Hemmersheim
Gemeinde in Deutschland
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hemmersheim (fränkisch: Hämmaschi und Hammaschi[3]) ist eine Gemeinde im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 34′ N, 10° 6′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Uffenheim | |
| Höhe: | 295 m ü. NHN | |
| Fläche: | 23,83 km² | |
| Einwohner: | 664 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 28 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97258 | |
| Vorwahlen: | 09848, 09335 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEA, SEF, UFF | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 75 130 | |
| Gemeindegliederung: | 6 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Dorfstr. 14 97258 Hemmersheim | |
| Website: | hemmersheim.de | |
| Bürgermeister: | Karl Ballmann[2] (Freie Wählergemeinschaft) | |
| Lage der Gemeinde Hemmersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim | ||
Geographie
Das gesamte Gemeindegebiet liegt in der Ebene des Gollachgaus und besteht größtenteils aus Acker- und Grünflächen. Durch den Hauptort und Lipprichhausen fließt die Gollach.[4] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde hat sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[5][6]
- Gülchsheim (Pfarrdorf)
- Hemmersheim (Pfarrdorf)
- Lipprichhausen (Pfarrdorf)
- Obere Mühle (Einöde)
- Pfahlenheim (Kirchdorf)
- Untere Mühle (Einöde)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gülchsheim, Hemmersheim, Lipprichhausen und Pfahlenheim. Die Gemarkung Hemmersheim hat eine Fläche von 8,729 km². Sie ist in 799 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10925,18 m² haben.[7][8]
Nachbargemeinden
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberickelsheim, Gollhofen, Simmershofen, Creglingen, Aub, Gelchsheim, Ochsenfurt.
Geschichte
Der Ort wurde im Jahre 914 als „Hamersheim“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Hamheri.[9] Laut dieser Urkunde tauschte das Kloster Fulda mit einem Adeligen namens Guntherius Güter. Dabei erhielt dieser u. a. eine Hube in Hemmersheim. Lehensherr war das Hochstift Würzburg.[10] Das Hochgericht übte das würzburgische Amt Aub aus.[11] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Hemmersheim aus 48 Anwesen. Grundherren waren das Hochstift Würzburg (2⁄3 der Anwesen), die Deutschordenskommende Mergentheim (ein knappes 1⁄3) und Brandenburg-Ansbach (einige Anwesen).[12] Brandenburg-Ansbach nahm mit der Reformation evangelischen Glauben an. Seitdem gab es im Ort zwei Kirchen, zwei Schulen und zwei Friedhöfe.[13]
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Hemmersheim dem Steuerdistrikt Lipprichhausen zugeordnet.[14] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Hemmersheim. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet[15] und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,737 km².[16]
Eingemeindungen
Am 1. Januar 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Gülchsheim, Lipprichhausen und Pfahlenheim eingegliedert.[17]
Einwohnerentwicklung
Teile einiger alteingesessener Familien aus Lipprichhausen und Gülchsheim sind nachweislich vor Jahrhunderten in den heutigen Landkreis Würzburg abgewandert und haben sich dort in Geroldshausen, Herchsheim und Uengershausen dauerhaft niedergelassen.[18] Ihre Nachfahren leben bis heute in diesen Ortschaften.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl der Gemeinde Hemmersheim von 698 auf 646 um 52 Einwohner bzw. um 7,5 %.
Gemeinde Hemmersheim
Ort Hemmersheim (= Gemeinde Hemmersheim bis zur Gebietsreform)
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 | 2014 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 378 | 366 | 370 | 362 | 332 | 345 | 343 | 354 | 364 | 315 | 314 | 322 | 339 | 354 | 368 | 341 | 327 | 324 | 331 | 636 | 577 | 476 | 293 | 296 | 220 | 224 |
| Häuser[19] | 64 | 66 | 61 | 61 | 63 | 61 | 65 | 62 | 61 | 65 | ||||||||||||||||
| Quelle | [14] | [25] | [26] | [26] | [27] | [28] | [29] | [30] | [31] | [32] | [33] | [26] | [34] | [26] | [35] | [26] | [36] | [26] | [26] | [26] | [37] | [26] | [16] | [38] | [20] | [39] |
Politik
Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uffenheim.
Gemeinderat
Die Kommunalwahlen seit 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat
| Liste | 2020[40] | 2014 | 2008 | |
|---|---|---|---|---|
| % | Sitze | Sitze | Sitze | |
| Freie Wählergemeinschaft Hemmersheim | 32,5 | 3 | 3 | 3 |
| Freie Wählergemeinschaft Gülchsheim | 32,8 | 3 | 2 | 3 |
| Liste Lipprichhausen | 17,9 | 1 | 1 | 1 |
| Freie Wählergemeinschaft Pfahlenheim | 16,8 | 1 | 2 | 1 |
Bürgermeister
Karl Ballmann (Freie Wählergemeinschaft Hemmersheim) ist Bürgermeister von Hemmersheim. Er wurde am 15. März 2020 mit 92,3 % der Stimmen gewählt.[41]
Wappen und Flagge
| Blasonierung: „Geteilt; oben in Silber ein durchgehendes schwarzes Tatzenkreuz, belegt mit einer goldenen heraldischen Lilie, unten gespalten, vorne in Rot drei gesenkte silberne Spitzen, hinten geviert von Silber und Schwarz.“[42] | |
| Wappenbegründung: Die drei silbernen Spitzen in Rot, der fränkische Rechen, weisen auf die einstige Zugehörigkeit des Gemeindegebiets zum Hochstift Würzburg. Als Grundherren sind neben dem Hochstift Würzburg der Deutsche Orden und Brandenburg-Ansbach bekannt. Daran erinnern das schwarze Tatzenkreuz, die Wappenfigur des Deutschen Ordens, sowie die Zollernvierung der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Die goldene Lilie ist aus dem Wappen des Würzburger Stifts St. Burkard entnommen, das bis zum 16. Jahrhundert das Präsentationsrecht für die Pfarrei St. Kilian in Hemmersheim innehatte.
Das Wappen wird seit 1985 geführt. |
Die gleichzeitig genehmigte schwarz-gelb-rote Gemeindeflagge wird nicht verwendet.[43]
Bau- und Bodendenkmäler
Verkehr
Die Kreisstraße NEA 41/WÜ 44 führt nach Aub zur Staatsstraße 1003 (2,6 km südwestlich) bzw. nach Gollachostheim (3,5 km östlich). Die Kreisstraße NEA 47 führt nach Gülchsheim (2,1 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2256 bei Auernhofen (4 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Oellingen zur Staatsstraße 2269 (§ km nordwestlich).[4]
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Peter Neckermann (1842–1902), Reichstagsabgeordneter (Zentrum)
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Hemmersheim. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 570 (Digitalisat).
- Elisabeth Fuchshuber: Uffenheim (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 6). Michael Laßleben, Kallmünz 1982, ISBN 3-7696-9927-0, S. 85–87.
- Georg Paul Hönn: Hemmersheim. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 111 (Digitalisat).
- Reinhold Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1972, DNB 730115267, S. 60–61.
- Fritz Mägerlein: Rund um Uffenheim (Uffenheimer Land). Uffenheim 1977.
- Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Uffenheim (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 22). Deutscher Kunstverlag, München 1966, DNB 457879262, S. 102–106.
- Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 99.
Weblinks
- Website der Gemeinde Hemmersheim
- Hemmersheim: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik
- Hemmersheim in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. Juni 2025.
- Hemmersheim in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 25. September 2019.
- Hemmersheim im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 21. Juni 2025.

