungstätigkeit wurden an zahlreichen Stellen auf dem Gemeindegebiet gefunden, unter anderem bedeutende jungneolithische Siedlungsspuren auf dem Dachsberg[8] und dem Dolinenfeld Am Hahnenbuck.[9]

Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 780 bis 802 entstand, als „Argisesheim“ erstmals erwähnt. Am 25. Dezember 822 wurde er in einer Urkunde des Kaisers Ludwig des Frommen als „Angaranheim“ erwähnt. Die heutige Form findet sich erstmals in einer Urkunde aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Harigēr, der Personenname des Siedlungsgründers.[10][11]

Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit hatte der Deutschorden das Patronat in Ergersheim. Unter Pfarrer Eucharius Lützmann wurde dennoch die Reformation nach der markgräflichen Kirchenordnung eingerichtet. Lützmann heiratete danach.[12]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ergersheim 129 Anwesen. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Uffenheim aus. Das Kasten- und Stadtvogteiamt Uffenheim war Grundherr von 36 Anwesen.[13]

Von 1791 bis 1806 waren die fränkischen Markgrafschaften und damit auch Ergersheim preußisches Territorium. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Uffenheim. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Ergersheim gebildet.[14] Zu diesem gehörten Rummelsmühle, Seemühle und Wiebelsheim. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Ergersheim, zu der Rummelsmühle und Seemühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet[15] und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,357 km².[16]

Eingemeindungen

Anlässlich der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1974 die Gemeinde Ermetzhofen eingegliedert.[17] Diese hatte am 1. Januar 1972 die Orte Neuherberg und Seenheim aufgenommen.[18]

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1025 auf 1071 um 46 Einwohner bzw. um 4,5 %.

Gemeinde Ergersheim

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1987200720082009201020112012201320142015201620172018
Einwohner 1047113811361105109311271113112110771086111110791071
Häuser[19] 276345346346345345345
Quelle [20][21][21][21][21][21][21][21][22][22][22][22][23]
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Ort Ergersheim (= Gemeinde Ergersheim bis zur Gebietsreform)

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 18181840185218551861186718711875188018851890189519001905191019191925193319391946195019521961197019872014
Einwohner 637746808822763729718716722769740709688699668646622613587842840750579554555653
Häuser[19] 150143155158146146143140142142
Quelle [14][24][25][25][26][27][28][29][30][31][32][25][33][25][34][25][35][25][25][25][36][25][16][37][20][38]
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Politik

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.

Wappen und Flagge

Wappen
Blasonierung: „Geviert von Silber und Schwarz; in 1: ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz, belegt mit einem silbernen Lilienkreuz mit goldenen Lilien, in 4: ein achtspitziges rotes Kreuz.“[39]
Wappenbegründung: Die Zollernvierung erinnert damit an die Landesherrschaft der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach im Gemeindegebiet. Das Tatzenkreuz ist die Wappenfigur des Deutschen Ordens und verweist auf dessen Grundherrschaft im Ort. Das achtspitzige Kreuz ist dem Wappen des Johanniterordens entnommen und erinnert an dessen Grundherrschaft im Gemeindegebiet.

Dieses Wappen wird seit 1984 geführt.

Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz-gelb.[40]

Gemeindepartnerschaften

Bau- und Bodendenkmäler

Sport

Der Sportverein Ergersheim bietet in verschiedenen Sparten Möglichkeiten der sportlichen Betätigung an. Bisweilen werden 328 Mitglieder (Stand: 2007) geführt, die sich in den Tischtennis-, Aerobic- und Fußballabteilungen engagieren.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Ergersheim ist ein fränkischer Weinort, der an der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße liegt. Am Ergersheimer Altenberg werden auf einer Fläche von etwa 15 Hektar folgende Rebsorten angebaut: Müller-Thurgau, Silvaner, Bacchus, Blauer Silvaner, Rieslaner und Ortega als weiße Rebsorten und Domina, Spätburgunder, Frühburgunder, Dornfelder und Cabernet Dorsa als rote Rebsorten. Alljährlich findet am dritten Wochenende im Juni ein Straßenweinfest mitten im Ort statt. Ein Tag rund um die Ergersheimer Weinberge („Ergersheimer Weinberge erleben und genießen“) lädt ein, die abwechslungsreiche Natur um Ergersheim näher kennenzulernen und dabei die Weine des Ergersheimer Altenbergs zu genießen.

Verkehr

Die Staatsstraße 2252 führt nach Neuherberg zur Bundesstraße 13 (3,3 km westlich) bzw. an Wiebelsheim vorbei zur Bundesstraße 470 bei Bad Windsheim (5,1 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Pfaffenhofen (1,7 km südwestlich), nach Buchheim (1,7 km südlich) und nach Seenheim (2,5 km nordwestlich).[3]

Sonstiges

Fällversuch mit einem Dechsel beim Ergersheimer Experiment im März 2011

Seit 2011[41] finden jährlich im März die „Ergersheimer Experimente“ im gemeindeeigenen Rechtlerwald statt. Es handelt sich um eine fortlaufende Reihe archäologischer Experimente erprobt praktisch neolithische Baumfäll- und Holzbearbeitungstechniken mit nach archäologischen Befunden rekonstruierten steinzeitlichen Werkzeugen. Die aufeinander aufbauenden Experimente werden von Wissenschaftlern verschiedener Institutionen, zusammen mit Archäotechnikern und interessierten Laien durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Versuche werden in internationalen Fachpublikationen veröffentlicht.[42][43][44]

Siehe auch

Literatur

Commons: Ergersheim (Mittelfranken) – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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